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Gemeinsam Spielen via Videokonferenz

28.08.2009
Ruckelnde Bilder und unverständlicher Ton – Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag wenn es um Video- und Telekonferenzen geht.

Dank leistungsstarker Komprimierungstechnologien geht das auch anders – sogar im privaten Umfeld. Auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin (4. bis 9. September) stellen Fraunhofer-Forscher vor, wie ein Spieleabend aussieht, bei dem sich die Mitspielerinnen und Mitspieler via Internet gegenüber sitzen. Eines von vielen Exponaten, die vier Fraunhofer-Institute im TecWatch in Halle 5.3. zeigen.

In den 60er und 70er Jahren gab es eine Fernsehsendung mit dem Titel »Spiel ohne Grenzen«. Mehrere Teams aus unterschiedlichen europäischen Ländern traten gegeneinander an, um sich in verschiedenen Geschicklichkeitsspielen sportlich zu messen. Heute, im digitalen Zeitalter, hat das Spielen ohne Grenzen eine andere Konnotation: Internet-Spiele zum Beispiel verbinden Menschen aus unterschiedlichen Ländern.

Meist allerdings sehen und hören sich die Teilnehmer nicht direkt. Anders im von der EU geförderten Projekt Together Anywhere, Together Anytime TA2. 13 Partner aus sieben Ländern haben es sich zur Aufgabe gemacht, neue Technologien und Konzepte zu entwickeln, um die Kommunikation von Gruppen via Internet einfacher und besser zu machen.

Zum Beispiel um eine möglichst natürliche Situation zu erzeugen, so als ob auch weit entfernte Mitspieler mit am Tisch säßen. Denn mobil wie wir heute sind, ist es selbstverständlich, zum Studieren oder Arbeiten in eine andere Stadt oder ein anderes Land gehen. Da macht es Freude, trotzdem am Abend gemeinsam mit der Familie oder Freunden zu spielen, fast so als wäre man zuhause. Einer der Forschungspartner ist das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen.

Die Forscher dort sind dafür verantwortlich, dass qualitativ hochwertiger Ton übertragen wird. Damit das gelingt, haben sie die »Audio Communication Engine« entwickelt. Sie besteht aus aufeinander abgestimmten Einzelkomponenten, die die Klangqualität und Verständlichkeit von Video- und Telekonferenzen im Vergleich zu heutigen Systemen stark verbessern: Kernstück für den guten Ton ist der MPEG-Audiocodec »Enhanced Low Delay AAC«, der HiFi-Klangqualität bei niedrigen Datenraten und Verzögerungszeiten garantiert.

Ein Echounterdrücker beseitigt störenden Widerhall, damit sich Benutzer frei im Raum ohne Headset bewegen können. Eine anspruchsvolle Signalverarbeitung, die vom Aufbereiten der Mikrofonsignale bis hin zur mehrkanaligen Lautsprecherwiedergabe reicht, sorgt dafür, dass es ohne besonderen Installationsaufwand in jedem Wohnzimmer gelingt, die Entfernung zwischen den Freunden verschwinden zu lassen. Und auch an die konkrete Umsetzung denken die Fraunhofer-Wissenschaftler: Die Technologie soll sich künftig in vorhandene Geräte wie Fernseher, Settop-Box und Hifi-Anlage integrieren lassen.

Besucherinnen und Besucher der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin können das System in Augen- (und Ohren)schein nehmen und selbst Memory, Schiffe versenken oder »Mensch ärgere Dich« spielen – TecWatch Halle 5.3.

Matthias Rose | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/08/ifa-spielen-videokonferenz.jsp

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