Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Daten entschlüsseln leicht gemacht?

10.03.2014

Schüler-Krypto 2014 macht neugierig auf moderne Verschlüsselungs-Verfahren. Um sich in geheimer Mission à la Bond mit modernen Verfahren der Verschlüsselung zu beschäftigen, kamen am 6. und 7. März wieder über hundert Schüler im Bonner B-IT zusammen.

Schon seit 2006 veranstaltet Michael Nüsken, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bonn-Aachen International Center for Information Technology (B-IT), die sogenannte ‚Schüler-Krypto‘, um Schüler für die Informatik zu begeistern.


Martin Lambertz mit den Schülern

Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Bonner Informatik, dem Haussdorff Center und nicht zuletzt vom Fraunhofer-Institut FKIE, das im Bereich der anwendungsorientierten IT-Sicherheit eine herausragende Stellung einnimmt.

Früher wie heute ist Kryptographie bis in den Alltag hinein omnipräsent, wie der einführende Vortrag von Nüsken deutlich machte. Anschließend ging es über zum praktischen Teil der Veranstaltung. Spielerisch lösten die Schüler am Computer knifflige Aufgaben und konnten in kleinen Gruppen einen ersten Einblick in das asymmetrische kryptographische Verfahren RSA gewinnen.

James Bond ein Stück näher kommen konnten die Schüler, als es hieß, mit Freunden verschlüsselte Mitteilungen auszutauschen. Moneypenny hatte dazu auf der Website einen Schlüssel hinterlegt. Bei der Suche behilflich waren die freiwilligen Mentoren, unter ihnen auch Martin Lambertz, Informatiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fraunhofer FKIE, die die Gäste durch den Tag begleiteten.

In diesem Jahr ist die Thematik der Schüler-Krypto besonders brisant, da die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, wie heikel der Umgang mit vertraulichen Daten ist. ‚Wie sicher sind meine Daten?‘ ‚Was lässt sich überhaupt knacken?‘ ‚Und wie kann ich mich davor schützen?‘ – sind aktuelle Fragen, die auch die Schüler-Krypto nicht ausspart. „Harte Kryptographie brechen kann niemand“, lautet die beruhigende Antwort von Nüsken, der Kryptographie gern mit einem sicheren Schloss in der Haustür vergleicht. Bessere Haustüren lassen sich zwar bauen, doch kommen die meisten Einbrecher durch die Seitentür. Was nützt überdies das beste Schloss, wenn es falsch eingebaut ist? Anders gefragt: Was kann sichere Verschlüsselung ausrichten, wenn das Password als zugehöriger Schlüssel so unsicher gewählt wird wie das vermeintlich sichere Versteck für Geld oder Schmuck in der Schublade? Dort, wo versierte Einbrecher zuerst nachschauen?

„Wir brauchen beides − beweisbar sichere Krypto-Algorithmen und sichere Umsetzung in der praktischen Implementierung und Nutzung“, erläutert Prof. Peter Martini, Institutsleiter des Fraunhofer FKIE und Leiter des Instituts für Informatik 4 der Universität Bonn. „Und weil dies so ist“, fährt er fort, „bauen die Universität Bonn und das Fraunhofer FKIE derzeit gemeinsam das Kompetenzzentrum ‚Usable Security and Privacy‘ auf. Schüler, die ihre Praktika bei uns absolvieren möchten, sind uns ebenso herzlich willkommen wie Studierende der Bonner Informatik mit Interesse an praxisorientierter Arbeit.“

Wer sich beruflich in diese Richtung spezialisiert, wird sich erst später zeigen. Die Schüler-Krypto 2014 zeigte vor allem eines: Krypto macht Spaß!

Weitere Informationen:

http://net.cs.uni-bonn.de
http://www.bit.uni-bonn.de/
https://cosec.bit.uni-bonn.de/students/events/14sky/

Herrad Schmidt | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops