Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer geht in die Luft - Fraunhofer-Institute aus Wachtberg testen Sensorträger

20.08.2010
Es ist kein unbekanntes Flugobjekt (UFO), was die Wachtberger Bevölkerung beobachtete, sondern ein unbemanntes Flugobjekt. Die Fraunhofer-Institute am Standort Wachtberg lassen einen unbemannten Helikopter steigen, der für innovative Forschung in Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen genutzt werden soll.

„Es handelt sich um einen sogenannten Copter, der unterschiedlichste Sensoren, künstliche Sinnesorgane, in sonst schwer zugängliche Gebiete tragen soll“, berichtet Wolfgang Koch, Abteilungsleiter im Fraunhofer FKIE. Die Wissenschaftler nennen solche Flugkörper „Unmanned Aerial System (UAS)“. Zum Teil werden sie bereits für die Aufklärung und Überwachung eingesetzt. Ihre Flexibilität und Leistungsfähigkeit erschließen aber auch neue Einsatzmöglichkeiten, etwa bei Katastrophen, im Umweltschutz oder in der öffentlichen Sicherheit. Unbemannte Luftfahrzeuge bilden daher die räumlich verteilten Knoten umfassender Sensornetze.


Sensor-Träger und Zieldarsteller für Passiv-Radar in Aktion (c) Fraunhofer


Unbemannter Helikopter des Fraunhofer-FKIE-Flugversuchs (c) Fraunhofer

„Zum Einsatz kommt bei solchen Versuchen entweder ein einzelner unabhängig operierender Copter. Oder er fliegt in Zusammenarbeit mit anderen bemannten und / oder unbemannten luft-, boden- und raumgestützten Systemen“, berichtet Projektleiter Klaus Wild.

Die eingesetzten Sensoren arbeiten auf optischer Basis, erstellen also Fotos, Videos oder Infrarotbilder. Oder sie erfassen Signale wie zum Beispiel Funkwellen von Radio- und Fernsehsendern, aber auch chemische oder radioaktive Signaturen.

Durch die Miniaturisierung elektronischer Bauteile ist es heute sogar möglich, komplette abbildende Radarsensoren auf einem solchen Copter unterzubringen.

Das Fraunhofer FKIE erforscht und optimiert das Zusammenwirken der beteiligten Software- und Hardwarekomponenten sowie der Sensoren im Gesamtsystem. Dazu gehört es, Kommunikationsverbindungen zu entwickeln sowie die Anbindung an Einsatzleitsysteme und die Schnittstelle zum Menschen zu untersuchen. Besonders wichtig sind intelligente Algorithmen der Sensordatenfusion, um die wirklich wichtigen Informationen aus den Datenströmen zu extrahieren. Die beteiligten Einsatzkräfte erhalten so verlässliche Grundlagen für ihr Handeln.

Das Fraunhofer FHR verfügt über flugzeuggetragene Radarsysteme, die Objekte auf der Erdoberfläche wie z.B. Gelände, Gebäude und Fahrzeuge mit der Technik „SAR“ (Radar mit synthetischer Apertur) luftbildähnlich hochauflösend abbilden können, unter anderem eines der kleinsten SAR-Systeme der Welt „SUMATRA“. „Bei den Testflügen auf dem Fraunhofer-Gelände in Wachtberg geht es uns darum, die Flugeigenschaften des NEO auf ihre Radartauglichkeit zu testen“, sagt Joachim Ender, Institutsleiter des FHR.

Bernhard Kleß | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fkie.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften