Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einsatz digitaler Produktgedächtnisse im Gesundheitsbereich

11.08.2010
Werden Arzneimittel unregelmäßig, falsch oder überhaupt nicht eingenommen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nicht beachtet, kann dies den Therapieerfolg gefährden und letztendlich der Gesundheit schaden. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz – DFKI zeigt, wie Blister (Durchdrückverpackungen) mit semantischem Produktgedächtnis Patienten bei der Einnahme von Medikamenten unterstützen.
Patientendaten sind geschützt: DerZugriff erfolgt über den Personalausweis.
Individuell konfigurierte Blister enthalten auf einem RFID-Chip verschlüsselt Informationen über die Zusammenstellung der Medikamente und die darin enthaltenen Wirkstoffe. Im Zusammenspiel mit den externen Produktgedächtnissen anderer Arznei- oder auch Lebensmittel erhalten Ärzte, Apotheker und Patienten Hinweise auf mögliche Wechselwirkungen und Kontraindikationen.

Auf diese Weise helfen semantische Produktgedächtnisse, die Kommunikation zwischen Patienten, Ärzten und Apothekern zu verbessern, denn sie schaffen mehr Sicherheit in der Medikation und tragen zur Verbesserung der Einnahmetreue bei.

Die sensiblen Patientendaten sind geschützt, da der Zugriff über den neuen Personalausweis erfolgt, mit dem der Patient eigene Daten bei Bedarf freigeben und auslesen kann. Bei unerlaubtem Auslesen wird der Zugriff gesperrt.

Das System basiert auf einem innovativen Rollen- und Berechtigungskonzept für unterschiedliche Nutzergruppen. Ein Apotheker kann beispielsweise Zugriffsrechte für Mitarbeiter freischalten, ein Arzt wiederum kann auch Fachinformationen abrufen, die für den Laien nicht einsehbar sind.

Derzeit befindet sich die Lösung im Rahmen der offenen Anwendertests des Bundesministeriums des Innern im Probebetrieb. Im Demonstrator konnte das DFKI jedoch bereits zeigen, welche zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten sich ergeben. So zeigt beispielsweise eine Einnahmehilfe Größen und Farben der einzunehmenden Tabletten graphisch an. Außerdem könnte man Beipackzettel elektronisch hinterlegen oder weitere Daten wie Inhaltsstoffe der Medikamente aus dem Internet hinzufügen.

Der Medikamentenblister mit Produktgedächtnis wird entwickelt im Technologieverbund SemProM (Semantic Product Memory), der von Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam getragen wird. SemProM hat zum Ziel, die nächste Generation von mobilen, eingebetteten und funkbasierten Elementen zu entwickeln. Im Sinne eines „Internet der Dinge“ werden diese in der Lage sein, alle Bestands- und Betriebsdaten eines Produkts zu erfassen und sie mit der Umgebung, den Nutzern und anderen Produkten auszutauschen. Die Projektpartner garantieren die internationale Technologieführerschaft und eine praxisrelevante Umsetzung und Standardisierung der Ergebnisse in Zielbranchen wie Handel, Logistik, Gesundheitswesen und Automobilbau.

Kontakt:
Reinhard Karger
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
Campus D3 2 66123 Saarbrücken
Telefon: 06 81/3 02-52 53
E-Mail: reinhard.karger@dfki.de

Helga Hansen | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.geniales-saarland.de
http://www.dfki.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft
21.07.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Affen aus dem Weltraum zählen? Neue Methoden helfen die Artenvielfalt zu erfassen
21.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten