Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computer-Chips: Europaweit dem Fehler auf der Spur

14.01.2010
EU fördert Informatik-Projekt der Universität Bremen für die Automatisierung der Fehlersuche bei eingebetteten Systemen.

Moderne Computer-Chips bestehen aus über einer Milliarde Komponenten. Diese große Anzahl wird auf einer nur wenige Quadratzentimeter großen Fläche verbaut. Werden Fehler festgestellt, gleicht die Bestimmung der Ursache der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Die Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur unter der Leitung von Professor Rolf Drechsler aus dem Studiengang Informatik der Universität Bremen arbeitet seit einigen Jahren an der Automatisierung der Fehlersuche beim Entwurf eingebetteter Systeme, die aus Hardware- und Software-Komponenten bestehen.

Unter maßgeblicher Mitarbeit von Dr. Görschwin Fey ist in den vergangenen Jahren eine Methodik auf Basis formaler Methoden entwickelt worden, die Fehlerstellen sehr präzise lokalisieren kann. Basierend auf diesen Vorarbeiten ist jetzt von Europäischen Union das Projekt DIAMOND mit einem Volumen von 2,9 Millionen Euro genehmigt worden, bei dem die Bremer Arbeitsgruppe mit Partnern aus der Industrie und weiteren Universitäten aus Estland, Österreich und Schweden zusammenarbeitet. Unter den Industriepartnern sind u. a. Firmen wie Ericsson und IBM, aber auch die kleineren Firmen TransEDA und Testonica Lab. Die Arbeitsgruppe von Professor Drechsler wird im Rahmen des Projektes mit über einer halben Million Euro in den kommenden drei Jahren gefördert.

"Debugging"

Das DIAMOND-Projektziel ist, das "Debugging" oder "Entwanzen" in der Praxis deutlich zu vereinfachen und dadurch zu beschleunigen. Bisher werden die Fehler unter großem Zeitaufwand von Hand gesucht. Im Rahmen von DIAMOND sollen Methoden entwickelt werden, um Fehlerursachen schnell zu finden und zu beseitigen. Dies umfasst nicht nur Programmierfehler, sondern auch Fehler, die während des Betriebes durch Umgebungsstrahlung oder Alterungseffekte entstehen. Für die Fehlersuche sollen nun automatische formale Beweismethoden eingesetzt werden. Statt dass der Programmierer von Hand mögliche Fehlerstellen finden, untersuchen, das Design modifizieren und so schließlich eine Korrektur vornehmen muss, übernimmt ein Software-Werkzeug diese Schritte vollautomatisch. Im Ergebnis liefert das Werkzeug Erklärungen, wie der Fehler entstehen kann, und macht Vorschläge für die Korrektur. Durch den Einsatz formaler Methoden wird hierbei gewährleistet, dass unterschiedlichste Arten von Fehlern in einer einheitlichen Umgebung analysiert werden können.

Die neuen Verfahren werden von den Universitäten im Projektkonsortium entwickelt. Die Industriepartner werden die Techniken dann an realen Entwürfen überprüfen, um so weiteres Entwicklungspotential aufzuzeigen. Insgesamt sollen die neuen Verfahren den Zeitaufwand für das Debugging um bis zu 50% verringern.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Mathematik und Informatik
AG Rechnerarchitektur
Prof. Dr. Rolf Drechsler
Dr. Görschwin Fey
Tel.: 0421-218 63932 oder 63944
E-Mail: drechsler@uni-bremen.de, fey@informatik.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.informatik.uni-bremen.de/agra

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Verlässliche Quantencomputer entwickeln
22.02.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Wie Drohnen die Unterwelt erkunden
21.02.2018 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics