Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biometrie: Schnelle Identifikation von Katastrophenopfern

11.11.2010
Naturkatastrophen waren schon immer eine besondere Gefahr für die Menschen.

Wir alle haben die Bilder vom Tsunami von 2004 noch vor Augen und denken an das Erdbeben auf Haiti und die gewaltigen Überschwemmungen in Pakistan. Allen Ereignissen ist eine große Anzahl an Opfern gemein, deren Identifikation für die Angehörigen allzu oft eine quälend lange Zeit der Ungewissheit mit sich brachte.

"Eine rasche Identifizierung der Opfer wird von allen in Katastrophengebieten aktiven Hilfskräften gewünscht", sagt Markus Müller vom Fraunhofer IOSB. "Durch modernste biometrische Bilderkennungsverfahren können wir hier einen deutlichen Schritt vorankommen."

Fraunhofer IOSB und Fraunhofer IGD entwickeln in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt, INTERPOL und weiteren Europäischen Partnern im EU-Forschungsprojekt "FAST and efficient international disaster victim IDentification (FASTID)" ein Verfahren, das künftig mit Hilfe des über eine Person vorhandenen Bildmaterials eine schnelle Identifikation in Katastrophengebieten ermöglichen soll.

Angehörige liefern Bildmaterial, das vom Computer mit Aufnahmen der erfassten Opfer verglichen wird. Im Gegensatz zu Fingerabdrücken, DNA oder Gebiss-Status sind Personenbilder leichter verfügbar. Bei einer Übereinstimmung können dann weitere Identifikationsverfahren genutzt und auch die Angehörigen für eine abschließende Identifizierung gerufen werden.

"Die Herausforderung hierbei ist, eine gute Erkennungsleistung zu ermöglichen trotz entstellender Veränderungen der Opfer und qualitativ minderwertiger oder alter Fotos als Identifizierungsgrundlage", erklärt Alexander Nouak vom Fraunhofer IGD. "Unser neuer Ansatz wird deshalb die etablierten Verfahren hauptsächlich ergänzen und nicht ersetzen."

Die Forscher sind damit befasst, Standards zu definieren, die eine weltweit einheitliche und damit beschleunigte Verfahrensweise ermöglichen. Bei großen Katastrophen sind häufig Opfer und Helfer aus unterschiedlichen Nationen betroffen, so dass eine gemeinsame technische Basis essenziell ist.

Konrad Baier | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise