Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesprächiges Plastik - Verpackungen werden intelligent

29.06.2011
Es scheint ein gewöhnlicher Folienbeutel zu sein, in dem das Pulver für die Fertigsuppe verpackt ist. Hält man ihn jedoch kurz an den Sensorbildschirm eines Smartphones, passiert etwas Ungewöhnliches: Auf dem Touchscreen erscheint eine Internet-Seite, die sämtliche Inhaltsstoffe der Suppe auflistet. Eine Verpackung, "die mit dem Handy spricht".

Möglich macht das eine innovative Technologie eines Chemnitzer Unternehmens, die bald schon in vielen Produkten zu sehen sein wird. Mit gewöhnlichen Druckmaschinen wird dabei ein Code aus unsichtbarer, leitfähiger Tinte auf die Verpackung gedruckt, der Bruchteile eines Cents kostet und sich im Hausmüll entsorgen lässt. Kommt dieser so genannte AirCode mit einem Touchscreen in Kontakt, verändert sich das elektrische Feld des Displays. Eine Software auf dem Handy wertet die Ströme aus.

Solche intelligenten Verpackungen, die Daten verschicken, das Produkt überwachen können oder reine Werbefunktion haben, werden Verbrauchern künftig öfter begegnen. Im Supermarkt rufen Kunden dann beispielsweise Hinweise zu Inhaltsstoffen, einen Gutschein oder ein passendes Rezept auf dem Mobiltelefon ab. Temperatur-Indikatoren auf Etiketten, die sich bei Erwärmen verfärben, verraten auf der Fischverpackung, ob beim Transport die Kühlkette eingehalten wurde. Für die junge Konsumentengruppe gibt es fluoreszierende Getränkedosen, die im Disco-Licht leuchten und ihr Design verändern.

Künftig sollen Verpackungen sogar per Funk Auskunft über ihren Inhalt geben: So genannte RFID-Chips (radio-frequency identification), wenige Millimeter große Funkchips, senden Daten über Meter hinweg an einen Funkempfänger. In einem Testsupermarkt des Handelsunternehmens Metro verpacken Metzger das Fleisch in Plastikschalen mit solchen Funkchips - und überwachen jederzeit Inhalt und Haltbarkeitsdaten sämtlicher Kühltruhen.

Auch Verbraucher können künftig solche Daten per Handy auslesen. Bisher sind die herkömmlichen Funkchips zwar noch sehr teuer. Doch deutsche und amerikanische Firmen arbeiten an druckbaren, flexiblen Funketiketten, die so kostengünstig sind, dass bald jeder Jogurtbecher damit bedruckt werden kann. In ein paar Jahren listen Kühlschränke dank der Funktechnik auf einem Display ihren Bestand auf und zeigen an, welche Produkte fehlen und welche sich ihrem Haltbarkeitsdatum nähern.

Sogar das Anstehen an der Supermarktkasse entfällt: Am Ausgang wertet ein Funksender blitzschnell den Inhalt des Einkaufswagen auf und druckt eine Rechnung.

Carmen Menn | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Geheime Datensammler auf dem Smartphone enttarnen
21.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Wafer zu Chip: Röntgenblick für weniger Ausschuss
21.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie