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Dieses Zentralinstitut für Wissenschaftliches Rechnen hat im Januar im neuen Dekanatsgebäude der Technischen Fakultät in der Martensstraße in Erlangen seine Räume bezogen. Hier werden künftig Mitarbeiter verschiedener Lehrstühle und Institutionen gemeinsam an komplexen Simulationsaufgaben arbeiten.
Geschäftsführer des ZISC ist der 31 Jahre alte Informatiker Dr. Klaus Iglberger.
Die Notwendigkeit, ein derartiges Kompetenzzentrum ins Leben zu rufen, begründet Dr. Iglberger mit der enormen Leistungssteigerung von Computern um den Faktor Eintausend innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Als Folge dieser Leistungssteigerung nutze beispielweise die Automobilindustrie heutzutage vermehrt die Möglichkeiten der virtuellen Simulation, um die Anzahl nötiger Crash-Tests zu minimieren. Möglich seien, so der Wissenschaftler, nun auch komplexe virtuelle Experimente in der Astronomie. Diese rasante Entwicklung hat sich laut Dr. Iglberger auch gravierend auf die Arbeit der Wissenschaftler ausgewirkt, die im Bereich der numerischen Simulation, das heißt der mathematisch fundierten, computergestützten Simulation, forschen.
„War es noch vor einigen Jahren möglich, innerhalb einer Forschungsgruppe Simulationsaufgaben zu bewältigen, so bedarf es heutzutage immer mehr der Kooperation zwischen mehreren Forschungsgruppen aus unterschiedlichen Fachbereichen, um die aktuellen Probleme zu lösen“, erklärt der neue ZISC-Geschäftsführer.
Nach Aussage von Klaus Iglberger besteht die Aufgabe des ZISC darin, die vielfach verstreuten Forschungsaktivitäten der Universität im Bereich der Simulation fakultäts- und departmentübergreifend in einem Kompetenzzentrum zu bündeln. Ziel des Zentralinstituts sei ferner, eine Kooperationsplattform zu schaffen, die viele bereits existierende Forschungsschwerpunkte der FAU stärkt. Darüber hinaus gelte es, neue Forschungsprojekte anzustoßen.
Einen weiteren Schwerpunkt legt das ZISC auf die fachübergreifende Doktorandenausbildung auf den Gebieten der Simulationstechniken und des Technologietransfers zwischen der Universität und der regionalen Industrie. Dr. Iglberger zielt darauf, dass das neu gegründete Zentralinstitut gerade für die Industrie und die Wirtschaft, also alle regionalen Unternehmen, die mit Simulationstechniken arbeiten, eine kompetente Anlaufstelle wird.
Die Universität fördert das Projekt mit 10.000 Euro im Jahr, die für operative Kosten anfallen. Darüber hinaus stellt die FAU als Anschubfinanzierung auf drei Jahre befristet eine Geschäftsführerstelle sowie eine halbe Sekretariatsstelle zur Verfügung. Nach einer Anlaufzeit soll das ZISC laut Iglberger selbstständig Projekte einwerben. Die Aufgabe, diese Projekte zu bestimmen, obliegt der kollegialen Leitung des ZISC, die aus acht Experten aus dem Bereich der numerischen Simulation besteht.
Dies sind der Sprecher des ZISC, Prof. Dr. Ulrich Rüde aus dem Departement für Informatik, Prof. Dr. Peter Knabner und Prof. Dr. Günter Leugering aus dem Departement für Mathematik, Prof. Dr. Andreas Görling (Lehrstuhl für Theoretische Chemie), Prof. Dr. Tim Clark (Computer-Chemie-Centrum), Prof. Dr. Antonio Delgado (Lehrstuhl für Strömungsmechanik; Mitglied im Cluster of Excellence Engineering of Advanced Materials), Dr. Klaus Mecke (Lehrstuhl für Theoretische Physik; Mitglied im Cluster of Excellence Engineering of Advanced Materials) und Prof. Dr. Gerhard Wellein vom Erlanger Rechenzentrum.
Geschäftsführer Iglberger gibt sich optimistisch, dass das Kompetenzzentrum für numerische Simulation nach drei Jahren auf eigenen finanziellen Füßen stehen kann. „Das Interesse war bereits im Vorfeld der Gründung riesig“, sagt Dr. Klaus Iglberger. So hätten bereits mehr als 40 Professoren aus vier Fakultäten ihr Interesse an einer Mitarbeit im ZISC angekündigt. Das erste Projekt ist auch bereits am laufen. Es befasst sich mit dem Thema skalierbarer, effizienter Lattice-Boltzmann-Simulationen für komplexe Strömungsmechanik.
Weitere Information für die Medien:
Dr. Klaus Iglberger
Tel.: 09131/85-28687
klaus.iglberger@zisc.uni-erlangen.de
Pascale Anja Dannenberg | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-erlangen.de
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