Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Erfolgsgeschichte der Apps hat gerade erst begonnen

18.11.2011
Intelligente Dienstprogramme für die Wettervorhersage, für Nachrichten, zum Spielen oder Navigieren werden massenhaft von Konsumenten auf Smartphones und Tablets geladen und eingesetzt.

In den vergangenen zwei Jahren ist mit der App-Economy ein Markt entstanden, dessen Umsätze für das Jahr 2012 auf vier Mrd. US Dollar geschätzt werden. Die Nutzung von Business-Apps mit Einbindung in Unternehmensanwendungen und Geschäftsprozesse befindet sich hingegen noch in den Kinderschuhen. Der Münchner Kreis hat nun gezeigt, dass kleine Softwareprogramme auch für mobile Geschäftsprozesse vieler Anwenderbranchen und damit für Deutschland als Industriestandort von entscheidender Bedeutung sein können.

Rund 200 Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft haben auf Einladung des Münchner Kreises die Zukunftsperspektiven für die Entwicklung, Vermarktung und Nutzung von so genannten Apps diskutiert. Apps sind Softwareprogramme, die auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets ausgeführt werden können. „Erfolgreiche Apps sind in der Regel auf wesentliche Funktionen reduziert und äußerst intuitiv und schnell zu bedienen. Sie sind auch nicht auf lokale Daten im Gerät limitiert“, sagte Prof. Claudia Linnhoff-Popien von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Aktuell lässt sich eine große und rasant steigende Verbreitung mobiler Apps vor allem bei Konsumenten beobachten, sei es zur Unterhaltung, Kommunikation oder als Helfer für fast jede Lebenslage.

Wurden nach einer Studie des Analystenhauses Gartner im Jahr 2010 schon acht Milliarden Apps geladen, so steht der eigentliche Boom noch bevor: bis Ende 2014 sollen 185 Milliarden App-Downloads erfolgen. Neben vielen kostenfreien gibt es heute hunderttausende Bezahl-Apps, für die Nutzer durchschnittlich 3,50 Euro ausgeben. „Die App-Economy hat damit von Beginn an ein Problem gelöst, das die Web Economy seit Jahren mit sich herum trägt: die Durchsetzung von Paid Content – also von bezahlten Inhalten“, sagte Prof. Michael Dowling vom Lehrstuhl für Innovations- und Technologiemanagement der Universität Regensburg.

Die Verbreitung von Apps, die in der Geschäftswelt eingesetzt werden, hinkt allerdings noch deutlich hinterher. Insbesondere Geschäftsvorgänge mit kurzer Interaktion, wie beispielsweise eine Reisegenehmigung oder geringfügige Änderungen in Dokumenten, wären mit ihrem Einsatz erheblich zu beschleunigen. Es existieren seit Jahren Insellösungen auf spezieller Hardware für Servicetechniker oder Paketboten. Aber die Verbreitung für andere - ebenfalls zunehmend mobile - Mitarbeiter in den Unternehmen lässt noch auf sich warten. Die Integration von Apps in die betrieblichen Kernsysteme mit Kunden-, Mitarbeiter oder Produktionsdaten findet erst zögerlich statt. Dabei sind mobile Geschäftsprozesse, intelligente Software und Kommunikationselemente in Industrien wie Maschinenbau, Automobil oder Anlagenbau von immer größerer Bedeutung.

Gerade etablierte Unternehmen treffen ihre Investitionsentscheidungen meist auf der Basis eindeutiger Quantifizierungen von Marktpotenzial und Renditeabschätzungen. „Bei disruptiven Innovationen, wie denen der App-Economy, agieren sie oft zunächst sehr zurückhaltend, fast gelähmt“, bemerkte Prof. Arnold Picot, Vorstandsvorsitzender des Münchner Kreises. „Selbst die klassische Medienbranche ist mit ihren Investitionen in die App Economy so verhalten, dass ihr immer wieder von innovativen Start-Ups die Butter vom Brot genommen wird“. So wundert es nicht, dass erfolgreiche, bereits existierende Business-Apps von unabhängigen - und meist kleinen - Softwarehäusern entwickelt und vertrieben werden. Die Anwendungen reichen hier von der Fahrtenbuch-Applikation über Word- und Excel-Editoren bis zur App zum Scannen von Dokumenten. „Es ist allerdings davon auszugehen, dass es noch große Wachstumsfelder in allen Industrien gibt. Social Media, Location-based Services und Augmented Reality sind nur einige Funktionen, die in der Zukunft Industrieprozesse beeinflussen, verändern oder sogar ersetzen werden“, resümierte Prof. Nikolaus Mohr, Managing Director der Accenture GmbH.

Über den Münchner Kreis:

Der Münchner Kreis ist eine gemeinnützige übernationale Vereinigung für Kommunikationsforschung. An der Nahtstelle von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien befasst er sich mit Fragen der Technologie, der Gesellschaft, der Ökonomie und der Regulierung im Bereich von Informations- und Kommunikationstechniken sowie der Medien. Er begleitet und fördert die Entwicklung der Informationsgesellschaft in verantwortungsvoller Weise, und wirkt an der Verbesserung der Rahmenbedingungen durch wissenschaftlich qualifizierte Beiträge und sachlichen Dialog konstruktiv mit. http://www.muenchner-kreis.de

Pressekontakt:

Till Breitung
Sky Communications
Wilhelmsaue 132
10715 Berlin
Tel: +49 (0)30-861 36 05
E-Mail: t.breitung@sky-communications.de

Till Breitung | idw
Weitere Informationen:
http://www.muenchner-kreis.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie