Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Cockpit der Zukunft

02.02.2009
Ein neuartiges Armaturenbrett fungiert als 3-D-Display und blendet Geschwindigkeit, Drehzahlen oder Warnungen dreidimensional ein. Das Design des Displays und die Art der angezeigten Informationen kann der Fahrer individuell wählen.

Ein Fahrer steigt ins Auto und dreht den Zündschlüssel: Das Armaturenbrett, das kurz zuvor noch schwarz war, zeigt sich nun als 3-D-Display. Das Design ist schlicht, aber modern.


Sitzt dagegen ein anderer Fahrer am Lenkrad, erscheinen zunächst die Bedienelemente für den mp3-Player im Vordergrund: »Wählen Sie einen Interpreten.« Musik gewählt, schon kann es losgehen. Im Display sieht er ein 3-D-Modell der Stadt, das Navigationsgerät führt ihn direkt zum Zielort. Der dritte Fahrer dagegen bevorzugt andere Informationen: die aktuellen Staumeldungen etwa. Ebenso im Blick hat er stets den Drehzahlmesser. Unterwegs verändert sich das Display, die Warnung »Bitte Tanken« springt ihm förmlich ins Auge.

Das neue 3-D-Cockpit der Forscher vom Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin sieht nicht nur toll aus, sondern ist auch funktionell. Während es früher im Armaturenbrett eine Scheibe mit einer Skala gab, über der sich ein mechanischer Zeiger bewegte, um die Geschwindigkeit anzuzeigen, und daneben einen Drehzahlmesser, hat das neue Display eine digitale Optik mit dreidimensionaler Tiefendarstellung.

»Je nachdem, welche Information für den Fahrer gerade wichtiger ist, wechselt diese in den Vordergrund. Ganz gleich, ob es der Luftdruck, die Route oder der aktuell gespielte Songtitel ist«, sagt Dr. René de la Barré, Projektleiter am HHI. Doch woher weiß das System, welche Information der Fahrer wann wie groß sehen will? »Vor dem Start kann der jeweilige Fahrer wählen, wie die Informationen angezeigt werden sollen, und diese Einstellungen speichern«, sagt der Experte. Für den Tiefeneindruck sorgt eine ausgeklügelte Technik: Zwei Kameras im Wagen messen Position und Abstand der Augen des Fahrers – in Echtzeit. Die zwei übereinander geschobenen Bilder, die den 3-D-Effekt auf dem Display hervorrufen, sind somit individuell auf den Blick des Fahrers angepasst. Auf diese Weise ist der Effekt von jeder Blickrichtung aus und in jeder Sitzposition gewährleistet.

Runde oder leiterförmige Skala? Blaues oder rotes Hintergrundlicht? Das 3-D-Cockpit lässt sich personalisieren, jeder Fahrer kann also künftig das Design und die Funktionsführung individuell einstellen. Auf der CeBIT vom 3. bis 8. März in Hannover stellen die Forscher einen ersten Prototypen des Cockpit-Displays vor (Halle 9, Stand B36)

Dr. Rene Barre | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.hhi.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie