Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blicksteuerung für Games im Anmarsch

29.03.2010
"Gaze-Tracking" ermöglicht schnellere Computer-Mensch-Interaktionen

Auf der Suche nach einem immer intensiveren und realitätsnäheren Spielerlebnis haben Computerwissenschaftler nun das menschliche Auge als besonders interessantes Hilfsmittel entdeckt.

Das Sinnesorgan, das beim Erleben von Computer- und Videospielen bislang nur eine passive Rolle eingenommen hat, könnte bald wesentlich aktiver zur direkten Steuerung des virtuellen Geschehens eingesetzt werden. Möglich werden soll das mithilfe einer neuartigen Blickerkennungs-Technologie, durch die sich deutlich schnellere Computer-Mensch-Interaktionen realisieren lassen, als durch heute erhältliche Controller-Systeme.

"Wenn das Auge einmal ein bestimmtes Ziel auf dem Bildschirm erkannt hat, zielt der Spieler bereits automatisch darauf", fasst John Paulin Hansen von der IT University in Kopenhagen den zentralen Vorteil der als "Gaze-Tracking" bezeichneten Technologie gegenüber dem NewScientist zusammen. Der auf diese Weise erzielte potenzielle Geschwindigkeitsgewinn bei der Steuerung von Computerspielen sei enorm und lasse konventionelle Game-Controller wie Joystick, Maus oder Touchscreen alt aussehen.

Kamera verfolgt Pupillenbewegung

Um diese Behauptung zu beweisen, hat Hansen die neue Technologie einem ersten Praxistest unterzogen. Dabei installierte der Forscher zunächst ein Controller-System, bei dem eine kleine Kamera die Pupillenbewegung des Nutzers verfolgt. Nach einer anfänglichen Kalibrierung lässt sich dann der Maus-Cursor per Blickänderung über den Bildschirm jagen. Das Runzeln der Stirn, das von einem mit Sensoren bestückten Stirnband registriert wird, ersetzt den Mausklick.

Ein Geschwindigkeitsvergleich zwischen User-Gruppen, die entweder mit Joysticks, Mäusen, Touchscreens oder dem "Gaze-Tracking"-System ausgestattet wurden, lieferte laut Hansen eindeutige Ergebnisse. So benötigte die Blickerkennung im Durchschnitt lediglich 350 Millisekunden - über 50 Millisekunden schneller als der nächstbeste Mitbewerber, die Maus.

"World of Warcraft" mit Blicksteuerung

Dass die "Gaze-Tracking"-Technologie, die bislang vor allem bei der Durchführung von psychologischen Experimenten eingesetzt worden ist, tatsächlich ein völlig neues Gaming-Erlebnis eröffnen kann, hat man auch an der De Montfort University http://www.dmu.ac.uk im britischen Leicester erkannt. Dort experimentieren Forscher derzeit mit einer blickgesteuerten Version des populären Online-Rollenspiels "World of Warcraft". Dabei navigiert der Spieler mithilfe eines durchsichtigen Control-Panels, das auf dem Bildschirm eingeblendet wird und kann so über virtuelle Schaltflächen seine Zaubersprüche und Schwertattacken steuern.

"Bewegungssteuerungskonzepte wie bei der Wii oder bei den kommenden Technologien von Sony und Microsoft haben dazu geführt, dass Videospiele realitätsnäher und leichter zu handhaben geworden sind", meint Hans Solar, Lehrgangsleiter am Wiener Games College http://www.games-college.at , gegenüber pressetext. Die Frage, ob Ansätze wie das "Gaze-Tracking" tatsächlich Vorteile für die Gamer bringen werden, könne zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht beantwortet werden. "Entscheidender Faktor ist die Latenzzeit derartiger Steuerungssysteme", so Solar.

Markus Steiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www1.itu.dk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften