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Forschung an der HAWK bringt Innovation bei digitaler Nachrichtenübertragung

18.05.2011
Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert angewandte Forschung und Ingenieurausbildung

Ob Rundfunk, Taxifunk, Betriebsfunk oder auch Amateurfunk – im Vergleich zur modernen Mobilfunktechnologie arbeiten viele Funkdienste auch heute noch mit Übertragungstechniken, die bereits vor mehr als 100 Jahren entwickelt worden sind.

Der Übergang zu modernen digitalen Übertragungstechniken gestaltet sich als aufwändig. Ein Beispiel, bei dem sich dies allein schon aus Gründen der Sicherheit als äußerst problematisch darstellt, ist der Flugfunk. Hier würden Änderungen in den Übertragungsverfahren eine komplette Umstellung der weltweiten Infrastruktur bedeuten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF, hat in den vergangenen drei Jahren ein Forschungsvorhaben an der HAWK-Fakultät Naturwissenschaften in Göttingen gefördert, das die Entwicklung neuartiger Sender- und Empfängerkonzepte zum Ziel hat. Die daraus entstandenen Technologien werden in zukünftigen Geräten die Koexistenz alter analoger und moderner digitaler Übertragungsverfahren verwirklichen. Ermöglicht wird dies durch so genanntes „Software Defined Radio“. Das sind Kommunikationsgeräte, bei denen die gesamte Signalverarbeitungskette aus einem Computerprogramm besteht. Dieses kann sich der jeweiligen Infrastruktur problemlos anpassen, ohne dass die zugehörige Hardware verändert werden muss.

Ein voll funktionsfähiger Prototyp ist jetzt an den industriellen Projektpartner der HAWK übergeben worden. Die Hilberling GmbH, (www.hilberling.de) ist ein Rendsburger Hi-Tech- Unternehmen, das modernste Produkte im Bereich der Nachrichtentechnik entwickelt und fertigt. „Diese Technologie hätten wir aus Zeitgründen gar nicht selbst entwickeln können. Sie bietet uns entscheidende Vorteile für die nächste Produktgeneration“, sagt Geschäftsführer und Chefentwickler Hans Hilberling, der das Unternehmen 1988 gegründet und kontinuierlich aufgebaut hat.

Die BMBF-Förderung geht auf eine Initiative von Prof. Dr. Achim Ibenthal zurück, der dieses Thema im Rahmen der Förderlinie "IngenieurNachwuchs" 2008 vorgeschlagen hat. Mit einer Gesamtfördersumme von 232.000 Euro hat das BMBF über drei Jahre neben der Forschung auch die Ausbildung von insgesamt zwanzig Ingenieuren im Bereich der Elektro- und Informationstechnik gefördert. Der Göttinger Professor unterstreicht die Bedeutung der Forschungsförderung: „Dank der Bundesmittel ist es uns gelungen, industrierelevante Forschung und modernste Ingenieursausbildung miteinander zu kombinieren. Von den Projektergebnissen werden auch zukünftige Studierende in Form von Praktika profitieren.“ Die hohe Zahl der aus dem Projekt hervorgegangenen Ingenieurinnen und Ingenieure wirkt zudem dem Fachkräftemangel – nicht nur in der Göttinger Region – entgegen.

Sabine zu Klampen | idw
Weitere Informationen:
http://www.hawk-hhg.de

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