Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens     3M    n-tv
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Europas Königin der Rechner: Jülicher Superrechner JUQUEEN knackt die 5 Petaflops

12.11.2012
Der neue Jülicher Höchstleistungsrechner JUQUEEN belegt den 5. Platz auf der heute veröffentlichten TOP500, der Liste der schnellsten Superrechner der Welt.

Anzeige


Der neue Jülicher Spitzenrechner JUQUEEN.
Quelle: Forschungszentrum Jülich

Als erster Supercomputer Europas mit einer Rechenleistung von über 5 Petaflops – das entspricht 5 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde – eröffnet die Maschine neue Möglichkeiten für rechenintensive Großprojekte und ein noch breiteres Spektrum an Arbeitsgruppen.

"Mit JUQUEEN positioniert sich das Forschungszentrum Jülich einmal mehr als führender Standort für wissenschaftliche Berechnungen", betont Prof. Achim Bachem, Vorsitzender des Vorstands des Forschungszentrums Jülich, anlässlich des guten Abschneidens auf der TOP500. „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finden hier ideale Bedingungen vor, um aufwendige Klima- und Atmosphärensimulationen durchzuführen, umfangreiche Gehirn- oder Galaxienmodelle zu erstellen oder neue Materialien und Teilchen zu erforschen.“

Mit 442.368 Rechenkernen in 24 Racks erreicht das neue System derzeit eine maximale Rechenleistung von 5,033 Petaflops, was ungefähr der Leistung von 100.000 modernen PCs entspricht. Anfang 2013 ist eine weitere Aufstockung auf 28 Racks geplant. In JUQUEEN steckt ein BlueGene/Q-System von IBM. Superrechner dieses Typs gehören mit rund zwei Gigaflops pro Watt zu den energieeffizientesten Superrechnern der Welt. Im Vergleich zum Vorgänger JUGENE hat sich die Energieeffizienz um das Fünffache verbessert. Grund dafür ist unter anderem die direkte Wasserkühlung, bei der das Kühlwasser die Wärme direkt von den Prozessoren abführt.

Gerüstet für große Herausforderungen

"JUQUEEN zielt vorrangig auf die Lösung hochkomplexer wissenschaftlicher Fragestellungen ab", erläutert der Direktor des Jülich Supercomputing Centre, Prof. Thomas Lippert. Das System eignet sich insbesondere für Programme, die parallel auf einer sehr großen Anzahl von Rechenkernen laufen können. "Von der gesteigerten Rechenleistung profitieren Projekte aus verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten wie den Neurowissenschaften, der computergestützten Biologie und der Energie- und Klimaforschung. Sie erlaubt komplizierte Berechnungen im Bereich der Quantenphysik, die bisher nicht durchführbar waren", so Prof. Thomas Lippert.

"JUQUEEN ist ein leuchtendes Beispiel für eine Implementierung der IBM POWER-Architektur im Hinblick auf die erreichte Leistung und Energieeffizienz," sagt Melanie Fuchs, HPC Manager, IBM Deutschland. "Supercomputer dieser Klasse bieten mehr Möglichkeit denn je, neue intelligentere Lösungen, beispielsweise in den Lebenswissenschaften, der Energieforschung und der Umweltforschung, zu entwickeln."

Jülicher Wissenschaftler hatten im Rahmen des Exascale Innovation Center (EIC), einem Gemeinschaftsprojekt von IBM und dem Forschungszentrum Jülich, frühzeitig Zugang zur BlueGene/Q-Architektur und konnten ihre Anwendungen vorab auf einem Prototyp anpassen. Auf JUQUEEN liefen bereits umfangreiche Berechnungen aus dem Bereich der Elementarteilchenphysik und zu Phasenübergängen in Datenspeicher-Materialien. Darüber hinaus nutzen Jülicher Hirnforscher das neue System, um darauf die Aktivität in Hirnstrukturen zu simulieren. JUQUEEN verspricht außerdem neue Möglichkeiten für das Human Brain Project, dessen Hauptziel die Simulation des menschlichen Gehirns ist. Das Projekt ist eines von sechs Vorhaben, die sich derzeit in der Endauswahl des europäischen FET-Flagship-Programms um Fördergelder von bis zu einer Milliarde Euro bewerben.

Ganz im Dienst der Wissenschaft

JUQUEEN wurde zu gleichen Teilen aus Bundes- und Landesmitteln finanziert und wird vom Forschungszentrum Jülich im Forschungsprogramm Supercomputing der Helmholtz-Gemeinschaft betrieben. Der neue Jülicher Spitzenrechner steht Wissenschaftlern aus Deutschland und ganz Europa offen. Zwei Drittel der Rechenzeit werden über zwei Supercomputing-Verbünde vergeben: über das Gauss Centre for Supercomputing (GCS), einem Zusammenschluss der drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren in Jülich, Garching und Stuttgart, und über die europäische Forschungsinfrastruktur PRACE. Ein weiteres Drittel steht Nutzern des Forschungszentrums Jülich und der Jülich-Aachen Research Alliance (JARA) zur Verfügung.

Weitere Informationen:

- TOP500-Liste
http://www.top500.org/lists/2012/11/

- Technische Informationen zu JUQUEEN
http://www.fz-juelich.de/ias/jsc/EN/Expertise/Supercomputers/
JUQUEEN/JUQUEEN_node.html

- Jülich Supercomputing Centre
http://www.fz-juelich.de/ias/jsc/DE/Home/home_node.html

Pressekontakt:

Tobias Schlößer,
Tel. 02461 61-4771 / 0151 17446445,
t.schloesser@fz-juelich.de

Tobias Schlößer | Quelle: Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen: www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Wegweiser in der nationalen Raumfahrtstrategie: BMWi fördert DFKI-Flaggschiffprojekt mit 8 Mio. Euro
22.05.2013 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Architekturen für Smart Ecosystems
21.05.2013 | Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Alle Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optimiert packen, planen, produzieren – und Ressourcen effizient nutzen


Fraunhofer SCAI zeigt aktuelle Software und Dienstleistungen auf der Messe »transport logistic« in München.

Zur Messe »transport logistic« in München präsentiert das Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI seine Software-Lösungen und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Optimierung. Mit dabei ist die jüngste Version der Software PackAssistant, die weltweit von Unternehmen erfolgreich für die 3D-Verpackungsplanung eingesetzt wird.

PackAssistant berechnet die optimierte Befüllung von Behältern ...

Im Focus: Viren im Dienst der Gesundheit


Das an sich harmlose Enzym „Npro“ spielt beim Angriff des Schweinepest-Virus eine Hauptrolle. Gleichzeitig lässt sich das Enzym perfekt für neue Herstellverfahren von medizinischen Wirkstoffen einsetzen.

Die acib-Forschung hat seine Geheimnisse gelüftet und eröffnet damit nicht nur neue Möglichkeiten zum Bekämpfen des Virus, sondern auch für das Herstellen von Protein-Medikamenten – in Form eines "LKW im Mikrobereich".

Die von Viren übertragene Schweinepest gehört zu den gefährlichsten Tierseuchen weltweit und war bisher schwer kontrollierbar. Wie man aus ...

Im Focus: Gießtechnisch verbunden: Hybride CFK-Aluminium-Fügeverbindung für den Leichtbau


Leichtbau gilt als Schlüsseltechnologie. Wo immer es um geringes Gewicht geht und Massen bewegt werden müssen, sind sie gefragt: Faserverbundwerkstoffe. Doch nicht immer geht es ohne Metall.

Eine Methode, die besten Eigenschaften verschiedener Werkstoffe miteinander zu verbinden, ist die Hybrid-Bauweise. Sinnvolle Kombinationen unterschiedlicher Materialien sind zum Beispiel CFK und Aluminium.

Derzeit erfolgt das Verbinden dieser Komponenten über ein adhäsives oder mechanisches Fügen. Insbesondere im Hinblick auf gewichtsoptimierte, integrale Strukturen mit verbesserten mechanischen Eigenschaften sind jedoch neue Konstruktions- ...

Im Focus: Zweikampf in der Quantenwelt


Einen tiefen Einblick in das Wesen quantenmechanischer Phasenübergänge gewannen Innsbrucker Quantenphysiker um Rainer Blatt und Peter Zoller im Labor.

Sie haben als erste Forscher den Kampf gegensätzlicher Dynamiken an einem neuartigen Übergang zweier quantenmechanischer Ordnungen simuliert und berichten darüber in der Fachzeitschrift Nature Physics.

„Bringen wir Wasser zum Kochen, steigen Wassermoleküle als Dampf auf. Eine solche Änderung der physikalischen Ordnung von Materie nennen wir Phasenübergang“, erklärt Sebastian Diehl vom ...

Im Focus: Magnetische Fingerabdrücke von supraflüssigem
Helium-3


Supraleitungssensoren der PTB ermöglichen hochempfindliche Messungen der magnetischen Kernresonanz dünner Helium-3-Schichten - aktuelle Veröffentlichung in Science

Tieftemperatur-Spezialisten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) haben mit ihren SQUIDs dazu beigetragen, dass die magnetischen Momente von Atomen des seltenen Isotopes 3He (Helium-3) extrem empfindlich gemessen werden konnten. Mithilfe dieser Sensoren wurden hochempfindliche Kernresonanzspektrometer entwickelt, die jetzt tiefe Einblicke in den Zustand der Materie bei extrem tiefen Temperaturen lieferten.

Konkret sperrte ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Trockenheit bringt Borneos Bäume gleichzeitig zum Blühen

22.05.2013 | Biowissenschaften Chemie

Drought makes Borneo’s trees flower at the same time

22.05.2013 | Biowissenschaften Chemie

Badegewässer: 94 Prozent erfüllen Mindeststandards

22.05.2013 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Aktuelle Entwicklungen in der Molekularen Katalyse

22.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

7.000 Mediziner treffen sich im CCH-Congress Center Hamburg

22.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

Richtig. Wichtig. Lebenswichtig. - Tag der Organspende

22.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp