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Fraunhofer FOKUS und öffentliche Versicherer starten erste Smartphone-App für Katastrophenwarnung

23.10.2012
Am 23. Oktober hat das Fraunhofer-Institut FOKUS gemeinsam mit den öffentlichen Versicherern in Deutschland das Bevölkerungswarnsystem KATWARN als Smartphone-App in Betrieb genommen. Die neue KATWARN-App informiert – überall dort, wo das klassische KATWARN-System bereits eingeführt wurde – über Gefahren am Standort des Nutzers sowie an zwei frei wählbaren Orten.

Ob zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs: Nachdem immer mehr Landkreise, kreisfreie Städte und Stadtstaaten, wie zum Beispiel Hamburg und Berlin, ihren Bürgern das Bevölkerungswarnsystem KATWARN für SMS- oder E-Mail anbieten, ist mit der KATWARN-App der Katastrophenschutz in Deutschland einen wichtigen Schritt vorangegangen.

Die neue KATWARN-App warnt Bürger über Gefahrensituationen immer dort, wo sie sich gerade aufhalten, sowie zusätzlich an zwei frei gewählten Orten – vorausgesetzt der klassische KATWARN-Betrieb per SMS und E-Mail wurde dort bereits eingeführt. KATWARN und die neue KATWARN-App wurden vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS entwickelt.

„KATWARN war von Anfang an als ein ergänzendes und erweiterungsfähiges Warnsystem konzipiert, mit dem wir möglichst viele Menschen erreichen wollen. Mit der neuen App passen wir KATWARN den Gewohnheiten der Menschen weiter an und bieten Bürgern die Möglichkeit, sich an verschiedenen Orten warnen zu lassen, zum Beispiel um Warnungen sowohl für den Wohnort als auch den Arbeitsplatz und unterwegs zu erhalten“, so Dr. Ulrich Meissen vom Fraunhofer FOKUS.

KATWARN-Schutzengel: Push-Warnung beim Betreten von Gefahrengebieten

Zusätzlich zu nur einem einzelnen Postleitzahlenbereich, für den sich KATWARN-Nutzer bislang entscheiden mussten, bietet die KATWARN-App eine aktive Benachrichtigung (Push-Meldung) bei Gefahrensituation am aktuellen Standort. Betritt also zum Beispiel ein Nutzer eine aktuelle Gefahrenzone, sendet die Funktion „KATWARN-Schutzengel“ sofort eine Warnung! Außerdem berücksichtigt die App zwei weitere „KATWARN-Orte“, die der Nutzer auf einer Deutschlandkarte auswählen kann. Die Ortsinformationen sind anonymisiert und werden kontinuierlich aktualisiert, so dass manuell keine weiteren Eingaben zum Standort nötig sind. Die Ortungsfunktion kann auf Wunsch ein- und ausgestellt werden.

Die Warnungen werden von den örtlich verantwortlichen Leitstellen der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes ausgegeben mit wichtigen Verhaltenshinweisen, zum Beispiel „Großbrand im Postleitzahlenbereich xyz, bitte Fenster und Türen schließen, nicht das Haus verlassen.“ Die KATWARN-App stellt damit eine Ergänzung zu den bestehenden Warnungen durch Behörden, Polizei und Einsatzkräfte oder durch Hinweise in Medien dar. Denn während zum Beispiel Lautsprecherwagen der Polizei und Feuerwehr oft nur Personen erreichen, die sich gerade in der Nähe aufhalten, hilft KATWARN, weitere Personengruppen zu erreichen.

„Insbesondere für Gehörlose ist der KATWARN-Service sehr vorteilhaft, da sie die Katastrophenwarnungen über Radios nicht hören können. Viele Gehörlose nutzen Smartphones“, so Ingo Barth, der in der vergangenen Woche bei einem Lagerhallen-Brand in Berlin-Reinickendorf als Anwohner selbst betroffen war und den KATWARN-Service per SMS nutzte. Auch Daniela Jahnke aus Berlin war betroffen und nutzte den SMS-Service. Ihr wurde nun als erste Bürgerin die KATWARN-App vom Landesbranddirektor Wilfried Gräfling auf das Smartphone installiert. Jahnke: „Es würde mich freuen, wenn es möglich wäre, diesen Dienst unter der Bevölkerung zu verbreiten.“

„KATWARN ist ein Beispiel, wie Fraunhofer FOKUS Forschung gezielt in die Praxis überführt und damit den Menschen einen spürbaren Nutzen bringt“, so Ortwin Neuschwander von Fraunhofer FOKUS. „Außerdem ist es ein Beispiel für Technologien, die wir für die Städte der Zukunft umsetzen wollen.“ Die KATWARN-App steht ab sofort kostenlos für das iPhone im App-Store zur Verfügung und ist kompatibel mit allen Versionen ab dem iPhone 3GS. Für Android-Smartphones befindet sich die KATWARN-App derzeit noch in der Entwicklung.

Niklas Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.katwarn.de/app

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