Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Multitalent unter den Supercomputern

16.11.2015

Forschungszentrum Jülich nimmt neuen Superrechner JURECA in Betrieb

„Heureka!“ soll Archimedes gerufen haben, nachdem er in der Badewanne eine weltbewegende Entdeckung gemacht hatte. Daran erinnert der neue Superrechner namens JURECA, den das Forschungszentrum Jülich zusammen mit dem russischen Hersteller T-Platforms und der Software-Firma ParTec entwickelt hat.


Supercomputer JURECA

Copyright: Forschungszentrum Jülich

Mit der gewaltigen Rechenleistung von 2,2 Billiarden Operationen pro Sekunde soll er Forschern aus ganz Deutschland zahlreiche Heureka-Momente bescheren, die mithilfe von JURECA komplexe Fragen in vielfältigen Wissensgebieten untersuchen.

Anfang November hat das Forschungszentrum Jülich den Supercomputer in Betrieb genommen, der zur derzeit höchsten Leistungsklasse, der Petaflop-Klasse gehört. Der Name JURECA steht für “Jülich Research on Exascale Cluster Architectures“.

Das System ist ein echtes Multitalent. Die Einsatzgebiete reichen von den Lebens- und Erdsystem-Wissenschaften über die Informationstechnologie und die Materialforschung bis hin zur Medizin, wo der Rechner etwa für die Suche und Erprobung neuer Wirkstoffe genutzt wird. Eine ganz wesentliche Aufgabe ist die Analyse großer Datenmengen bei der Erforschung des Gehirns; auch in vielen anderen Forschungsgebieten wird Big Data eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

„JURECA ist kein Rechner von der Stange. Das Besondere daran ist, dass unsere Experten des Jülich Supercomputing Centre (JSC) das System zusammen mit T-Platforms aus Moskau und ParTec aus München im sogenannten Co-Design-Verfahren entworfen und dabei speziell auf die Anforderungen aus der Wissenschaft zugeschnitten haben“, sagt JSC-Direktor Prof. Thomas Lippert.

„Weltweit einzigartig ist auch, dass wir das System im laufenden Betrieb zusammen mit den Firmen weiterentwickeln werden und wir somit die Grundlage für die nächste Generation von Supercomputern der Exascale-Klasse legen können – wir nennen das unser ‚Phönix-Prinzip’.“

„JURECA verbraucht im Vergleich zum Vorgänger JUROPA ein Drittel weniger Strom, wobei die Rechenleistung gleichzeitig um das Zehnfache gestiegen ist“, erläutert Dr. Dorian Krause, der die Installation am JSC betreut. Damit steht das System jetzt auf Platz 49 der TOP500-Liste der schnellsten Rechner der Welt. „Aber wichtiger als Rekorde zu brechen ist uns, dass die Nutzer ihre Programmcodes schnell und produktiv zum Laufen bringen und durch weitere Optimierungen größere Teile der Maschine nutzen“, so Krause.

Als sogenannter Cluster-Rechner besteht JURECA aus rund 1900 Einzelrechnern, die über ein Infiniband-Hochgeschwindigkeitsnetzwerk von Mellanox miteinander verbunden sind. Die Hardware findet in 34 wassergekühlten Schränken in der Rechnerhalle des Jülich Supercomputing Centre (JSC) Platz. Für besonders speicher- und rechenintensive Simulationsrechnungen kann auf Zusatzausrüstung zurückgegriffen werden: etwa auf spezielle Knoten, die zur Beschleunigung der Rechengeschwindigkeit mit NVIDIAs K80-Beschleunigerkarten ausgestattet sind.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass JURECA bereits zwei Wochen nach Abschluss der Installation den allgemeinen Nutzerbetrieb aufnehmen konnte“, erklärt Vsevolod Opanasenko, CEO von T-Platforms. Das Unternehmen hatte den Aufbau von JURECA im offenen Auswahlverfahren gewonnen. „Mit JURECA zeigen wir, dass T-Platforms in der Liga der weltweit stärksten Superrechnerfirmen weit vorne mitspielt“, so Opanasenko.

Den Erfolg verdankt JURECA auch der Kooperation mit den Münchener Experten von ParTec. „Unsere Software ParaStation ist sozusagen die Seele von JURECA“, sagt Hugo Falter, COO von ParTec, „die durch Monitoring-Software, den eingebauten Health-Checker, den stabilen Betrieb sicherstellt.“

JURECA steht grundsätzlich jedem fachlich entsprechend ausgewiesenen Wissenschaftler offen. Die Anträge auf Rechenzeit werden von unabhängigen internationalen Gutachtern ausgewertet, die den Standards der Deutschen Forschungsgemeinschaft folgen. Die Leitung der Vergabe haben das John von Neumann-Institut für Computing sowie die Jülich Aachen Research Alliance JARA, eine Kooperation des Forschungszentrums mit der RWTH Aachen im Rahmen der deutschen Exzellenzinitiative.

Weitere Informationen

Neu erschienen zur Supercomputing-Konferenz SC15 (15. – 20. November 2015 in Austin, USA) - Exascale Newsletter (Nr. 03/2015, Deutsch und Englisch):
Web-App für Desktop-PCs und mobile Endgeräte: http://www.exascale-news.de/

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Dr. Thomas Lippert, Direktor des Jülich Supercomputing Centre (JSC)
Tel. +49 2461 61-6402
th.lippert@fz-juelich.de

Dr. Dorian Krause, Jülich Supercomputing Centre (JSC)
Tel. +49 2461 61-3631
d.krause@fz-juelich.de

Pressekontakt:
Tobias Schlößer, Unternehmenskommunikation
Tel. +49 2461 61-4771
t.schloesser@fz-juelich.de

Weitere Informationen:

http://www.fz-juelich.de/jsc
http://www.fz-juelich.de/ias/jsc/jureca
http://www.john-von-neumann-institut.de
http://www.top500.org
http://www.fz-juelich.de/portal/DE/Presse/Publikationen/exascale-newsletter/_nod...

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Electro mobility in Northwestern Germany - Austausch über Erfahrungen und Perspektiven für

27.02.2017 | Seminare Workshops

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neurobiologie - Vorausschauend teilen

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie