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Forscher bauen Maus mit Stresstest

12.10.2011
Infrarot-Sensor arbeitet mit 70-prozentiger Genauigkeit

Wer zukünftig schnell einen Beweis für Arbeitsüberlastung erbringen will, könnte dafür zukünftig seine Computermaus einsetzen. Forscher der Tokioter Metropolitan University haben ein solches Bediengerät probeweise mit einem Infrarotsensor ausgestattet. Dieser ermittelt den Stresslevel des Benutzers mit einer Genauigkeit von 70 Prozent. Die Anwendung soll weiter vereinfacht werden.


Stress: Auswertungstool zeigt Ausmaß der Belastung (Foto: metro-u.ac.jp)

Blutflussanalyse

Zahlreiche Studien belegen, dass Stress auf Dauer gesundheitsschädliche Auswirkungen auf Körper und Geist hat - bis hin zum gefürchteten Burnout. Japanische Wissenschafter arbeiten nun an einer handlichen Lösung, um schnell den Stressfaktor eines Menschen ermitteln zu können. Dies soll der Prävention dienen.

Sie entwickelten einen kompakten Infrarot-Sensor, der die Spitze eines Fingers über zehn Sekunden mit Licht bestrahlt. Über den Scan des Reflektionsmusters gelingt die Analyse des Blutflusses. Dieser wiederum steht in direktem Zusammenhang mit dem Hormonspiegel, dessen Zusammensetzung eine endgültige Beurteilung zulässt. Der Korrelationsgrad, und damit die Genauigkeit der Infrarotmessung, liegt bei 70 Prozent.

"Bisherige Untersuchungen zeigten, dass die Analyse der Wellenform der Zirkulation mittels der Chaostheorie sichtbar macht, in welchem Rhythmus das Blut zirkuliert. Wir haben dieses System optimiert, sodass es als Stressindikator funktioniert", so Entwickler Osamu Nitta gegenüber diginfo.tv.

Sensor in Maus und Möbeln

"Ich denke, viele Büroangestellte schaden ihrer Gesundheit, in dem sie weiter arbeiten, obwohl ihr Stresslevel hoch ist. Wir denken, es wäre gut, wenn Leute einfach feststellen können, wie gestresst sie sind, um auf ihre Gesundheit besser Acht zu geben", erläutert der Forscher.

Das Team hat das Messinstrument nun erfolgreich in eine handelsübliche Computermaus verbaut, was während des Arbeitens eine dauernde Überwachung des eigenen Belastungspegels ermöglicht. Dieser wird von einem Programm als Kurve dargestellt und in vier Stufen unterteilt.

Nun soll die Nutzung unabhängig von einem Computer möglich werden. Geplant ist, den Sensor in eine Karte zu verbauen. Diese könnte, so Nitta, zum Beispiel in Möbel integriert werden, um einen schnellen Stresstest zu Hause zu ermöglichen.

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.metro-u.ac.jp

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