Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blutkonserven mit Köpfchen

01.12.2009
Ist die Blutkonserve zu warm geworden? Stimmt sie mit der Blutgruppe des Patienten überein? Solche Fragen beantworten künftig intelligente Funkknoten an den Konserven. Auch das Gerätemanagement in Krankenhäusern erleichtern diese Funkeinheiten.

Bei schweren Operationen kann der Patient viel Blut verlieren. Die Chirurgen halten daher für den Notfall Blutkonserven bereit. Werden die Konserven nicht gebraucht, können sie nur dann wiederverwendet werden, wenn die Kühlkette eingehalten wurde. Bisher war es jedoch schwierig, dies zu überprüfen.

Künftig überwacht ein Funkknoten am Blutbeutel ständig die Temperatur – so lässt sich das kostbare Blut größtenteils weiterverwenden. Auch die Sicherheit sollen die Funkknoten erhöhen: Wird bei einer Bluttransfusion versehentlich zur falschen Blutkonserve gegriffen, kann das für den Patienten fatale Folgen haben. Funkknoten an der Blutkonserve und an einem Armband, das der Patient trägt, tauschen Informationen aus. Passt das Spenderblut nicht zu dem des Patienten, ertönt ein Warnsignal.

Entwickelt haben die intelligenten Funkknoten Forscher am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS und der Fraunhofer-Arbeitsgruppe SCS mit den Partnern T-Systems, Vierling, delta T und der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie BMWi. »Im Gegensatz zu RFID-Tags, kurz für Radio Frequency Identification, erwarten wir durch die intelligenten Funkknoten keine Störungen der medizinischen Geräte im Krankenhaus«, sagt Jürgen Hupp, Abteilungsleiter am IIS. »Während die Sendeleistung zum Lesen der RFID-Tags bis zu zwei Watt beträgt, senden die Funkknoten lediglich im Milliwattbereich.« Grund: RFID-Tags bestehen nur aus Speicher und Antenne. Sollen sie ausgelesen werden, muss man sie durch das Lesegerät aktivieren. Die intelligenten Funkknoten dagegen sind ein aktives Funksystem mit Batterie und einer eigenen Recheneinheit. Sie können permanent Informationen sammeln und Aktionen auslösen.

Das System basiert auf einer Basisplattform, die die Forscher an verschiedene Anwendungen anpassen können. So optimieren die Funkknoten auch das Gerätemanagement in Krankenhäusern: Spritzenpumpen und Herzmonitore etwa werden oft zwischen den Abteilungen weitergereicht. Ärzte und Schwestern müssen sich daher bei Bedarf auf die Suche machen. Dies hat künftig ein Ende: Mit den Funkknoten versehen, melden die Geräte ihre Position automatisch.

»Das Krankenhaus kommt mit weniger Geräten aus, unnütze Aufgaben fallen weg und die Kosten sinken«, sagt Dr. Alexander Pflaum, Abteilungsleiter am SCS. Im Januar 2010 wird ein halbjährlicher Testbetrieb in der Universitätsklinik Erlangen gestartet. In etwa zwei Jahren könnte das System Opal-Health einsatzbereit sein.

Karin Loidl | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/12/funkknoten-blutkonserven.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie