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Das Gedächtnis des Bodensees

14.08.2008
Die Bibliothek der Universität Konstanz pflegt eine der größten bibliographischen Datenbanken über den Bodensee: Die Euregio-Bodensee-Datenbank.

Sie ist eine wahre Fundgrube für Wissen rund um den See, seine Orte und Persönlichkeiten in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und in der Schweiz.

Über 75.000 Titel von 1900 bis heute warten auf die Besucher. Jetzt ist die Datenbank Teil des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes geworden. Das hat die Datenbank rein äußerlich nicht verändert. Allerdings schlummern unter der Oberfläche viele neue Funktionen. Das bringt ihren Nutzern eine ganze Reihe von Vorteilen und erweitert die Suchmöglichkeiten.

Ein leises Klicken auf der Computertastatur - zielstrebig, schnell und mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegt sich der Diplom-Bibliothekar Günther Rau in der Suchmaske der "Euregio-Bodensee-Datenbank" unter http://swb.bsz-bw.de/DB=2.319/. Der gebürtige Konstanzer kennt die Datenbank und seine Geschichte wie die eigene Westentasche. Als Mitarbeiter der Bibliothek der Universität Konstanz pflegt Rau die riesige Datenbank.

1977 erblickte sie als schlichte, aber ungeheuer arbeitsaufwendige Bibliographie im Papierformat das Licht der Welt. Herausgeber waren die Universität Konstanz und der Verein für die Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung. 2000 gab es die erste Bodensee-Datenbank im Internet, 2001 die endgültig letzte Druckversion der Bibliographie. "In den 70er Jahren wurden tatsächlich noch Karteikarten mit den einzelnen Informationen geschrieben. Mit Fotosatz wurde die Biographie gesetzt, dann wurde gedruckt", erklärt Rau das aufwendige Verfahren aus den Kindertagen der Bodensee-Datenbank.

Die Datenbank ist eine wahre Fundgrube, wenn es um Aufsätze, Bücher und Zeitungsartikel rund um den Bodenseeraum geht. Über 75.000 Titel von 1900 bis heute wurden hier akribisch von Günther Rau verzeichnet. "1900 ist dabei nur das Erscheinungsjahr. Wer zum Fund eines Steinzeitdolches am Bodensee mehr Informationen sucht, wird also auch fündig", schmunzelt Rau. Thematisch bleibt nahezu kein Wunsch unerfüllt.

Künstler, Schriftsteller, Felchen und Hochwasser, Politik und Kunst - die digitalen Schubladen, die sich wohlgefüllt mit Informationen öffnen lassen, sind unzählig. Rein räumlich erfasst die Datenbank den Kreis Konstanz, den Raum Pfullendorf, den Bodenseekreis, den Kreis Ravensburg, den Landkreis Lindau, das Land Vorarlberg sowie das Fürstentum Lichtenstein. Auch der Kanton Sankt Gallen ist vertreten. Allerdings nicht ganz. Die Grenze liegt auf der Linie Sargans, Säntis, Wil. Hinzu kommen die Kantone Appenzell, Thurgau und Schaffhausen.

Damit öffnet die Uni-Bibliothek auch nochmals sehr weit ihre Türen für die Bürgerinnen und Bürger der gesamten Bodenseeregion. "Zwar versteht sich die Bibliothek in erster Linie als Service-Einrichtung für die Forschenden, Lehrenden und Studierenden der Universität, aber mit der Bodensee-Datenbank strahlt sie auch weit in die Region hinaus. Damit stellt die Bibliothek der gan-zen Region und allen am Bodensee Interessierten ein Gedächtnis des Bodensees zur Verfügung, einfach und frei im Internet zugänglich", erklärt der stellvertretende Bibliotheksdirektor und Leiter der Benutzungsabteilung, Oliver Kohl-Frey.

Die gerade erst vollzogene Eingliederung der Datenbank in den Südwestdeutschen Bibliotheksverbund bringt neue Vorteile, auch wenn die Oberfläche im Prinzip gleich geblieben ist: Besucherinnen und Besucher haben weitere Suchmöglichkeiten. Sie können noch besser sehen, wo sich die gefundenen Dokumente finden oder bestellen lassen. Es gibt noch mehr Dokumente auch ganz bequem online. Damit entfällt der Gang zur Bibliothek oder das Ausleihen ganz. Auch in Sachen Datensicherheit sei der neue Verbund ein Pluspunkt, sagt Diplom-Bibliothekar Günther Rau.

Das beständige Füllen der Datenbank mit neuen Informationen ist eine Art Sisyphos-Arbeit, fängt täglich wieder aufs Neue an. "Ich habe im Laufe der Jahre eine Art Scanner-Blick entwickelt, bin immer auf der Suche nach neuen Schätzen für die Datenbank", sagt der langjährige Mitarbeiter der Bibliothek entschlossen. Längst kann er nicht einfach an einem Büchertisch zur Bodenseeliteratur in einer Buchhandlung vorbeigehen. "Wenn es neue Titel zum Thema Bodensee gibt, müssen die einfach in die Datenbank rein." Die meisten Titel findet Rau allerdings in den großen Datenbanken im Internet. Ständig durchforstet er sie auf der Suche nach neuen Hinweisen für die Bodensee-Datenbank. Auch andere Bibliotheken und Archive der Bodenseeregion melden sich mit immer neuen Literaturhinweisen. Hinzu kommt die Auswertung von rund 150 Zeitschriften.

Mit einer Suchmaske können Besucherinnen und Besucher schnell und unkompliziert die Suche starten. Praktische Tipps helfen, die Suche gleich von Anfang an professionell zu starten. "Wer eine möglichst große Trefferquote haben möchte, sollte in Ruhe die Tipps durchgehen und erst dann loslegen", erklärt Rau. Studierende können in besonderen Kursen lernen, wie sie professionell recherchieren können. Die Bandbreite der Suchfunktionen ist groß: Man kann in Regionen suchen, nach Themen, nach Personen oder auch die Kombinationssuche durchführen. Die "Datenbank-Kunden" sind Wissenschaftler und Lehrer, Privatleute mit einem Interesse für regionale Geschichte, Schüler und Studenten. Zwischen 300 und 1.000 Personen loggen sich monatlich in die virtuelle Bibliothek ein.

Claudia Leitenstorfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-konstanz.de
http://swb.bsz-bw.de/DB=2.319/

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