Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cologne Chip AG und Leibniz Universität Hannover begründen Forschungszusammenarbeit

06.06.2013
Bundesministerium (BMBF) fördert die Entwicklung von „programmierbarer Logik“ mit mehr als 750.000 EUR

Die Cologne Chip AG, Köln und das Institut für Mikroelektronische Systeme (IMS) an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover haben ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung einer neuartigen FPGA-Technologie vereinbart.

In den kommenden zwei Jahren soll der Prototyp eines rekonfigurierbaren Mikrochips, eines sogenannten Field-Programmable Gate Arrays (FPGA), entstehen. Dabei wird die modernste verfügbare Halbleitertechnologie mit einer Strukturgröße von 28 Nanometern (Millionstel Millimetern) eingesetzt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit einer Anteilsfinanzierung von mehr als 750.000 Euro im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind in vielen Bereichen zwar Vorreiter des technologischen Fortschritts – die mit Spitzenforschung verbundenen Risiken sind allerdings gerade für kleine Unternehmen häufig schwer zu schultern. Deshalb gestaltet das BMBF mit dem Förderprogramm „KMU-innovativ“ den Zugang zur Forschungsförderung spürbar einfacher und fördert Spitzenforschung in wichtigen Zukunftsbereichen.

Das bestätigt auch der Vorstandsvorsitzende der Cologne Chip AG, Dr.-Ing. Michael Gude: „Für einen hochspezialisierten, kleinen Hersteller von Mikrochips fällt es nicht leicht, alles notwendige Know-How einer neuen Technologie selbst zu entwickeln und auch noch die erforderlichen hohen Aufwendungen alleine zu tragen. Wir freuen uns daher über die Förderzusage des BMBF und auf die Zusammenarbeit mit den Hannoveraner Forschern am IMS.“ Auch die Entstehung von Cologne Chip sei das Ergebnis erfolgreicher Forschungsförderung, so Gude: „Hätte vor rund 20 Jahren das Land NRW nicht ein Konsortialprojekt zur Entwicklung eines ISDN-Chips gefördert, gäbe es heute im Rheinland einen hochprofitablen Mikrochiphersteller mit weltweitem Vertrieb wie die Cologne Chip AG nicht.“

Das Verbundprojekt wird von Cologne Chip geleitet. Das Institut für Mikroelektronische Systeme der Leibniz Universität Hannover wird die Entwicklung der neuen FPGA-Technologie wissenschaftlich begleiten. Ein Forscherteam um Prof. Dr.-Ing. Holger Blume bringt dabei seine langjährige Erfahrung im sogenannten „Physical Design“ von Mikrochips ein. Der programmierbaren Logik fällt bei der Weiter¬entwick¬lung der integrierten Schaltungstechnologie eine besondere Bedeutung zu, so dass sich hier – in Verbindung mit der aktuellsten Halbleitertechnologie – ein interessantes Aufgabengebiet für industrienahe Forschung im Hochtechnologiesektor ergibt.

Das Forschungsprojekt im Detail
Heutzutage bieten FPGAs (Field Programmable Gate Arrays) die Möglichkeit, verschiedene digitale Schaltungen abzubilden. Damit können einerseits zukünftige Mikrochips mit Hilfe dieser FPGAs schneller als mittels einer Simulation verifiziert werden. Diese Verifikationsmethode verkürzt signifikant die Entwicklungszeit und die Produktionszyklen. Andererseits lassen sich FPGAs für einige Produkte aber auch als endgültige Lösung einsetzen, wodurch nicht auf die Fertigung und Verifikation eines konventionellen Mikrochips gewartet werden muss. Dem stehen bislang die vergleichsweise hohen Kosten, die erhöhte Stromaufnahme und die begrenzte Leistungsfähigkeit der existierenden FPGAs entgegen. Neuartige, flächen- und leistungseffizientere FPGAs können diese Schwächen verringern. Die hohe Flexibilität durch die Rekonfigurierbarkeit erlaubt die Benutzung in vielen verschiedenen Produkten, wodurch die Produktionskosten verringert werden können. Ziel des Projektes ist, einen flächen- und leistungseffizienten FPGA-Chip zu entwickeln, dessen höhere Effizienz durch eine neue Grundstruktur erreicht wird. Die neue Architektur verringert die Stromaufnahme und erhöht gleichzeitig die Geschwindigkeit der Signalverarbeitung.

Über die Projektpartner
Cologne Chip ist ein führender Hersteller von Telekommunikations-Mikrochips für das digitale Telefonnetz (ISDN). Das Unternehmen wurde 1994 von einer Gruppe von Elektrotechnik-Ingenieuren gegründet und ist seit Mai 2000 eine Aktiengesellschaft. Nur einen Steinwurf vom Kölner Dom entfernt entwickelt ein Team von rund 15 Mitarbeitern – die meisten davon sind Elektrotechnik-Ingenieure – hochintegrierte Mikrochips und vertreibt diese an Gerätehersteller in aller Welt. Schon kurz nach Gründung erlangte das Unternehmen die Technologieführerschaft bei ISDN-Bausteinen und wurde damit rasch Marktführer in Fernost, insbesondere in Taiwan und China, wo ein Großteil der weltweiten Computer- und Mikroelektronik-Fertigung erfolgt. Die Chips, erkennbar am aufgedruckten Kölner Dom, sind heutzutage in vielen deutschen Haushalten und Firmen im täglichen Gebrauch: beispielweise in Telefonen und Telefonanlagen, aber auch in Bezahlterminals und viele millionenfach in den Breitbandroutern der großen deutschen Internetprovider. Weitere Informationen finden sich unter: http://www.colognechip.com

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover unterhält das Institut für Mikroelektronische Systeme (IMS) an der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik. Es ist entstanden aus dem ehemaligen Institut für Mikroelektronische Systeme und der Abteilung Mikroelektronische Schaltungstechnik des Instituts für Theoretische Nachrichtentechnik und Informationsverarbeitung. Das IMS besteht aus zwei Fachgebieten:
Das Fachgebiet Entwurfsautomatisierung beschäftigt sich seit 15 Jahren mit der Automatisierung des Entwurfs integrierter Schaltungen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Verfahren zum physikalischen Entwurf von Mikrochips.
Die Forschungsaktivitäten des Fachgebiets Architekturen und Systeme umfassen die Bereiche Konzeption, Entwurf und Evaluation von Architekturen für Anwendungen der digitalen Signalverarbeitung. So wurden in den vergangenen Jahren mehr als 15 vollständige Chipdesigns für unterschiedlichste Anwendungen der digitalen Signalverarbeitung realisiert. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf rekonfigurierbaren Architekturen. Weitere Informationen sind unter www.ims.uni-hannover.de im Internet verfügbar.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Holger Blume, Institut für Mikroelektronische Systeme der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 19640 oder per E-Mail unter blume@ims.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie