Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drittstärkster Supercomputer nutzt nur Standard-Komponenten

20.11.2008
Markt profitiert von Energieeffizienz-Rennen bei Hochleistungsrechnern

Im aktuellen Top-500-Ranking der stärksten Supercomputer hat mit "Pleiades" am NASA Ames Research Center ein Rechner den Weg in die Top 3 gefunden, der nur Industriestandard-Komponenten nutzt. Damit beansprucht Hersteller Silicon Graphics (SGI) die Top-Platzierung unter jenen HPC-Systemen (High Performance Computing), die auch für Standardanwendungen in Industrie und Forschung zum Einsatz kommen.

Auch in der Energieeffizienz liegt das SGI-System mit 233 Megaflops (Mio. Gleitkomma-Operationen pro Sekunde) pro Watt an der Spitze unter den Standard-Rechnern. Gerade beim Stromverbrauch kann der normale Markt davon profitieren, dass im HPC-Segment intensiv an Effizienzsteigerungen gearbeitet wird.

"Die Verwendung von Standardkomponenten ist im HPC-Bereich heute die Regel", betont Julian Glaser, SGI Director of Sales Central Europe, gegenüber pressetext. An der Spitze des Supercomputer-Rankings liegt allerdings IBMs "Roadrunner", der sich doch noch gegen das zweitplatzierten Cray-Systems "Jaguar" (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=081112001) durchsetzen konnte. Bei beiden Petaflop-Rechnern handelt es sich allerdings um Spezialsysteme, die nicht handelsübliche Konfigurationen nutzen. Pleiades dagegen nutzt laut NASA 100 Blade-Cluster-Racks vom Typ "SGI Altix ICE" und damit insgesamt 12.800 Xeon-Quad-Core-Prozessoren von Intel, um es auf 487 Teraflops Rechenleistung zu bringen. "Somit hat SGI den schnellsten 'General-Purpose'-Rechner, der in dieser Form auch für Standardanwendungen in Industrie und Forschung eingesetzt wird", sagt Glaser.

Bei der Energieeffizienz, definiert als Rechenleistung im Verhältnis zum Stromverbrauch, erreicht der SGI-Altix-Rechner der NASA ebenfalls den Spitzenwert unter den Standard-Rechnern. Mit Roadrunner oder IBMs Supercomputer-Plattform "Blue Gene/P", die laut Top-500-Messung bis zu 372 Megaflops pro Watt ermöglicht, kann sie aber nicht ganz mithalten. "Spezialrechner wie die Blue Gene arbeiten mit sehr niedrigen Taktraten und verbrauchen damit weniger Strom", betont Glaser. Allerdings seien sie nur für spezielle HPC-Anwendungen geeignet. "Da im HPC-Bereich der Stromverbrauch einer der wesentlichen Kostenfaktoren ist, gehen alle Forschungsbemühungen in die Richtung, diesen Verbrauch zu minimieren", betont Glaser gegenüber pressetext. Von diesen Anstrengungen dürfte letztendlich auch der normale Markt wieder profitieren.

Ein weiteres beachtenswertes System in der aktuellen Fassung der Top-500-Liste ist das Dawning-5000A-System des Shanghai Supercomputer Center http://www.ssc.net.cn/en , das Rang zehn belegt. Damit ist es aktuell sowohl der stärkste Superrechner außerhalb der USA als auch das leistungsfähigste System, das mit einem Windows-Betriebssystem arbeitet. Insgesamt trifft das auf nur fünf der 500 Superrechner in der Liste zu. Klarer Spitzenreiter bei den Betriebssystemen ist Linux. 439 Rechner nutzen eine Variante des Open-Source-Systems. Darunter befinden sich das Top-System Roadrunner ebenso wie der stärkste Industriestandard-Rechner von SGI.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.top500.org
http://www.arc.nasa.gov
http://www.sgi.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie