Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

E-Mobilität als Datenschutzrisiko: Ladesäulengebrauch könnte Bewegungsprofil sichtbar machen

02.06.2014

Wer regelmäßig ein Elektroauto lädt, könnte eine Datenspur hinterlassen.

Bei jedem Ladevorgang wird gespeichert, wann und wo er stattgefunden hat und welcher Kunde zahlt – ein Datenschutzrisiko, sagt Tilman Frosch vom Lehrstuhl für Systemsicherheit der Ruhr-Universität Bochum. In „RUBIN“, dem Wissenschaftsmagazin der RUB, stellt er eine Lösung vor, die den Ladevorgang für die Nutzerinnern und Nutzer datenschutzfreundlich macht.


Beim Laden eines Elektroautos laufen Nutzer Gefahr, eine Datenspur zu hinterlassen. Quelle: RUBIN, Foto: Nelle

Das Ziel: die anonyme Ladesäule

Beim Laden eines Elektroautos weist sich der Nutzer an der Säule mit einer Chipkarte aus, er übermittelt somit persönliche Daten ins Abrechnungssystem. Wenn der Kunde nicht anonym ist und gleichzeitig bekannt ist, an welcher Säule er geladen hat, lässt sich auf Dauer aus diesen Informationen ein Bewegungsprofil erstellen. Ziel der RUB-Forscher ist es daher, den Standort der Ladesäule zu verschleiern, wenn die Abrechnungsdaten an den Stromanbieter gesendet werden. Diese Information kann jedoch nicht einfach weggelassen werden. Denn wenn ein Nutzer etwa seine Rechnung vor Gericht anficht, sind einige standortbezogene Daten, wie zum Beispiel die Zählernummer, notwendig, um den Streit zu klären.

Gruppensignaturen als Lösung für das Problem

Um zu gewährleisten, dass die Abrechnungsdaten, die die Ladesäule an den Stromanbieter übermittelt, echt sind, ist eine digitale Signatur erforderlich. Die IT-Sicherheitsforscher wollen dafür Gruppensignaturverfahren einsetzen. Dabei existiert eine Gruppe von berechtigten Absendern. Man kann jedoch nicht unterscheiden, welches Gruppenmitglied, also welche Ladesäule, die Signatur erstellt hat. Um Missbrauch aufklären zu können, existiert in vielen Gruppensignaturverfahren eine trusted third party, ein sogenannter Opener. Nur dieser Opener ist in der Lage, einen besonders geschützten Teil der Signatur zu öffnen. Dieser Teil enthält den Namen des tatsächlichen Gruppenmitglieds, also der Ladesäule, die eine bestimmte Signatur erstellt hat.

Datenschutz von Anfang an mitdenken

„Die Erfahrung zeigt, dass zu spät erkannte Probleme, wie die Datenspuren von Handynutzern, ihre Ursache oft tief im Design einer Technologie haben“, sagt Tilman Frosch. „Daher ist es wichtig, dass in neuen Technikfeldern, wie der Elektromobilität, Datenschutz und Datensicherheit von Anfang an Teil des Designs sind.“

Vollständiger „RUBIN“-Beitrag – Doktoranden als Wissenschaftsjournalisten auf Zeit

Doktorandinnen und Doktoranden der RUB haben das „RUBIN“-Redaktionsteam bei der aktuellen deutschen und englischen Ausgabe unterstützt. Tilman Frosch ist einer der drei Wissenschaftsjournalisten auf Zeit, der in der Graduiertenschule der Ruhr-Universität Bochum (RUB Research School) promoviert und sein Forschungsthema auf allgemein verständliche Weise im Wissenschaftsmagazin der RUB präsentiert. Der vollständige Beitrag findet sich online: http://rubin.rub.de/de/ich-weiss-wo-du-letzten-sommer-geladen-hast

Weitere Beiträge von RUB-Doktoranden in „RUBIN“

Wenn der Boden ins Fließen gerät – Kontinuumsmechanische Modelle helfen, Naturkatastrophen besser zu verstehen:
http://rubin.rub.de/de/wenn-der-boden-ins-fliessen-geraet

Medizinische Versorgung – Zwischen Behandlungsauftrag und Finanzierungsnöten:
http://rubin.rub.de/de/gesundheit-ohne-grenzen

Weitere Informationen

Tilman Frosch, Lehrstuhl für Systemsicherheit, Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-29363, E-Mail: tilman.frosch@rub.de

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement
21.08.2017 | ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Studie für Patienten mit Prostatakrebs: Einteilung in genomische Gruppen soll Therapie präzisieren

21.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz