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Cloud Computing bietet großes Potenzial für die öffentliche Verwaltung

08.12.2010
Fraunhofer FOKUS und die Hertie School of Governance untersuchen im Auftrag von ISPRAT die Auswirkungen und Risiken von Cloud Computing für die öffentliche Verwaltung

Behörden wollen zukünftig auf Cloud Computing setzen, so das Ergebnis der ISPRAT-Studie „Cloud Computing für die öffentliche Verwaltung“. Die gemeinsame Studie von Fraunhofer FOKUS und der Hertie School of Governance wurde am 29. November im Vorfeld zum fünften Nationalen IT Gipfel in Berlin vorgestellt.

Cloud Computing verspricht großes Potenzial zur Modernisierung der behördlichen Informationstechnik und den Rechenzentren sowie zur Konsolidierung von IT-Ressourcen. Damit kann die Technologie zur Kostenersparnis im öffentlichen Sektor beitragen.

In der detaillierten Analyse zeigen die beiden Institutionen, welche Anforderungen Cloud Computing erfüllen muss, um die Technologien erfolgreich in der öffentlichen Verwaltung zu etablieren. Darüber hinaus werden Chancen und Risiken gegenübergestellt: Wie können personenbezogene Daten in der Cloud sicher verarbeitet werden? Welche Auswirkung hat Cloud Computing auf behördliche Organisationsstrukturen? Bleiben behördliche Prozesse weiterhin kontrollierbar? Ist das Zusammenfassen von IT-Ressourcen – das so genannte Ressourcen-Pooling – über institutionelle Verwaltungsgrenzen hinweg mit den rechtlichen Anforderungen zu vereinbaren? Und wie ist die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Clouds geregelt?

„Eine der größten Herausforderungen, um Cloud Computing im öffentlichen Sektor einzusetzen, ist die sichere und datenschutz¬rechlich konforme Verarbeitung von personenbezogenen Daten“, erklärt Linda Strick, Fraunhofer FOKUS. „Mit der Studie konnten wir zeigen, dass dieses Risiko grundsätzlich beherrschbar ist.“ Handlungsbedarf besteht hingegen noch bei der rechtlich-organisatorischen Ausgestaltung von Verträgen zwischen Auftraggeber und Dienstleister für wiederkehrende Dienstleistungen (SLA-Standards) und Verfahrensrecht. „Entscheidend ist es, Fragen zur Zertifizierung von Cloud-Dienstleistungen und zur Schaffung von Kontrollgremien zu konkretisieren“, betont Linda Strick.

Weit über die Computer-Branche hinaus verändert Cloud Computing die Nutzung von IT-Ressourcen. „Für Rechenzentren und Dienstleister stellen Cloud-Technologien bereits heute eine Möglichkeit zur Ressourcen- und Kompetenz-Konsolidierung dar“, sagt Linda Strick. Daten und Anwendungen sollen künftig nicht mehr physisch auf dem eigenen Rechner abgelegt, sondern komplett in der Cloud gespeichert werden. Der Vorteil: Für den Nutzer fallen weder Anschaffungs- noch Betriebskosten an. Unternehmen stellen keine eigene IT-Infrastruktur bereit, sondern mieten bei Bedarf kostengünstig und effektiv entsprechende Kapazitäten in der Cloud. Die Abrechnung erfolgt entsprechend des aktuellen Bedarfs – dynamisch skaliert und verbrauchsgerecht.

Eva Sittig | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fokus.fraunhofer.de
http://www.fokus.fraunhofer.de/de/elan/projekte/national/laufende_projekte/cloud_computing_e-gov/index.html

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