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Forschungsprojekt haptICS : Designtools für Designer

13.11.2009
Forschungsvorhaben sind längst keine universitäre Domäne mehr. Auch an Fachhochschulen werden zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt, die sich durch einen hohen Anwendungs- und Praxisbezug auszeichnen.

Am Institut für Angewandte Forschung der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd wurde nun das erste Forschungsprojekt beendet. Die Interaktionsdesigner Ron Jagodzinski und Götz Wintergerst, beide ehemalige Absolventen der Hochschule, entwickelten mit "haptICS" Grundlagen und Technologien für ein neuartiges haptisch basiertes Interaktions- und Kommunikationssystem.

Einer der entwickelten Prototypen - ein Toolkit, einsetzbar beispielsweise für das Design von Autocockpit-Bedienelementen oder von Hausgeräten - wurde kürzlich auf der internationalen ACM Konferenz UIST'09 in Victoria, Kanada, einen großen Fachpublikum präsentiert.

Beim Tastsinn geht es bekanntermaßen um das Erkennen von Objekten über ihre Form, der Oberflächenbeschaffenheit, dem Bewegungszustand oder dem Gewicht. Wie sich diese haptische Wahrnehmung bei der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine verhält und wie solche Nutzerschnittstellen gestaltet werden müssen, um genau diese menschlichen Wahrnehmungskanäle für spezielle Aufgabenstellungen anzusprechen, damit haben sich Ron Jagodzinski und Götz Wintergerst innerhalb ihres Forschungsprojekts haptICS intensiv auseinandergesetzt.

Das von ihnen hier entwickelte System gibt speziell Designern ein Werkzeug in die Hand, mit dem das haptische Verhalten solcher Schnittstellen simulieren können. Letztlich sollen damit Bedienelemente etwa für die Autoindustrie (Autocockpits), bei Haushaltsgeräten oder für Geräte der Computerperipherie entworfen werden, die durch ihre taktilen Reize dem Anwender eine unmissverständliche Botschaft zur jeweiligen Geräteeinstellung vermitteln.

Derzeit nutzt das Toolkit ausschließlich Drehregler, deren Drehknöpfe per Stecksystem schnell auswechselbar sind. Dadurch ist nicht nur die Simulation einer zugrundeliegenden Schaltmechanik möglich, sondern durch die im Toolkit enthaltenen Drehknopf-Musterreihen kann der Einfluß von Knopf-Größe, -Gewicht, -Form und -Materialität auf das jeweilige Bedienverhalten getestet werden.

Das mobil einsetzbare Toolkit erleichtert den industriellen Prototyping-Prozess außerordentlich. Es ist leicht bedienbar und erfordert auch für Designer kaum technische Vorkenntnisse.

haptICS wird vom Institut für Angewandte Forschung der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd betreut. Industriepartner dieses vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts unter fachlicher Leitung von Prof. Hans Krämer, HfG Schwäbisch Gmünd, sind die Technische Hochschule Karlsruhe, die Daimler AG und die Faurecia Interior Systems.

Ingrid Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.hfg-gmuend.de

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