Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Feinere Analyseverfahren verbessern Frühdiagnostik bei Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

28.09.2009
Unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT entwickeln fünf Fraunhofer-Institute eine mikrofluidische Diagnostikplattform (IMIKRID) zur Früherkennung von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie zur Messung von Laktatwerten im Körperschweiß zur Prävention von Infarkten.

Möglich wird dies durch ein neues Nachweisverfahren, das Markerkonzentrationen im Einzelmolekülbereich misst. Fraunhofer FIT präsentiert das System vom 6.-8. Oktober 2009 auf der Biotechnica in Hannover. Halle 9, D30.

Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland immer noch Todesursache Nummer 1. Diese lassen sich jedoch mit guten Erfolgsaussichten behandeln, wenn sie im Frühstadium erkannt werden. Durch die Entwicklung einer verbesserten Frühdiagnostik auf der Basis molekularer Marker, die in geringsten Konzentrationen im Blutserum vorhanden sind, könnten die Heilungschancen und die Lebensqualität betroffener Patienten erheblich gesteigert werden. Im BMBF geförderten Projekt IMIKRID entwickeln unter der Leitung von Fraunhofer FIT fünf Fraunhofer-Institute eine entsprechende Technologieplattform: ein einzelmolekülempfindliches Multisensorsystem, das einen simultanen Nachweis relevanter kardiologischer Marker erlaubt und darüber hinaus eine portable Präventivdiagnostik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermöglicht.

"Derzeit klinisch eingesetzte Antigenbindungstests sind noch zu unempfindlich", so Dr. Harald Mathis vom Fraunhofer FIT, der das Projekt koordiniert. "Möglich wird dies erst durch unser neues Nachweisverfahren, das Markerkonzentrationen im Einzelmolekülbereich bestimmen kann. Kern der Diagnostikplattform ist ein Mikrofluidik-Chip mit Mikrokanälen."

Auf dem Siliziumchip befinden sich in den Mikrokanälen vier unabhängige einzelmolekülsensitive Biosensoren, die auf technologisch unterschiedlichen Sensorverfahren beruhen. Das ganze System ist nur wenige Zentimeter groß und damit etwa zehnmal kleiner als bisherige Analysewerkzeuge. Durch die Miniaturisierung wird der Routineeinsatz als portables Diagnosesystem in Arztpraxen, Rettungswagen, am Patientenbett oder in Form von portablen Geräten am Patienten erstmalig realisierbar.

Zentrale Anwendungsgebiete sind die kardiologische Präventivdiagnostik, um Herz-/Kreislauferkrankungen rechtzeitig und zuverlässig zu erkennen oder zu beobachten, und die onkologische Frühdiagnostik, die mit dem System bereits in einem sehr frühen, präsymptomatischen Stadium erfolgen kann. Drittes Einsatzgebiet ist die Laktatwertüberwachung durch Körperschweißanalyse, sowohl im Bereich Infarktprävention als auch zur Fitnesskontrolle im Leistungs- oder Breitensport. Ein handliches Diagnosegerät auf Basis der IMIKRID-Technologie kann hier aufwendige Labormethoden ersetzten und die Analysezeit auf wenige Minuten verkürzen.

Die Abteilung für Biomolekulare Optische Systeme - BioMOS des Fraunhofer FIT präsentiert die Ergebnisse des BMBF-Forschungsprojekts Integrierte mikrofluidische Diagnostiksysteme - IMIKRID vom 6.-8. Oktober 2009 auf der Biotechnica in Hannover. Halle 9, D30.

Kontakt:
Alex Deeg
alex.deeg@fit.fraunhofer.de
Telefon +49 2241 14-2208

Alex Deeg | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften