Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cloud-Computing kommt langsam in Fahrt

01.05.2009
Verbreitung von webbasierten IT-Systemen in Sichtweite

Deutschlands Manager diskutieren Cloud-Computing-Lösungen nach wie vor kontrovers. 54 Prozent von Deutschlands CTOs versprechen sich durch webbasierte IT-Lösungen eine Senkung der Fixkosten.

Sicherheitsbedenken rund um die Verlagerung ganzer Firmenanwendungen in große Rechenzentren stehen jedoch einer schnelleren Marktdurchdringung vorerst entgegen. Nach Ansicht des US-Marktforschungsinstituts Gartner ist erst ab 2015 mit einer breiten Durchsetzung der Technologie zu rechnen. In den USA und Großbritannien findet Cloud-Computing allerdings schon jetzt mehr Zuspruch.

IDC rechnet schon bis 2012 mit einer Verdreifachung der Investitionen in Cloud-Computing. Large-Scale-Computing werde bis dahin jedoch der primäre Anwendungsbereich bleiben. "Zuallererst stellt sich die Frage, ob Unternehmen von ihrer Leitungsinfrastruktur her schon reif für Cloud-Computing-Lösungen sind", sagt Joachim Seidler, Leiter von IDC Central Europe, im Gespräch mit pressettext.

Das enorme Markpotenzial von webbasierten Lösungen sei zwar unbestritten, für eine seriöse Prognose müsse aber erst eine vernünftige Datenbasis hergestellt sein. "Die Nutzung von komplexen webbasierten Applikationen durch Heimanwender wird in den nächsten Jahren noch eine untergeordnete Rolle spielen", meint Seidler. In ökonomischer Hinsicht bliebe die Vorrangigkeit des B2B-Marktsegments weiter bestehen.

Cloud-Computing-Services umfassen sowohl On-Demand-Infrastruktur als auch On-Demand-Software, die dynamisch an die Erfordernisse von Unternehmen oder Usern angepasst werden können. Dies würde eine verbrauchsbezogene Abrechnung der zur Verfügung gestellten IT-Services ermöglichen. Unternehmen müssten teure Server-Infrastruktur nicht mehr selbst unterhalten. Stattdessen würde benötigte Soft- und Hardware sowie deren Administration einfach angemietet werden. Auf Anbieterseite werden vornehmlich große Unternehmen wie Microsoft oder IBM in den Markt eintreten. Umfangreiche Webservices wie Amazons Elastic Compute Cloud werden durchaus schon in Anspruch genommen. So hat die New York Times für die Generierung von PDF-Dateien aus elf Millionen redaktionellen Artikeln für ihr Online-Archiv kurzerhand auf Cloud-Dienste von Amazon zurückgegriffen.

Bei Webanwendungen ist derzeit nicht dieselbe Funktionsgarantie wie bei lokalen Anwendungen gegeben. In technischer Hinsicht bleiben der sichere Zugriff über den Webbrowser sowie die Frage der Datenhaltung in gänzlich ausgelagerten Systemen die Knackpunkte. "Externe Bedrohungen, gesetzliche Auflagen und eine stetig zunehmende Komplexität von EDV-Systemen sind schon jetzt die vorrangigen Herausforderungen im Bereich IT-Security.

Adäquate Sicherheitslösungen hinken externen Anforderungen daher meist hinterher," so Seidler weiter. An diesem Umstand werde sich auch im Zuge der weiteren Verbreitung von Cloud-Computing-Services nichts ändern. Gerade im Sicherheitsbereich könnten Unternehmen wie Heimanwender von Cloud-Technologien stark profitieren, heißt es indes in einem Bericht von Magnus Kalkuhl, Virenanalyst bei Kaspersky Labs.

Trotz interessanter Ansätze wie Googles Browser-Plug-In Native Client sind Webanwendungen für Heimanwender noch von geringem Interesse. Webapplikationen können über die Browser nicht voll auf die Prozessoren der Client-Rechner zugreifen. Eine entsprechende Kompilierung von Programmquellcode für die Zielplattform würde das Leistungsvermögen von Webanwendungen ernorm erweitern. Mit Sandbox-Technologien müsste aber dafür gesorgt werden, dass potenziellen Angreifern nicht Tür und Tor geöffnet werden.

Nikolaus Summer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.idc.com
http://aws.amazon.com/ec2

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Satellitendaten für die Landwirtschaft
28.07.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Lemgoer Forscher entwickeln Intelligente Assistenzsysteme für mobile Anwendungen in der Industrie
25.07.2017 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?

28.07.2017 | Studien Analysen

Assistenzsysteme für die Blechumformung

28.07.2017 | Maschinenbau

Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

28.07.2017 | Physik Astronomie