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Mitarbeiter des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Linguistica Computazionale haben einen virtuellen Bibliothekar entwickelt. Mit Hilfe des "Pinakes Text" erübrigen sich das mühsame Durchblättern per Hand und lästiges Schlangestehen vor dem Fotokopierer.
Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des Rechnerprogramms Fondi e Archivi Digitali (FAD), das keine freie Verbindung zum Internet vorsieht. "Durch den neuen Onlinedienst können Wissenschaftler und Lehrer sich nunmehr kostenlos einen schnellen Zugang zu antiken Büchern und Dokumenten verschaffen", sagt der Institutsdirektor Andrea Bozzi.
"Unser erstes Projekt ist die Digitalisierung der Werke des italienischen Naturwissenschaftlers Galileo Galilei. Sie können im Web als Texte und Bilder in der staatlichen Ausgabeform der Edizione Nazionale 1890-1909 besucht werden."
Interaktionsmöglichkeiten gebe es viele. So könne anhand von Suchbegriffen recherchiert, Fotomaterial besichtigt, Anmerkungen gemacht oder die anderer Besucher kommentiert werden. "Als Arbeitsinstrument ist Pinakes Text für Laien als auch für Fachleute gleichermaßen geeignet", so der italienische Wissenschaftler weiter. "Insbesondere gilt dies für Dokumente, die eine sprachwissenschaftliche Herangehensweise erfordern." Experimente der computationalen Philologie hat Bozzi bereits an auf Tonscherben (Ostraka) aufgetragenen mittelalterlichen Schriften und griechischen Papyrus-Texten durchgeführt.
Pinakes Text ist in enger Zusammenarbeit mit der Technologiestiftung Fondazione Riconoscimento Digitale und dem Istituto e Museo di Storia della Scienza in Florenz entstanden. Als nächstes Anwendungsfeld ist die Erfassung der kuneiformen Schrifttafeln im Kunstmuseum von Bagdad geplant. Das System soll im Laufe dieses Jahres während der Galileo-Feierlichkeiten offiziell vorgestellt werden.
Harald Jung | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.ilc.cnr.it
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