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Forschung und Technik zur Sprache gebracht

07.08.2009
Sprachsteuerung für Mediengeräte und automatische Transkription von Fernsehsendungen - European Media Laboratory (EML) informiert Politiker über neue Entwicklungen der Sprachtechnologie - FDP-Generalsekretär und MdB Dirk Niebel war zu Gast

Forschung und Technologie nehmen eine Schlüsselrolle ein, wenn es um die Zukunft unseres rohstoffarmen Landes geht. Das Heidelberger IT-Institut European Media Laboratory (EML) lädt politische Entscheidungsträger ein, um ihnen Forschungs- und Technologiegebiete zu zeigen, auf denen Deutschland besonders gut positioniert ist - wenn die Forschungsergebnisse auch nachhaltig verwertet werden. Den Anfang machte heute morgen der FPD-Generalsekretär und MdB Dirk Niebel.

Ein zukunftsträchtiges Gebiet stellt die Sprachtechnologie dar. Hier hat das EML eine Sprachsteuerung für Mediengeräte entwickelt, die die klassische Fernbedienung ersetzen kann. Eine Wohnzimmerwand mit Fernseher, Stereoanlage und digitalem Bilderrahmen dient als Demonstrationsplattform für die sprecherunabhängige EML-Software.

Dirk Niebel, der erst gestern abend in der Talkrunde bei Maybrit Illner im ZDF zu sehen war, ist es gewohnt, mit Sprache politische Prozesse zu beeinflussen. Aber auch das Umschalten der TV-Kanäle ("Phoenix, bitte!"") gelingt dem gebürtigen Hamburger mühelos. Und sein Musikwunsch "Freiheit" von Marius Müller-Westernhagen wird vom System ebenfalls erkannt.

"Eine faszinierende Technik, die, wenn sie marktreif ist, unser Leben beeinflussen wird", zeigte sich Niebel beeindruckt. "Gerade in einer alternden Gesellschaft können hier Chancen geschaffen werden, länger selbstbestimmt zu leben."

Genau darauf zielt ein anderes Szenario ab, in dem man mit Sprache Haustechnik steuern und so einen Rolladen hochfahren lassen, das Licht anknipsen oder die Heizung regulieren kann - Anwendungen, die auch für ältere Menschen und körperlich Behinderte interessant sein können. Hier ist das EML derzeit auf der Suche nach Kooperationspartnern in Baden-Württemberg, um Nutzerstudien durchzuführen und die Technologie an die Wünsche der Nutzer anpassen zu können.

Die Sprachtechnologie bietet noch mehr: So kann mit der EML-Software gesprochene Sprache automatisch transkribiert, also verschriftet, werden. EML-Forschungs- und Entwicklungsleiter Dr. Siegfried Kunzmann demonstrierte dem FDP-Politiker, wie beispielsweise Fernsehsendungen automatisch transkribiert werden können. "Gerade für Gehörlose könnte eine Umsetzung in Echtzeit von Sprache in Untertitel eine große Hilfe sein", meinte Dirk Niebel. Die Digitalisierung sorgt außerdem dafür, dass gesprochene Sprache auch durchsuchbar und somit recherchierbar wird - interessant für Journalisten. In diesem Bereich kooperiert das EML mit dem Bayerischen Rundfunk.

Diese und andere Entwicklungen zeigt das EML auch auf dem Messekongress "Voice Days" im Oktober in Nürnberg. "Unsere Forscher und Entwickler arbeiten an innovativer Technik, die Nutzern wirklich helfen soll", fasste Institutsdirektor Prof. Andreas Reuter das Credo des EML zusammen. Klaus Tschira hat das Institut im Jahr 1997 mit dieser Vorgabe gegründet. Die Sprache als natürliche Form der menschlichen Kommunikation bildet dabei einen wichtigen Schwerpunkt. Die Forscher wollen mit automatischer Spracherkennung und Methoden des Sprachverstehens IT-Anwendungen intuitiv benutzbar, flexibel und effizient machen.

"Innovative Technologien und deren Verwertung sind die Voraussetzungen dafür, auch in Zukunft den Wohlstand breiter Bevölkerungsgruppen zu sichern", zog der FDP-Generalsekretär Bilanz seines Besuchs. "Aufgabe für die Politik der kommenden Jahre wird es sein, Wissenschaft und Forschung die Rahmenbedindungen zu geben, die es schneller ermöglichen, innnovative Produkte und Dienstleistungen zu entwicklen und marktfähig zu machen."

Weitere politische Entscheidungsträger aus der Metropolregion Rhein-Neckar werden in den nächsten Wochen das EML besuchen.

Dr. Peter Saueressig | idw
Weitere Informationen:
http://www.eml-development.de

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