Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brasilien setzt bei der WM 2014 auf Sicherheit

09.12.2013
Projekt RESCUER – neue Kommunikationsplattform soll Leben retten

Mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Sommerspielen 2016 stehen Brasilien zwei Großereignisse bevor. Neben der infrastrukturellen Organisation solcher Mammutevents ist für die Verantwortlichen vor allem die Sicherheit der Besucher ein zentrales Thema. Aus diesem Grund wurde das Projekt „RESCUER“ ins Leben gerufen.



Durch intelligente Informationstechnologie soll ein effektiveres und effizienteres Notfall- und Krisenmanagementsystem entwickelt werden und bei den Besuchern von Großveranstaltungen für ein gutes Gefühl sorgen. Zu den deutschen Projektpartnern zählen auch das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern.

Die Reaktion auf unerwartete Situationen bei Großveranstaltungen, aber auch auf schwerwiegende Störfälle in Industrieanlagen will wohl koordiniert sein. Die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort entscheiden darüber, welche Ausmaße ein Unglück annehmen kann. Sie tragen dazu bei, dass Leitstelle und Einsatzkräfte die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt treffen können.

Auch Augenzeugen, Anwohner und nicht zuletzt die Gesellschaft möchten schnellstmöglich über die Situation und die Gefahrenpotenziale informiert werden. Ziel des europäisch-brasilianischen Partnerschaftsprojekts RESCUER („Reliable and smart crowdsourcing solution for emergency and crisis management“) ist daher die Entwicklung einer innovativen, interoperablen, computerbasierten Lösung zur optimalen Unterstützung des Krisen- und Notfallmanagements.

Als Grundlage sollen mobile Technologien genutzt werden, die heutzutage fast jedermann in Form eines Smartphones oder Tablets bei sich trägt. So wollen die Projektbeteiligten von RESCUER mit Ersthelfern und Augenzeugen am Unfallort eine „mobile Crowdsourcing-Lösung“ unterstützen.

In diesem Fall bedeutet „Crowdsourcing“, dass Menschen freiwillig Aufgaben übernehmen und für wichtige Informationen sorgen, wobei die Kommunikation und Koordination vornehmlich über das mobile Internet stattfinden. Augenzeugen und Ersthelfer sollen also mittels ihrer Smartphones Daten bereitstellen, die den Einsatzkräften und der Notfallzentrale genauere Informationen über das Ausmaß der Katastrophe übermitteln.

Durch die Filterung, Kombination und Analyse verschiedener Crowdsourcing-Informationen können Notfallzentralen und Einsatzkräfte besser und schneller auf die Notfallsituation reagieren und lebensrettende Entscheidungen treffen. Dabei muss es möglich sein, den Informationsfluss zwischen einer Menschenmenge und dem Notfallzentrum auch dann aufrechtzuerhalten, wenn die traditionelle Kommunikationsinfrastruktur überlastet ist. In diesem Projekt soll ferner untersucht werden, wie Personen ihre Mobiltelefone unter Stress bedienen und nutzen (können).

Eine intuitive Benutzeroberfläche und ein komfortables Interaktionsmodell sollen die Benutzerakzeptanz fördern und eine effiziente und gleichzeitig vertrauenswürdige Informationsübertragung unterstützen. Die Wissenschaftler legen hierbei besonderen Wert auf eine hohe User Experience, was bedeutet, dass das Programm oder die App als äußerst benutzerfreundlich erlebt werden soll.

Schließlich sollen die zum größten Teil aus Videos und Fotos bestehenden Multimediadateien, die von diversen Anwendern (Augenzeugen, Ersthelfern, Rettungskräften usw.) an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit unterschiedlicher Bildqualität aufgenommen wurden, halbautomatisch analysiert und interpretiert werden. Leitstellen und Rettungskräfte, teilweise auch Personen, die mitten im Geschehen sind, werden somit in die Lage versetzt, schnell und angemessen zu reagieren.

„Wir möchten einen Lösungsansatz entwickeln, um schnell und effizient Informationen an die richtige Stelle zu übermitteln. Dabei setzen wir auf die Etablierung neuer Techniktrends an den globalen Märkten, wie beispielsweise die Einrichtung smarter und kabelloser Plattformen, größere Datenquellen und automatisierte Datenanalysen“, so Dr. Karin Villela vom Fraunhofer IESE über die Zukunft des RESCUER-Projekts. Ihr brasilianischer Kollege Prof. Manoel Mendonça von der Universidade Federal da Bahia (UFBA) fügte hinzu:

„Besonders freut uns, dass das Projekt auch bei Feuerwehrleuten und Vertretern des Amtes für öffentliche Sicherheit des brasilianischen Bundesstaates Bahia auf Interesse stößt. Unser Workshop in der Hauptstadt Brasiliens, Brasilia, im November war sehr gut besucht.“

Das Projekt RESCUER wird von der Europäischen Union und dem brasilianischen Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation gefördert. Die Partner des RESCUER-Konsortiums sind auf europäischer Seite: Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Universidad Politécnica de Madrid, VOMATEC International GmbH und FireServ e.U. Auf brasilianischer Seite sind die Partner: Universidade Federal de Bahia, Universidade de São Paulo, MTM Serviços de Informática Ltda und Comitê de Fomento Industrial de Camaçari.

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Das Fraunhofer IESE in Kaiserslautern gehört zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Software- und Systementwicklungsmethoden. Die Produkte seiner Kooperationspartner werden wesentlich durch Software bestimmt. Die Spanne reicht von Automobil- und Transportsystemen über Automatisierung und Anlagenbau, Informationssysteme, Gesundheitswesen und Medizintechnik bis hin zu Softwaresystemen für den öffentlichen Sektor. Die Lösungen sind flexibel skalierbar. Damit ist das Institut der kompetente Technologiepartner für Firmen jeder Größe – vom Kleinunternehmen bis zum Großkonzern.

Unter der Leitung von Prof. Dieter Rombach und Prof. Peter Liggesmeyer trägt das Fraunhofer IESE seit über 15 Jahren maßgeblich zur Stärkung des aufstrebenden IT-Standorts Kaiserslautern bei. Im Fraunhofer-Verbund für Informations- und Kommunikationstechnik engagiert es sich gemeinsam mit weiteren Fraunhofer-Instituten für richtungsweisende Schlüsseltechnologien von morgen.

Das Fraunhofer IESE ist eines von 60 Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft. Zusammen gestalten sie die angewandte Forschung in Europa wesentlich mit und tragen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei.

Nicole Spanier-Baro | Fraunhofer IESE
Weitere Informationen:
http://www.iese.fraunhofer.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Störungsfreie Kommunikation für die Fabriken von morgen
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen