Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drohne lässt sich nur durch Gedanken steuern

26.02.2015

Projekt "Brainflight": Erste erfolgreiche Demonstration in Lissabon

Das Technologieunternehmen Tekever http://tekever.com  hat in Lissabon erstmals die Funktionsweise einer neuartigen Drohne demonstriert, die sich rein durch die Gedanken im menschlichen Gehirn steuern lässt. Der unbemannte Flugkörper ist das Resultat eines ambitionierten internationalen Forschungsprojekts namens "Brainflight".


Drohne: im Testlauf per Gedanken steuern

Foto: flickr.com/Richard Unten

Einsatz in Flugzeugen

Das Vorhaben wird in Kooperation mit der portugiesischen Champalimaud Foundation http://fchampalimaud.org  , der holländischen Softwareschmiede Eagle Science http://eaglescience.nl  und der Technischen Universität München http://www.tum.de  umgesetzt. Ziel ist es, mit sogenannten "Brain-Machine-Interfaces" (BMI) längerfristig sogar die Steuerung von Linienflugzeugen zu ermöglichen.

"Die Organisationen, die am Brainflight-Projekt beteiligt sind, teilen die gemeinsame Überzeugung, dass sich Flugzeuge direkt über das menschliche Gehirn steuern lassen", erklärt Tekever-CEO Ricardo Mendes. Das Projekt sei zwar hochriskant, habe aber auch einen "enormen potenziellen Nutzen".
"Diese Technologie muss noch weiter reifen, zeigt aber schon jetzt, dass sie vielseitige längerfristige Auswirkungen haben kann. Wir sind wirklich davon überzeugt, dass sich mit Brainflight ein grundlegender Wandel im Luftverkehr abzeichnet, der Piloten völlig neue Möglichkeiten eröffnet und ihren Job deutlich ungefährlicher werden lässt", so Mendes.

Multidisziplinärer Ansatz

In seinem Kern basiert das Projekt auf einem multidisziplinären Ansatz, der Methoden der Luftfahrtsystemtechnik mit Erkenntnissen der neurowissenschaftlichen Forschung kombiniert. Bei der Demonstration in Lissabon wurden etwa vom Tekever-Team besonders leistungsfähige Elektroenzephalogramm-Systeme eingesetzt, um die Aktivität im Gehirn genau messen zu können.
Dies erfolgt in der Praxis über eine spezielle Haube, die der "Drohnen-Operator" aufgesetzt bekommt und mit der er die Flugbahn des Geräts alleine mit seinen Gedanken beeinflussen kann. "Im Grunde übernimmt die Elektrizität im Gehirn die Kontrolle über das Steuersystem der Drohne", erläutert das Unternehmen.

Erster erfolgreicher Test

Für die erste Präsentation ihrer Technologie haben sich die Tekever-Ingenieure eine Diamond DA42 als Testflugzeug auserwählt. Diese Propeller-Maschine wird von zwei Motoren angetrieben und bietet vier Personen Platz. "Die Demonstration hat gezeigt, dass der Einsatz von BMI-Systemen auf einem Simulator dieses Flugzeugs sehr gut funktioniert", so das Resümee.

Man habe das BMI aber auch bereits erfolgreich in die Steuersysteme für unbemannte Fluggefährte integriert und getestet. "Als nächstes werden wir einen Schritt weiter gehen und echte Flugtests mit unserer Technologie durchführen", kündigt Tekever an. Wie genau der Zeitplan für das Brainflight-Projekt aussieht und vor allem wann mit einem fertigen Produkt zu rechnen sein wird, bleibt aber noch unklar.

Markus Steiner | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften