Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bienengehirn als Bilderkennungs-Vorbild

27.01.2009
Effizienter Mechanismus für künstliche Intelligenz interessant

Verbesserte künstliche Intelligenz (KI) und insbesondere Computerprogramme zur Gesichtserkennung könnten ausgerechnet durch das einfache Vorbild des Bienengehirns Realität werden.

Dieser Ansicht ist der Bienenexperte Adrian Dyer, Mitarbeiter am Department of Physiology der australischen Monash University. "Die Idee dahinter, in Insektengehirnen nach möglichen neuen Mechanismen für KI zu suchen, ist, dass Insektengehirne sehr klein sein müssen. Die Evolution könnte einen schlauen Trick zur Problemlösung ergeben haben", erklärt Dyer auf Anfrage von pressetext. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Bienen Bild-Interpolation zur Gesichtserkennung nutzen. Diese Methode könnte auch für entsprechende Computer-Software interessant sein.

"Es gibt eine Reihe von Problemen mit derzeitigen KI-Gesichtserkennungssystemen, wenn Personen unabhängig vom Blickwinkel erkannt werden sollen", erklärt Dyer. Daher sei es interessant, wie das einfache Bienengehirn derartige Aufgaben bewältigt. "Wir haben gezeigt, dass das Bienengehirn mit weniger als einer Mio. Neuronen eigentlich sehr gut darin ist, komplexe Aufgaben zu bewältigen", betont der Forscher. Das Verständnis, wie das funktioniert, sei interessant für Entwickler komplexer Bilderkennungssysteme, die mit geringen Hardwareressourcen auskommen sollen.

Dyer hat in Zusammenarbeit mit einem britischen Kollegen untersucht, wie genau Bienen das Problem der Bilddrehung lösen. "Unsere Studie zeigt, dass Bienengehirne Bild-Interpolation - also ein Mitteln zuvor gelernter Ansichten - nutzen, um Gesichter oder andere komplexe Stimuli aus einem neuen Blickwinkel zu erkennen", erklärt Dyer.

Dieser vom Bienengehirn genutzte Mechanismus ist nach Ansicht von Dyer vielversprechend, um neue Ansätze bei KI-Gesichtserkennungssystemen zu ermöglichen. "Ein denkbares Ergebnis unserer Erkenntnisse wäre, Bild-Interpolation für die Erkennung von Gesichtern in Menschenmengen zu nutzen", meint Dyer gegenüber pressetext. Denn in solchen Anwendungen können Gesichter aus sehr vielen verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen werden, während Vergleichsdatenbanken auf einige wenige Ansichten beschränkt sind.

Aber nicht nur bei sicherheitsrelevanten Anwendungen ortet der Wissenschaftler Potenzial. "Unsere Arbeit könnte auch für Programmierer interessant sein, die Robotern beibringen wollen, wie sie lernen und dann Haushaltgegenstände aus verschiedenen Blickwinkeln erkennen können", sagt Dyer. Die blickwinkelunabhängige Erkennung von Objekten sei ein sehr schwieriges visuelles Problem. "Es ist eine große Erkenntnis, jetzt zu wissen, wie miniaturisierte Gehirne das lösen", meint der Forscher abschließend.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.monash.edu.au

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie