Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer gründet Allianz "Cloud Computing"

14.09.2010
Die Fraunhofer-Gesellschaft bündelt ihre Kompetenzen in den Bereichen "Cloud Computing" und "Software-as-a-Service". Künftig steht Kunden das gesamte Angebot der Fraunhofer-Gesellschaft zu diesen Themen über die Fraunhofer-Allianz "Cloud Computing" zur Verfügung.

"Cloud Computing" und "Software-as-a-Service (SaaS)" sind die IT-Trends des Jahres 2010. Egal ob Nutzer oder Anbieter: Kaum ein Unternehmen zweifelt an dem Potenzial, das diese Themen und die zu Grunde liegenden Services und Technologien bergen. Doch wie können diese sinnvoll und gewinnbringend eingesetzt oder angeboten werden?

Der Umstieg und die Migration auf ein völlig neues IT-Paradigma werfen viele Fragen auf. Da die Technologien noch jung sind, können die meisten Unternehmen nicht abschätzen, welche Konsequenzen die Nutzung externer Ressourcen für Speicherplatz, Rechenzeit oder komplexere Dienste nach sich zieht. Können die Sicherheitsanforderungen in der Cloud gedeckt werden? Lassen sich rechtliche Anforderungen an Unternehmen noch umsetzen? Decken die potenziellen Einsparungen durch die Investition die tatsächlich entstehenden Kosten ab?

Um ihren Kunden eine umfassende Antwort auf diese und weitere Fragestellungen geben zu können, haben sechs Institute der Fraunhofer-Gesellschaft (IAO, ITWM, ISST, FIRST, SCAI, IIS) gemeinsam die Fraunhofer-Allianz "Cloud Computing" ins Leben gerufen. Ziel der Allianz ist die Bündelung des Angebots und der Kompetenzen der beteiligten Institute in den Bereichen Cloud IT und Software-as-a-Service (SaaS). Die Allianz bildet die zentrale Anlaufstelle der Fraunhofer-Gesellschaft für Geschäftskunden in den beiden Bereichen und stellt Ansprechpartner für Projekte aller Größenordnungen.

Die Fraunhofer-Allianz "Cloud Computing" bietet ihren Kunden ein umfangreiches Dienstleistungsspektrum, von der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über die Konzeption einer Sicherheitsarchitektur bis hin zum Entwurf branchenspezifischer Cloud-Lösungen. Unterstützt wird dieses Angebot durch Cloud-Technologien der Fraunhofer-Gesellschaft und durch die Erfahrung und Marktübersicht ihrer Mitarbeiter.

Kunden können das Leistungsangebot modular nutzen. Dieses reicht von der einfachen IT-Strategieanalyse oder dem gemeinsamen Entwurf von Nutzungsszenarien und Betriebskonzepten über die Ermittlung der Total Cost of Ownership bestimmter Lösungsansätze bis hin zur Anbieter- oder Produktauswahl sowie der Umsetzung von Cloud-Lösungen. Sicherheitskonzepte zu erstellen gehört ebenso zum Spektrum der Allianz wie Lösungen für zukünftige SaaS-Anbieter zum Lizenzmanagement in dynamisch skalierenden Cloud Plattformen zu entwickeln.

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, das den Vorsitz der Allianz übernimmt, legt die Schwerpunkte seiner Arbeit vor allem auf die Themen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit von Cloud- und SaaS-Lösungen sowie auf die Unterstützung der Migration von Anwendungen in die Cloud. Dazu zählen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Risikoanalysen für Cloud-Nutzer sowie die Entwicklung von Betriebs- und Geschäftsmodellen für Anbieter im Cloud-Ökosystem. Darüber hinaus unterstützt das Fraunhofer IAO Unternehmen dabei, ergebnisoffene Analysen ihrer IT-Systeme und IT-Architekturen durchzuführen, um Optimierungspotenziale sowie Wege zur Nutzung dieser Potenziale zu identifizieren.

IT-Anbieter und IT-Anwender unterstützt das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST dabei, die vielversprechenden Potenziale des Cloud Computing für konkrete Problem- und Aufgabenstellungen zu erschließen. Neben der Entwicklung neuartiger fachlicher und technischer IT-Szenarien beinhaltet dies auch, die Unternehmens-IT auf das Cloud Computing auszurichten. Das Fraunhofer ISST kümmert sich im Rahmen der Allianz vorrangig um die Prozesse und Architekturen des Cloud Computing. Aktuelle Projekte befassen sich derzeit etwa mit Cloud Computing in der Logistik sowie mit dem Aspekt der Compliance & Security von Cloud-Lösungen. Auch in den Bereichen Insurance & Finance, eHealthcare und eGovernment hat das Fraunhofer ISST zahlreiche Projekte, etwa zu Portaltechnologien, SaaS- und PaaS-Lösungen und zum Prozessorientierten Plattform Engineering, erfolgreich durchgeführt. Einen weiteren Schwerpunkt stellen schließlich das Internet der Dienste und hierauf ausgerichtete, Cloud-orientierte Service-Plattformen und -Marktplätze wie die "Logistics Mall" dar.

Das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM begreift Mathematik als Technologie: Moderne Simulationsverfahren helfen in vielen Bereichen der Wirtschaft, neue Produkte zu entwickeln und Abläufe zu optimieren. Das Competence Center for High-Performance Computing (CC-HPC) des Fraunhofer ITWM bietet ein breites Spektrum im Bereich Grid- und Cloud Computing. Neben hochparallelisierter Berechnungssoftware steht die Integration von Anwendungssoftware in Cloud-Umgebungen im Fokus. Das CC-HPC stellt mit PHASTGrid eine eigene Platform-as-a-Service-Umgebung zur Verfügung und entwickelt mit GenLM eine innovative Lizenzmanagement-Lösung für Cloud-Umgebungen.

Langjährige Erfahrung auf dem Gebiet verteilter Systeme wie Grids und Clouds weist das Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI vor. Es bietet Beratung und Dienstleistungen in den Bereichen Optimierung von Ressourcennutzung unter Einbeziehung von Cloud-Ressourcen sowie Softwarenutzung in der Cloud. Weitere Schwerpunkte setzt das Fraunhofer SCAI mit der Absicherung von Dienstgütern durch Service Level Agreements sowie mit Sicherheitsaspekten des verteilten Rechnens in Clouds.

Komplexe Prozesse in Cloud-Umgebungen planbar und beherrschbar zu machen, ist Ziel des Fraunhofer-Instituts für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST. Da eine Cloud aus einer sehr großen Anzahl von verteilten Rechnern und Diensten besteht, müssen insbesondere die Dynamik und mögliche Ausfälle von Ressourcen berücksichtigt werden. Ressourcenplanung und Cloud Computing sind dabei eng miteinander verknüpft. So können Clouds dabei helfen, Planungsprobleme kostengünstig, effektiv und schnell zu lösen. Außerdem besteht eine Cloud aus einer Vielzahl virtualisierter Ressourcen. Es ist wichtig, deren Zuordnung zu anstehenden Aufgaben zu planen, um eine gute Auslastung der Ressourcen sowie eine abschätzbare Durchführungsdauer der Aufgaben und Prozesse zu gewährleisten. Das Fraunhofer FIRST unterstützt Kunden bei der Modellierung, Automatisierung und Ausführung von Prozessen in Cloud-Umgebungen – auf Wunsch auch unter Verwendung von Fraunhofer-Technologien, wie zum Beispiel des "Generic Workflow Execution Service" für fehlertolerantes Prozess-Management in Cloud- und SOA-Umgebungen oder des Constraint-Programmiersystems "firstCS" für schnelle Ressourcenplanung.

Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS führt in seinem Institutsteil Entwurfsautomatisierung (EAS) Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für den rechnergestützten Entwurf von elektronischen und heterogenen Systemen durch. Der Schwerpunkt liegt auf Methoden und Werkzeugen für Modellierung, Simulation, Synthese, Optimierung, Verifikation und Test. Gemeinsam mit Partnern, unter anderem aus den Bereichen der Elektronik- und Automobilindustrie, entwickelt das Fraunhofer IIS Verfahren zur Internet-basierten Kopplung von Entwurfswerkzeugen, zur Simulatorkopplung und Co-Simulation sowie zur Integration von 3-D-Geometrie- und funktionaler Modellierung. Die serviceorientierten Ansätze des Grid- und Cloud Computing helfen dabei, den Zugriff auf entfernte Ressourcen zu ermöglichen. Damit verbessern sie die firmen- und standortübergreifende Zusammenarbeit sowie die Leistungsfähigkeit, insbesondere bei der Varianten- und Parallelsimulation und bei der Optimierung.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Jürgen Falkner
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12, 70569 Stuttgart
Telefon +49 711 970-2414, Fax +49 711 970-2401
juergen.falkner@iao.fraunhofer.de

Juliane Segedi | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.cloud.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise