Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durch die Brille der Nutzer: Produkterfolg mit User Experience steuern

22.03.2012
Fast jedes bekannte Unternehmen hat seinen "Top"-Produktflop. So scheiterte etwa Kultmarke Apple 1991 mit seinem klobigem "Macintosh Portable" 1991 kläglich. Mircosoft's MP3-Player Zune? Gegen den iPod chancenlos.

Sonys Roboterhund Aibo? Obwohl technisch sensationell, fand es weder Frauchen noch Herrchen. Der Segway? Tolles Spielzeug, aber kein Verkaufserfolg. Ein neues User Experience (UX) Modell, das alle Aspekte der Nutzerinteraktion mit einem Produkt oder Dienst aus Kundensicht misst, soll zukünftig dabei helfen, teure Produktpleiten zu vermeiden.

Was interaktive Produkte und Anwendungen aus der Sicht von Nutzern zu attraktiven Begleitern für die Kommunikation, die Unterhaltung und den Arbeitsalltag macht, lässt sich nicht allein durch Funktionalität und Usability charakterisieren. Die Interaktion zwischen Nutzern und Technologie ist hochkomplex. Anwender aus Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb stehen vor der großen Herausforderung, dieses umfassende, vielschichtige Nutzererleben in die Entwicklung und Optimierung von Produkten einzubeziehen.

Im Gegensatz zu erprobten und bewährten Definitionen und Standards für die Usability, die auf Gebrauchstauglichkeit und Nutzerzufriedenstellung abzielen, integrieren neue Ansätze im Bereich User Experience (UX) auch weitere "harte" und "weiche" Faktoren. Das Kompetenzzentrum Usability und User Experience Design des Fraunhofer FIT kooperiert auf diesem Gebiet mit der GUX|Gesellschaft für User Experience. Die GUX hat das erste umfassende UX-Modell nach wissenschaftlichen Standards entwickelt, das User Experience anhand von verschiedenen nutzerorientierten Kriterien definiert und mit einem abgesicherten Instrumentarium erfassbar macht.

"Letztlich kommt es darauf an zu ermitteln, welche Dimensionen aus dem breiten UX-Spektrum für ein Produkt relevant sind und welche davon eng mit der Kaufintention oder der Weiterempfehlungsbereitschaft zusammenhängen", so GUX Geschäftsführerin Britta Krahn. Damit seien erstmalig UX-Produkteigenschaften mit gängigen Steuerungsgrößen(KPIs) verknüpft worden, um für jedes Produkt die ‚UX-Hebel‘ ausfindig zu machen, die mit dem Produkterfolg zusammenhängen.

Das UX-Modell der GUX wurde anhand zahlreicher interaktiver Produkte empirisch überprüft. Es integriert Erkenntnisse der Human-Computer Interaction-Forschung ebenso wie psychologische Grundlagen und Ansätze der Markt- und Konsumentenforschung und kann auf verschiedene Fragestellungen in der Produktentwicklungspraxis angepasst werden.

"Damit haben wir jetzt ein Werkzeug, das die verschiedenen bisher eher nebeneinander stehenden Forschungsansätze zur Nutzer-Produkt-Interaktion interdisziplinär integriert", erklärt Britta Hofmann, Leiterin des Kompetenzzentrums Usability und User Experience Design des Fraunhofer FIT den Hintergrund der Kooperation. Berücksichtigt würden jetzt nicht nur die Usability, sondern darüber hinaus viele weitere relevante Bewertungsaspekte wie Ästhetik, Sensorik, soziale Bedürfnisse oder verschiedene Emotionen, so Hofmann.

Das neue UX-Modell ist besonders für Unternehmenspraktiker interessant, weil es kundenorientierte Kennzahlen wie Wiederkauf, Weiterempfehlung oder Kundenzufriedenheit berücksichtigt und damit als umfassendes UX-Steuerungsmodell eingesetzt werden kann.

Kontakt:
Alex Deeg
pr@fit.fraunhofer.de
Telefon +49 2241 14-2208

Alex Deeg | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.usability.fit.fraunhofer.de/
http://www.gesellschaft-fuer-user-experience.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Roboter-Navigation über die Cloud
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Neuer Kaba Zylinder mit Service-Funktion: Zeitlich begrenzter Zutritt für Servicepersonal
07.12.2017 | dormakaba Deutschland GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit