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Freiwillige spenden PC-Rechenstärke für Solarforschung

09.12.2008
Virtueller Supercomputer verkürzt Rechenzeit um 20 Jahre

IBM und Harvard haben gemeinsam ein Distributed Computing Projekt gestartet, das die Solarenergieforschung revolutionieren soll.

Mit Hilfe des World Community Grids (WCG) suchen Wissenschaftler der Universität Harvard nach effizienteren Solarzellen. Das WCG bündelt global verteilte Rechenressourcen von privaten PCs, deren Besitzer sich dem Non-Profit-Projekt von IBM angeschlossen haben. Das Resultat ist ein virtueller Supercomputer, der mit einer Leistung von 179 Teraflops ungefähr dem elftstärksten Supercomputer der Welt entspricht.

Der Harvard-Professor Alan Aspuru-Guzik rechnet damit, dass das Projekt in zwei Jahren beendet werden kann. Ohne Hilfe des Distributed Computing Projekts würden die Berechnungen rund 22 Jahre dauern, so Aspuru-Guzik gegenüber der Financial Times.

Das Harvard-Projekt überprüft verschiedene organische Materialien, um festzustellen, welche sich am besten für die Verwendung als Solarzellen eignen. Dazu werden die chemischen Eigenschaften der Materialien und ihre Reaktion auf Sonnenlicht genauestens analysiert und in einer Datenbank gespeichert. In den nächsten zwei Jahren sollen mit Hilfe des WCG mehr als eine Million verschiedener Atomkonfigurationen getestet werden. Gesucht werden organische Moleküle, die effizientere photovoltaische Zellen abgeben, als jene, die derzeit in der Plastik-Solartechnologie verwendet werden. Im Gegensatz zur Silikon-Solartechnologie sind Plastik-Solarzellen nicht nur billiger sondern auch flexibler und können daher auf den unterschiedlichsten Oberflächen angebracht werden.

Die Forscher hoffen, dass die Ergebnisse des Projekts die Kosten für Solarenergie erheblich senken werden und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Damit die Solarenergiebranche von den Erkenntnissen der Untersuchung profitiert, werden diese frei zugänglich gemacht. Der World Community Grid hat bereits mehrere Forschungsprojekte unterstützt, die das Wohl der Menschheit zum Ziel gehabt haben. Seit seiner Gründung im Jahr 2004 wurde die geballte Rechenleistung des WCG bereits für fünf Projekte verwendet. Neben einem Projekt, bei dem nach neuen Anti-HIV-Medikamenten geforscht wurde, gab es beispielsweise auch ein Projekt, bei dem das Ziel die Identifikation von besonders nahrhaften Reissorten war.

Kristina Sam | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.harvard.edu

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