Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Europäisches Grid-Projekt „EGEE“ hinterlässt bleibendes Vermächtnis für die Zukunft

09.07.2010
Weltweit größte multidisziplinäre Grid-Infrastruktur wird innerhalb der Europäischen Grid-Initiative „EGI“ weitergeführt

Anzeige

Das von vielen internationalen Partnern gemeinsam mit dem Steinbuch Centre for Computing (SCC) initiierte Grid-Computing-Projekt „Enabling Grids for E-sciencE (EGEE)“ ermöglicht Wissenschaftlern in Forschung und Industrie den Zugang zu bedeutenden Rechnerressourcen unabhängig von ihrem geografischen Standort.


Von der EU finanziert, hat EGEE während seiner Laufzeit, die nun beendet ist, die größte multidisziplinäre Grid-Infrastruktur der Welt aufgebaut und betrieben. Diese Infrastruktur wird nun innerhalb der Europäischen Grid-Initiative „EGI“ weitergeführt.

Das Steinbuch Centre for Computing (SCC) war Konsortialführer aller deutschen Projektpartner und im EGEE Project Management Board Sprecher für alle neun deutschen und schweizerischen Partner.

Ende Juni erfolgte nun die erfolgreiche Abschluss-Begutachtung des Projekts durch die Europäische Kommission. John Martin, Vorsitzender der europäischen Begutachtungskommission, erklärte, EGEE sei ein außerordentlich erfolgreiches Vorzeigeprojekt gewesen, das eine hohe Sichtbarkeit und Bedeutung in Europa und darüber hinaus erlangt habe.

Am Ende der sechsjährigen Laufzeit unterstützt die von EGEE aufgebaute Grid-Infrastruktur international über 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihren Forschungsvorhaben. Von der Fusionsforschung über die Materialforschung bis hin zur Hochenergiephysik waren im EGEE-Projekt 15 wissenschaftliche Disziplinen vertreten.

Grids helfen Nutzern dabei, einen barrierefreien Zugriff auf europäische oder weltweit verteilte Rechen- und Speichereinrichtungen zu erhalten. Das EGEE-Grid nimmt hier eine global einmalige Stellung ein: Es hat die größte Grid-Infrastruktur in der Welt geschaffen, auf der inzwischen jeden Monat 15 Millionen Programme auf 240.000 CPU-Kernen, verteilt auf 315 angeschlossenen Rechenzentren in 52 Ländern, ausgeführt werden.

Das Grid Computing Centre Karlsruhe (GridKa), deutsches Tier-1 Zentrum am SCC, ist eines der 11 Herzen des EGEE-Grids. Mit mehr als 10.000 CPU-Kernen, über 8 Petabyte an Festplattenspeicher - dies entspricht einem Volumen von fast 2 Millionen DVDs - und mehr als 10 Petabyte an assoziiertem Bandspeicherplatz ist GridKa zudem eine der größten Installationen seiner Art. 2009 wurden hier Programme im Umfang von 42,8 Millionen CPU-Stunden, entsprechend einer Rechenzeit von 4.880 Jahren, ausgeführt.

Mit der Hilfe von GridKa und den anderen weltweiten Tier-Zentren des EGEE-Grids konnten Wissenschaftler so größere Projekte als bisher in kürzerer Zeit durchführen. Die entstandene Infrastruktur ist damit zur Lebensader für viele Forschungsbereiche geworden.

Professor Achim Streit, neu berufener Direktor des SCC, erklärt: "Eine der größten Herausforderungen des Grid-Computing liegt in der Schaffung tragfähiger kollaborativer Strukturen. EGEE hat hier Meilensteine gesetzt, von denen die deutsche und internationale Wissenschaftslandschaft für lange Zeit profitieren wird."

"Wir gratulieren EGEE zu seinem herausragenden Erfolg“, so Professor Wilfried Juling, geschäftsführender Direktor des SCC, „wir freuen uns darüber, mit GridKa und den angeschlossenen Tier-2 und Tier-3 Zentren an der Verwirklichung dieser Vision mitgewirkt zu haben und sehen es als unsere Mission an, auch die weitere Entwicklung zentral mitzugestalten."

Der nachhaltige Ausbau des EGEE-Grids und die Pflege der entstandenen Kollaborationen erfolgt nun innerhalb der neu gegründeten European Grid Initiative (EGI.eu) unter der Leitung von Dr. Steven Newhouse. EGI stützt sich dabei auf die nationalen Grid-Initiativen.

Die deutsche NGI-DE (National Grid Initiative Germany) wird von der Gauß-Allianz e.V. getragen. Die Konsortialführung für die zur NGI-DE zugehörige ‚Joint Research Unit’ liegt beim KIT und hier beim SCC.

Die Mission der Nachhaltigkeit unterstützt das SCC zudem lokal durch weitere Initiativen. So fließen aktuell die am GridKa gesammelten Erfahrungen mit großen Speicherinfrastrukturen in die Schaffung einer weltweit einmaligen Einrichtung - der Large Scale Data Facility (LSDF) - ein. Sie richtet sich insbesondere an Wissenschaftsbereiche mit Bedarf an effizientem Zugriff auf besonders große Datenbestände, so etwa die Morphologie und Biologie. Das SCC ist zusammen mit den IT-Größen Hewlett Packard, Intel und Yahoo auch Gründungsmitglied des OpenCirrus Cloud Testbed. Auch hier werden Techniken des verteilten Rechnens in kollaborativen Umgebungen erforscht.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Weiterer Kontakt:
Ursula Scheller
Steinbuch Centre for Computing
Tel.: +49 721 608 4865
Fax : +49 721 32550
E-Mail: ursula.scheller@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Garantierte Zuverlässigkeit für Embedded Software
09.02.2012 | Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK

nachricht Satellite telephony is unsafe: RUB scientists break security standards
08.02.2012 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler machen Eisen durchsichtig


Erstmals gezeigt, dass Atomkerne transparent werden

Einem Team von DESY-Wissenschaftlern um Dr. Ralf Röhlsberger gelang es an der hochbrillanten Synchrotronlichtquelle PETRA III, Atomkerne mit Hilfe von Röntgenlicht transparent zu machen. Sie entdeckten dabei gleichzeitig ein neues Prinzip, um einen optisch gesteuerten Schalter für Licht herzustellen, also Licht mit Licht zu beeinflussen, ein wichtiger Baustein auf dem ...

Im Focus: Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert


Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst

Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...

Im Focus: Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber


Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.

Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.

Das System ...

Im Focus: VLT liefert detailreichstes Infrarotbild des Carinanebels


Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.

Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.

Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...

Im Focus: Automatisch Lücken im Funkspektrum erkennen


Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.

Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?

09.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung

09.02.2012 | Studien Analysen

Ocean warming causes elephant seals to dive deeper

09.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

7. Mannheimer Arbeitsrechtstag am 14. März mit Experten aus Theorie und Praxis

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

International Forum on Terahertz Spectroscopy and Imaging

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp