Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computer lernt Brettspiele beim Zusehen

11.07.2012
Verschiedene Logiksysteme kombinieren beste Gewinnstrategie

Lukasz Kaiser, Student an der Université Paris Diderot, hat ein Computersystem entwickelt, das Brettspiele durch die Beobachtung von Partien erlernen kann. Dazu kommen verschiedene Logiksysteme und eine künstliche Intelligenz zum Einsatz. Bei einigen Spielen konnte der selbstlernende Rechner bereits über menschliche Gegner triumphieren.


Vier Gewinnt: Computer lernt Regeln beim Zusehen (Foto: pixelio.de/S. Fries)

Auf einem Rechner mit Singlecore-CPU und lediglich vier Gigabyte Arbeitsspeicher hat Kaiser die erste Version des Systems entwickelt. Insgesamt fünf verschiedene Brettspiele konnte die künstliche Intelligenz bereits erlernen: "Vier Gewinnt", "Gomoku", "Tic-Tac-Toe", "Breakthrough" und "Pawn Whopping". Für Kaiser sind Brettspiele "ein natürliches Model vieler interaktiver Szenarios der echten Welt, was das Resultat in einem breiten Kontext signifikant macht."

Rechner mathematisiert Regelwerk

Wie Wired berichtet, benötigt der Rechner nur rund 60 Sekunden um das Video eines Spiels zu verarbeiten. Über relationale Berechnung erkennt er die Reihen, Spalten und Diagonalen des Bretts. Unterschiedliche Logikansätze werden herangezogen, um die einzelnen Züge der Kontrahenten zu analysieren. Sie erlauben das Erstellen einer Formel, die die Regeln des Spiels mathematisiert. Eine universelle Computerintelligenz für Spiele zeichnet schließlich dafür verantwortlich, gültige von ungültigen Zügen zu unterscheiden und eine Taktik zu entwerfen, die zum Sieg führt.

Auch wenn komplexere Spiele, wie etwa Schach, von dem System noch nicht bewältigt werden können, geht Kaiser davon aus, dass sich dieses Verfahren generalisieren und auf andere Aufgabenstellungen anwenden lässt. Der Forscher will das digitale Hirn nun verbessern, um es auch hierarchische Ordnungen, Strukturen und probabilistische Formeln erkennen zu lassen. Das Verfahren könnte in Zukunft Bedeutung bei der Entwicklung autonom agierender Roboter erlangen.

Traditioneller Mensch-Maschine-Wettkampf

Künstliche Intelligenzen gegen menschliche Spieler antreten zu lassen, hat bei Brettspielen wie Schach bereits eine lange Tradition. 1979 wurde von Bell der erste große Schachcomputer mit dem Namen "Belle" entwickelt. Vor 15 Jahren konnte schließlich mit "Deep Blue" erstmals ein digitaler Spieler einen menschlichen Großmeister unter Turnierbedingungen entthronen. Am 11. Mai 1997 musste sich der Russe Gary Kasparow in sechs Partien mit 2,5:3,5 geschlagen geben (pressetext berichtete: http://www.pte.com/news/20120512003 ).

Paper zur Forschungsarbeit: http://liafa.jussieu.fr/~kaiser/pub/learning_games_descriptive_complexity.pdf

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.univ-paris-diderot.fr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

NASA's Fermi catches gamma-ray flashes from tropical storms

25.04.2017 | Physics and Astronomy

Researchers invent process to make sustainable rubber, plastics

25.04.2017 | Materials Sciences

Transfecting cells gently – the LZH presents a GNOME prototype at the Labvolution 2017

25.04.2017 | Life Sciences