Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blitzlicht-Fotos erlauben realistische Computergrafik

28.08.2008
Kombination mit normaler Aufnahme liefert Tiefeninformation

Zwei Fotos, eines davon mit und eines ohne Blitzlicht aufgenommen, reichen aus, um Objekte in virtuellen Welten realistischer umzusetzen. Denn so kann Tiefeninformation gewonnen und eine 3D-Textur erstellt werden.

Das ist auch leichter und billiger, als hochwertige Texturen mithilfe von Laserscannern zu erstellen. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der University of Manchester und von Dolby Canada gekommen, berichtet NewScientist. Der Ansatz kann aber nicht nur zur virtuellen Darstellung realer Objekte, sondern auch zur Gestaltung beispielsweise von Computer-Spielwelten genutzt werden und ist nicht nur für Bildschirme und Projektionen, sondern auch für 3D-Darstellungssysteme geeignet.

Die Helligkeit eines Bildpunkts in einem Foto hängt von der Tiefe am realen Objekt sowie von der Farbe der Oberfläche ab, so die zugrunde liegende Annahme. Nur mit einer Aufnahme bei normaler Beleuchtung kann nicht beurteilt werden, wie genau sich die Helligkeit eines Pixels ergibt. Ein Blitzlicht-Foto aber liefert die echten Farben aller sichtbaren Punkte.

Mit einem Computerprogramm lassen sich durch Vergleich der beiden Aufnahmen daher eine sehr realistisch Textur und eine Tiefenkarte einer Oberfläche erzeugen. Die Methode könne dabei gerade örtliche Tiefenvariationen sehr gut herausarbeiten, die sehr wichtig für die menschliche Wahrnehmung sind, betont Mashhuda Clencross, Computerwissenschaftlerin an der University of Manchester, gegenüber pressetext. Derart aufwendiges Equipment wie beim Erstellen vergleichbarer Virtualisierungen mithilfe von Laser-Scannern wird den Forschern zufolge nicht benötigt, was die neue Methode günstiger mache.

Die Methode wird bei Maya Skies zum Einsatz kommen, um eine realistische Darstellung von Maya-Reliefen mit Tiefenwirkung zu ermöglichen. Aber auch für virtuelle Welten beispielsweise in Computerspielen ist die Methode geeignet. Texturen für Spiele würden oft mithilfe von Fotos entwickelt und der neue Ansatz könne dabei zusätzliche Tiefe geben, so Glencross.

Ein Spielentwickler aus der Umgebung von Manchester habe bereits mit den Beispieldateien für 3D-Modelle und Texturen der Wissenschaftler experimentiert. Auch, wenn Bildschirme verstärkt echten 3D-Darstellungssystemen weichen, könnten zwei Fotos der Schlüssel zu realistischen virtuellen Objekten sein. "Die Technik ist sehr gut für 3D-Darstellung geeignet und wird noch realistischer wirken als bei normalem Rendering", gibt sich Glencross gegenüber pressetext überzeugt.

Die Wissenschaftler hatten ihre Methode auf der Computergrafik-Konferenz SIGGRAPH 08 vorgestellt. Ein Test mit 20 Freiwilligen hat den Forschern zufolge die Qualität der erzeugten Darstellungen gezeigt. Drei Viertel der Testpersonen hätten mit der Methode generierte Bilder als Fotos vergleichbar eingestuft. Der Vergleich mit Darstellungen, die auf Laser-Scan-Daten beruhen, legt nahe, dass beide Methoden ähnlich realistische Ergebnisse erzielen.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://manchester.ac.uk
http://www.mayaskies.net

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht IT-Sicherheitslücken – Gefahr für die Produktionstechnik
23.10.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit lernen und arbeiten: Rund 80 neue Nachwuchskräfte in der Friedhelm Loh Group

23.10.2017 | Unternehmensmeldung

50-jähriges Jubiläum bei der JULABO GmbH

23.10.2017 | Unternehmensmeldung

DATEV eG beauftragt tisoware

23.10.2017 | Unternehmensmeldung