Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biometrische Sicherheitssysteme entscheidend verbessert

22.10.2013
TABULA RASA: EU-gefördertes Projekt schließt Sicherheitslücken
Software zur Gesichts-, Sprach- und Fingerabdruckerkennung hat es inzwischen auf Smartphones und Tablets geschafft. Doch auch diese äußerst effizienten biometrischen Sicherheitssysteme haben Schwachstellen, die ausgenutzt werden, um Zugang zu fremden Ressourcen oder Daten zu gewinnen. Das EU-geförderte Projekt TABULA RASA hat konkrete Gegenmaßnahmen entwickelt, damit europäische Unternehmen derartige Angriffe abwehren können.

Seit drei Jahren erforscht und bewertet das TABULA RASA-Konsortium, das aus zwölf Partnern aus sieben Ländern besteht, Schwachstellen in biometrischen Sicherheitssystemen. Dazu hat es eine umfangreiche Liste mit möglichen sogenannten Spoofing-Attacken erstellt und fünf konkrete Gegenmaßnahmen an Unternehmen übermittelt. Beim Spoofing werden durch die Verwendung alltäglicher Mittel wie Make-up, Fotos und Sprachaufzeichnungen biometrische Systeme untergraben oder direkt angegriffen.

Die EU investierte 4,4 Millionen Euro in das Projekt, das TABULA RASA-Konsortium weitere 1,6 Millionen Euro, um die umfangreichen Forschungen und Tests durchführen zu können.

Dr. Sébastien Marcel, Koordinator des Projekts TABULA RASA, erklärte: „Ohne die Investition der Europäischen Union wäre es unmöglich gewesen, dieses Forschungsprojekt so groß anzulegen und mit so vielen Partnern aus der EU zusammenzuarbeiten. Die Vorteile der verbesserten Software sind nicht nur sicherere Geräte und Informationen, sondern auch kürzere Anmeldezeiten für IT-Geräte sowie schnellere und präzisere Grenz- und Reisepasskontrollen. Wir glauben, dass viele verschiedene Unternehmen Interesse an unseren Forschungsergebnissen zeigen werden. Insbesondere Technologieunternehmen, Postämter, Banken, Hersteller von Mobilgeräten oder Anbieter von Onlinediensten können davon profitieren.“

Ryan Heath, Sprecher der Europäischen Kommission und Verantwortlicher für die digitale Agenda und die digitalen Technologien, sagte: „Viele von uns speichern persönliche und vertrauliche Informationen auf ihren Smartphones und Tablets. Aus diesem Grund müssen wir sicher sein können, dass diese biometrischen Tools zuverlässig sind. Bisher ist die Europäische Kommission mit den Ergebnissen von TABULA RASA zufrieden. Keine andere Forschungsgruppe hat es zuvor geschafft, derart fortschrittliche Ergebnisse auf dem Gebiet der Biometrie zu erzielen.“

Informationen zum TABULA RASA-Konsortium

Das Projekt TABULA RASA vereint zwölf Forschungs- und Industriepartner aus fünf EU-Mitgliedsstaaten sowie der Schweiz und China. Neben dem Idiap Research Institute (Schweiz), das das Konsortium leitet, sind auch die folgenden Partner an dem Projekt beteiligt: University of Southampton (Großbritannien), University of Cagliari (Italien), University of Oulu (Finnland), Universidad Autonoma de Madrid (Spanien), EURECOM (Frankreich), ein Ingenieur- und Forschungszentrum für Telekommunikation, Morpho/Safran (Frankreich), das weltweit führende Unternehmen auf dem Gebiet biometrischer Lösungen, Starlab Barcelona (Spanien), ein Unternehmen, das aus Wissenschaft Technik macht, Chinese Academy of Sciences (China), KeyLemon (Schweiz), ein Unternehmen, das praktische und sichere Zugangslösungen anbietet, die auf Gesichts- und Spracherkennung basieren, BIOMETRY (Schweiz), ein Unternehmen, das multimodale, simultane biometrische Authentisierung mit Random Challenge Response (zufällige Generierung einer nachzusprechenden Zahlenreihe) bietet, sowie das Centre for Science, Society and Citizenship (Italien).
www.tabularasa-euproject.org
www.youtube.com/channel/UCoHA9lGDrtEUim_mdtPwQ6w


EU-finanzierte Forschung in diesem Bereich

Die Europäische Kommission unterstützt derzeit die Forschung im Bereich der Cyber-Sicherheit und der Online-Privatsphäre durch die Rahmenprogramme (derzeit RP7) sowie das „ICT Policy Support Programme“ im Rahmen des Programms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Im Zeitraum von 2007 bis 2013 wurden auf diesem Gebiet Investitionen in Höhe von 350 Millionen Euro getätigt. Zudem werden im Rahmen von „Horizont 2020“ voraussichtlich mindestens 500 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Kommission beabsichtigt, mithilfe dieser Forschungsarbeiten verlässliche Lösungen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu entwickeln und eine sichere und zuverlässige digitale Umgebung in Europa zu schaffen. Diese Forschung zielt – aus einer kohärent technischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Perspektive betrachtet – auf Sicherheit, Vertrauen und Privatsphäre ab und hilft, Innovation und Wirtschaftswachstum in der EU zu fördern, während gleichzeitig Europas Gesellschaft, Wirtschaft sowie Vermögens- und Grundrechte geschützt werden. Das Europäische Parlament und der Rat besprechen derzeit die Netzsicherheitsstrategie der Europäischen Union sowie eine Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit, die im Februar 2013 der Europäischen Kommission vorgestellt wurde. Beabsichtigt wird, die Onlineumgebung der EU zur sichersten der Welt zu machen.

Weitere Informationen zu Netzsicherheit und Online-Datenschutz erhalten sie unter:
Broschüre über die Forschungsarbeiten zu Vertrauen in IKT und Sicherheit von IKT im Rahmen von FP7

Europäische Finanzierung von Forschung und Innovation

Die Europäische Union wird 2014 unter der Bezeichnung „Horizont 2020“ ein neues, siebenjähriges Förderprogramm für Forschung und Innovation einführen. Seit 2007 wurden seitens der EU bereits fast 50 Milliarden Euro in Forschungs- und Innovationsprojekte investiert, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken und den Horizont des menschlichen Wissens zu erweitern. Das Forschungsbudget der EU entspricht ca. zwölf Prozent der von den 28 EU-Mitgliedstaaten für Forschung aufgewendeten öffentlichen Gesamtausgaben und ist hauptsächlich auf Bereiche wie Gesundheit, Umwelt, Transportwesen, Lebensmittel und Energie ausgerichtet. Außerdem wurden mit der Pharma-, Luftfahrt- und Raumfahrt- sowie mit der Fahrzeug- und Elektroindustrie Forschungspartnerschaften gegründet, um Investitionen des privaten Sektors anzuregen, die das zukünftige Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen mit hohen Qualifikationsanforderungen unterstützen. „Horizont 2020“ wird sich in noch größerem Maße dafür einsetzen, ausgezeichnete Ideen in marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu verwandeln.

Aktuelle Informationen zu Forschung und Innovation in Europa erhalten Sie unter:
www.facebook.com/innovation.union
twitter.com/innovationunion

Kontakte

Pressebeauftragte:

Mirjam Schaper
E-Mail: Mirjam.Schaper@cohnwolfe.com
Tel.: +49 (0)40 808016-111

Ina Bauer
E-Mail: Ina.Bauer@cohnwolfe.com
Tel.: +49 (0)69 7506-1597


Zuständiger EU-Repräsentant:

Ryan Heath
E-Mail: Ryan.Heath@ec.europa.eu

Michael Jennings
E-Mail: Michael.Jennings@ec.europa.eu

Nikola John
E-Mail: Nikola.John@ec.europa.eu
Tel.: +49 (0)30 2280-2410

| Europäische Kommission GFuI
Weitere Informationen:
http://www.ec.europa.eu
http://www.tabularasa-euproject.org
http://www.youtube.com/channel/UCoHA9lGDrtEUim_mdtPwQ6w

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie