Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Göttinger Doktorand entwickelt biometrische Methode für Verbrechensbekämpfung

16.11.2009
Universitätsbund Göttingen zeichnet Dissertationen in der Mathematik und der Paläopathologie aus

Für ihre mit "summa cum laude" bewerteten Promotionen auf dem Gebiet der angewandten Mathematik und der Paläopathologie werden die Göttinger Doktoranden Krzysztof Mieloch und Julia Gresky mit dem Akademischen Preis der Commerzbank-Stiftung 2008 ausgezeichnet.

Dr. Krzysztof Mieloch entwickelte in seiner Doktorarbeit eine neue Methode zur Untersuchung von Fingerabdrücken und ihrer digitalen Verarbeitung, die weltweit bei Experten Beachtung findet. Dr. Julia Gresky hat für ihre Doktorarbeit an der Medizinischen Fakultät archäologische Skelettfunde untersucht.

Anhand von Krankheitsbefunden am Schädel rekonstruierte sie Gesundheitszustand und Lebensbedingungen der bäuerlichen Bevölkerung im frühen Mittelalter. Der Commerzbank-Preis ist mit jeweils 1.500 Euro dotiert. Der Vorsitzende des Universitätsbundes Göttingen, Prof. Dr. Horst Kern, überreicht die Auszeichnung am Sonnabend, 14. November 2009, im Rahmen des Göttinger Alumni-Tages.

Bei der biometrischen Analyse von Fingerabdrücken spielen der Verlauf von Flusslinien und ihr Abstand zueinander, Krümmungen und Verzweigungen sowie Schweißporen, Kratzer und permanente Einschlüsse eine zentrale Rolle. Die verschiedenen Merkmale müssen identifiziert und mit einer Datenbank von Abdrücken abgeglichen werden. Dr. Mieloch hat eine Methode entwickelt, mit der in Regionen des Fingers mit vielen Informationen viele Details extrahiert werden, während in Regionen mit nur wenigen Informationen weniger Rechenleistung notwendig ist. "Damit hat er einen neuen Ansatz in ein hochentwickeltes Forschungsgebiet eingeführt.

Seine Methode findet große Anerkennung in der forensischen Abteilung des Bundeskriminalamtes und bei führenden Wissenschaftlern der Verarbeitung biometrischer Merkmale in den USA", so Prof. Dr. Axel Munk, der die Doktorarbeit an der Mathematischen Fakultät gemeinsam mit Prof. Dr. Preda Mihailescu betreut hat. Krzysztof Mieloch, Jahrgang 1980, schloss 2003 erfolgreich sein Magisterstudium der Informatik in Breslau ab. Parallel studierte er Mathematik in Paderborn und Göttingen. Seit 2003 forscht er am Göttinger Institut für Mathematische Stochastik in der Arbeitsgruppe von Prof. Munk und Prof. Mihailescu.

Dr. Julia Gresky untersuchte für ihre Doktorarbeit menschliche Skelette aus einem Gräberfeld im bayerischen Harting mit medizinischen und anthropologischen Methoden auf Krankheiten am Schädel. Dabei fand sie Spuren entzündlicher Prozesse in der Nasenhöhle oder im Mittelohrbereich sowie Schädelkrankheiten, die auf Skorbut, Rachitis oder bakterielle Meningitis zurückzuführen sind. Anhand ihrer Ergebnisse zog sie Rückschlüsse auf Umweltfaktoren wie Ernährung, Wohn- und Arbeitsverhältnisse, geographische und klimatische Gegebenheiten sowie hygienische und sanitäre Einrichtungen. "Julia Gresky hat in überzeugender Weise Ursachen und Verbreitung zahlreicher Krankheiten rekonstruiert, die für das Frühmittelalter bisher noch nicht in dieser Präzision nachgewiesen wurden.

Die Ergebnisse leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Entstehung heutiger Krankheiten", so Prof. Dr. Dr. Michael Schultz vom Zentrum Anatomie, der die Doktorarbeit betreut hat. Julia Gresky, Jahrgang 1977, studierte von 1997 bis 2004 Humanmedizin an der Georg-August-Universität. Sie wurde Mitte 2008 promoviert und ist derzeit als wissenschaftliche Referentin am Deutschen Archäologischen Institut in Berlin tätig und an Lehrveranstaltungen im Fach Paläopathologie an der Universität Göttingen beteiligt.

Dr. Bernd Ebeling | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Das Gehirn mit „Legosteinen“ modellieren
16.06.2017 | Universität Luxemburg - Université du Luxembourg

nachricht Dehnungsmessung – schnell und vielseitig wie nie
14.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie