Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Generische Treiberbasis erspart aufwändige Treiberentwicklung

09.09.2013
Mit zwei Software Development Kits, einer Basistreiberbibliothek und einer Implementierung des SiLA-Kommunikationsstandards (Standardization in Laboratory Automation), entfallen die aufwändige Programmierung spezifischer Treiber für Computerschnittstellen, und damit hohe Kosten.

Immer mehr Geräte sind heute »intelligent«. Damit die mit Computerschnittstellen ausgestatteten Geräte von Computern angesprochen werden können, muss für jedes Gerät ein speziell angepasster Treiber programmiert werden. Diese Treiberentwicklung ist aufwändig und kostet viel Zeit und Geld.


Generische Treiberbasis erspart aufwändige Treibentwicklung
Quelle: Fraunhofer IPA

Speziell bei komplexen Geräten, die eine geringe Stückzahl aufweisen, können die anteiligen Kosten für den Treiber bis zu zehn Prozent des Verkaufspreises ausmachen. Beispiele hierfür sind Laborgeräte wie PCRCycler oder Pipettierautomaten. Bei Einzelanfertigungen kann der Aufwand für die Treiberentwicklung sogar die Entwicklungskosten für die Hardware übersteigen.

Deshalb entwickelten Wissenschaftler des Fraunhofer IPA eine generische Treiberbasis. Sie vereinfacht die Treiberentwicklung radikal. Für einen Treiber muss kein Quellcode mehr geschrieben, sondern lediglich eine Konfigurationsdatei erstellt werden – egal ob es sich bei dem Gerät um einen einfachen Motor-Controller handelt, der über eine serielle Schnittstelle kommuniziert, oder um eine komplexe Maschine aus mehreren Komponenten mit vielen unterschiedlichen Schnittstellen.

»Entscheidend für eine solche Entwicklung ist die sorgfältige Auswahl eines Kommunikationsstandards«, erläutert Axel Wechsler, Leiter der Gruppe Automatisierte Anlagen und Geräte, am Fraunhofer IPA, »schließlich sollen ja alle Treiber gleich angesprochen werden, damit auch hier kein gerätespezifischer Entwicklungsaufwand mehr notwendig ist.« Mit dem neuen SiLA-Standard (Standardization in Laboratory Automation) wurde ein passender und ausreichend universeller Kommunikationsstandard gefunden, der auf Web-Services basiert und eine völlig freie Befehlsstruktur ermöglicht.

Ergebnis dieser Entwicklung sind zwei Software Development Kits (SDK): eine Basistreiberbibliothek (IPA Driver SDK) und eine Implementierung des SiLA-Kommunikationsstandards (Lab Automation Control Suite, LACS). Der IPA Driver SDK ermöglicht derzeit die Erstellung von Treibern für Geräte mit RS232-, RS485- und Ethernet-Schnittstellen mit wenigen Mausklicks und minimaler Anpassung des automatisch generierten Quellcodes. Weitere Schnittstellen sind in Planung.

LACS stellt die standardkonforme Kommunikation der Treiber mit ihrer Umgebung sicher. Es implementiert sowohl die Server- als auch die Clientseite in einer Instanz. Der Clou dabei: Geräte können hierarchisch aus mehreren Untergeräten aufgebaut werden. Hierzu ist lediglich die Anpassung einer lesbaren Konfigurationsdatei nötig. So wird aus verschiedenen Einzelgeräten in wenigen Minuten eine komplexe Maschine. Diese wiederum kann mit weiteren Maschinen und Geräten zu einer Anlage verbunden werden – und so weiter.

Beide SDKs stellen für sich einen entscheidenden Schritt in der Vereinfachung der Treiberentwicklung dar. Den vollen Mehrwert erhält man jedoch, wenn man beide kombiniert: Ein SiLA-Treiber für ein durchschnittliches Laborgerät wie beispielsweise einen Platten-Sealer erforderte bisher einen Entwicklungsaufwand von ca. 60 Personentagen. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit in die beiden SDKs braucht ein Entwickler jetzt durchschnittlich zwei Tage.

Auf der MipTec 2013 in Basel werden die beiden Software Development Kits neben IPA-Dienstleistungen aus den Bereichen Laborautomatisierung und Liquid Handling auf Stand A49 vorgestellt.

Fachlicher Ansprechpartner
Dipl.-Phys. Axel Wechsler | Telefon +49 711 970-1581 | axel.wechsler@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA | www.ipa.fraunhofer.de

Jörg Walz | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.sila-standard.org
http://www.bioproduktion.com
http://www.miptec.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Satellitendaten für die Landwirtschaft
28.07.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Lemgoer Forscher entwickeln Intelligente Assistenzsysteme für mobile Anwendungen in der Industrie
25.07.2017 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Firmen räumen bei der IT, Mobilgeräten und Firmen-Hardware am liebsten in der Urlaubsphase auf

28.07.2017 | Unternehmensmeldung

Dunkel war’s, der Mond schien helle: Nachthimmel oft heller als gedacht

28.07.2017 | Geowissenschaften

8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

28.07.2017 | Förderungen Preise