Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFKI und Univention entwickeln Sicherheitstechnologie für Fremdapplikationen in Unternehmen

26.05.2015

Mit der wachsenden Abhängigkeit von IT-Lösungen wird die Sicherheit der IT-Infrastruktur zu einer existentiellen Frage für Unternehmen. Deshalb entwickeln die Mitarbeiter des Forschungsbereichs Cyber-Physical Systems des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Entwickler des Softwareherstellers Univention im Rahmen des Projektes „Safer Apps“ eine auf Virtualisierungstechniken basierende Sicherheitsinfrastruktur. Diese soll es Unternehmen erlauben, auf ihrer bestehenden IT-Infrastruktur sowie auch in der Cloud, Applikationen von Drittherstellern sicher zu installieren und zu betreiben - ohne dass diese die bereits vorhandene IT-Umgebung stören können.

Hintergrund des Anfang April gestarteten Forschungsprojekts ist das konkrete, in der Praxis oft anzutreffende Szenario eines Unternehmens, das seine vorhandene IT-Infrastruktur um Drittlösungen wie beispielsweise Groupware- oder Warenwirtschafts-Systeme erweitern möchte. Wie stellt es dabei jedoch sicher, dass die neuen Drittapplikationen keine unauflösbaren Abhängigkeiten oder gar Schadsoftware mitbringen, die die laufende IT-Infrastruktur gefährden?

Um dieses Problem zu lösen, wird die DFKI-Univention-Projektgruppe im ersten Schritt nach Möglichkeiten suchen, wie IT-Verantwortliche möglichst einfach ihre Sicherheitsinteressen formulieren können, und darauf aufbauend entsprechende Techniken entwickeln, die dabei helfen sollen, die Konsequenzen dieser Entscheidungen für die Sicherheit der gesamten IT-Umgebung jederzeit zu überschauen und gegebenenfalls nachzujustieren.

In einem zweiten Schritt werden verschiedene Sicherheitsmechanismen, wie zum Beispiel Virtualisierungstechniken wie Docker oder Zugriffskontrollmechanismen wie SELinux, miteinander kombiniert, um die von IT-Verantwortlichen vorgegebenen Sicherheitsinteressen konsequent durchsetzen zu können.

Als Ergebnis möchte das Projektteam dann den Prototypen eines solchen Sicherheitsmoduls in Univention Corporate Server (UCS) präsentieren, das den „gefahrlosen“ Betrieb von Fremdapplikationen auf UCS als Betriebssystemplattform erlaubt. Das Serverbetriebssystem UCS mit seinem mächtigen Infrastruktur- und Identity-Managementsystem erlaubt es Nichtexperten schon heute, eine IT-Infrastruktur in einfacher Art und Weise auf ihr Unternehmen zuzuschneiden.

Über das in UCS integrierte App Center lassen sich aktuell rund 70 Applikationen mit wenigen Mausklicks installieren, die zum Großteil von Drittherstellern für UCS paketiert sind. Um zukünftig das App Center weiter für Softwareprovider zu öffnen, soll es möglich werden, Drittanwendungen „abgekapselt“ von der bestehenden IT-Umgebung bereitzustellen. Eventuelle Abhängigkeiten von der Betriebssystemplattform oder unerwünschte Interaktionen der Apps untereinander sollen so vermieden werden.

Die zu entwickelnde Spezifikationssprache, durch die Sicherheitsanforderungen formalisiert beschrieben und umgesetzt werden können, soll mit dem noch zu entwickelnden Sicherheitsmodul in UCS kombiniert werden. Dadurch wird es ermöglicht, Applikationen von Drittherstellern hinreichend sicher und gegeneinander abgeschottet in vorhandenen IT-Umgebungen lokal oder in der Cloud zu betreiben. Langfristig sollen die so gekapselten Applikationen in einer Shop Plattform, ähnlich dem Google-Play-Store, für den Einsatz mit UCS käuflich erwerblich sein.

Weiterführende Informationen:
http://www.univention.de
http://www.dfki.de/cps

DFKI-Projektkontakt:
Prof. Dr. Dieter Hutter
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) – Cyber-Physical Systems
Enrique-Schmidt-Str. 5
28359 Bremen
Tel.: +49 (0)421 218-64277
E-Mail: Dieter.Hutter@dfki.de

Presse-Kontakt Univention GmbH:
Silvia Frank
Mary-Somerville-Straße 1
28359 Bremen
Tel: +49 (0)421/22232-81
Email: frank@univention.de

Pressekontakt zu PR-Agentur „punktgenau PR“:
Christiane Schlayer
Tel.: +49 (0)911 9644332
Mobil: +49 (0)179 5053522
Email: christiane.schlayer@punktgenau-pr.de
www.punktgenau-pr.de

Über das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) und den Forschungsbereich Cyber Physical Systems
Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) mit Sitz in Kaiserslautern, Saarbrücken und Bremen (mit Außenstelle Osnabrück) sowie einem Projektbüro in Berlin hat sich seit der Gründung 1988 zum weltweit größten Forschungszentrum auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz entwickelt. Der Forschungsbereich Cyber-Physical Systems des DFKI am Standort Bremen beschäftigt sich mit dem technischen Entwurf von intelligenten, vernetzten Systemen. Im Fokus der von Prof. Dr. Rolf Drechsler geleiteten Forschung und Entwicklung stehen die Sicherheit und korrekte Funktion dieser immer komplexer werdenden Systeme, die beispielsweise in Smartphones, Autos und Flugzeugen zum Einsatz kommen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten dabei eng mit der Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur der Universität Bremen zusammen.

Über Univention
Univention ist führender Anbieter von Open Source-Produkten für den Betrieb und das Management von IT-Infrastruktur. Kernprodukt ist Univention Corporate Server (UCS), eine flexible, wirtschaftliche und erfolgreiche Alternative zu Serverlösungen von Microsoft. UCS enthält umfassende Active Directory-Funktionen und ein App Center, über das sich Enterprise-Anwendungen integrieren und betreiben lassen. UCS ermöglicht webbasiertes IT-Management und lässt sich in Organisationen jeder Größe einsetzen. Das Produkt kann als klassische Serverlösung, in der Cloud oder für hybride IT-Umgebungen genutzt werden. Es lässt sich als Bestandteil vorhandener Microsoft-Infrastrukturen betreiben und unterstützt die einfache Ablösung von Microsoft Windows-Domänen. UCS bildet auch die technische Basis der Open Cloud Alliance, einem Zusammenschluss namhafter Hard- und Softwarehersteller, die gemeinsam mit einer ständig wachsenden Zahl von Cloud Service Providern ein offenes, standardisiertes und sicheres Cloud-Angebot schaffen möchten.

Andrea Fink | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie