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Diese Untersuchungen sind Teil eines großen Verbundprojekts, das im Rahmen des BMBF-Programms „Forschung für die zivile Sicherheit" als Bestandteil der Hightech-Strategie der Bundesregierung für die nächsten drei Jahre gefördert wird, um Beiträge zur zivilen Sicherheit zu erbringen und den internationalen Markt für Sicherheitsprodukte und -verfahren aus Deutschland zu erschließen.
Konkret untersucht das Verbundprojekt „Digitale Fingerspuren (Digi-Dak)" (Daktyloskopie = Fingerabdruckverfahren) Mustererkennungstechniken für Fingerspuren, die mittels berührungsloser optischer 3D-Oberflächensensortechnik erfasst werden.
Bisher können Mustererkennungstechniken nur zum Einsatz kommen, wenn zuvor die Fingerspuren manuell erfasst worden sind. Dies ist umständlich, zeitraubend und unter Umständen (z.B. „Bombenkoffer") gefährlich. Im Projekt Digi-Dak werden neue Verfahren erforscht, um Fingerspuren besser ausfindig zu machen sowie vollständig und schnell zu erfassen. Diese Verfahren sollen die Kriminalisten insbesondere an großflächigen Tatorten oder bei der Kontrolle zahlreicher Gegenstände (z.B. Gepäck und Fracht) mit speziellen Herausforderungen wie Spurenüberlagerungen unterstützen, um schwierige, aufwändige und zeitintensive Spurensicherungen berührungslos, automatisiert und zeiteffizient zu ermöglichen. Herausforderungen sind beispielsweise die Fingerspurenerfassung mittels Grob- und Feinscan, Alterungsdetektion und die Möglichkeiten der optischen Trennung von übergriffenen und überlagerten Fingerspuren. Für diese Verfahren werden ausgewählte, komplexe und realistische Testszenarien erarbeitet, um die gewonnenen Mustererkennungstechniken umfassend zu evaluieren und zu optimieren.
Indem die neuen Verfahren die Spurenerfassung verbessern, erleichtern sie nicht nur die kriminalistische Arbeit, sondern begründen zugleich auch neue Potentiale der Überwachung und verursachen neue Herausforderungen des Datenschutzes und der Freiheitssicherung. Von Anfang an untersucht daher die Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet) der Universität Kassel absehbare Risiken für Freiheitsrechte, entwickelt Vorschläge zum Ausgleich der Freiheits- und Sicherheitsinteressen bei der digitalen Erfassung von Fingerabdrücken und erforscht die Sicherung von Beweiswert und Beweiskraft der erfassten Fingerspuren. Ziel des Gesamtprojekts ist daher die Entwicklung eines mit Verfassung und Datenschutz konformen Systems zur automatisierten Sicherung von Fingerspuren.
An dem Forschungsprojekt beteiligt sind Arbeitsgruppen der Universität Magdeburg (AG Multimedia and Security und AG Datenbanken), der FH Brandenburg (Angewandte Informatik, Datensicherheit), der Universität Kassel (Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet)), die METOP GmbH, die FRT Fries Research & Technology GmbH und das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt. Assoziierte Partner sind das Landeskriminalamt Niedersachsen, die Staatsanwaltschaft Halle, die Telerob GmbH, das Bundeskriminalamt, das DNRI, das Politie-Korps landelijke politiediensten sowie die Association BIOSECURE. Sie bereichern das Projekt im interdisziplinären Kontext und sind an der Verwertung der Projektergebnisse beteiligt.
Nähere Informationen zum Studiendesign und den Forschungsmethoden sind abrufbar unter
http://www.uni-kassel.de/fb7/oeff_recht/projekte/
http://cms.uni-kassel.de/unicms/index.php?id=32301
Info
Prof. Dr. Alexander Roßnagel
Dr. Gerrit Hornung, LL.M.
Matthias Pocs, LL.M.
tel (0561) 804 6096
fax (0561) 804 6081
e-mail matthias.pocs@uni-kassel.de
Universität Kassel
Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet)
Wilhelmhöher Allee 64-66
34109 Kassel
Christine Mandel | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-kassel.de
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