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Besserer Überblick in digitalen Fabriken

17.11.2015

Eine neue Siemens-Software vereinfacht die Überwachung industrieller Netzwerke. Reibungslos funktionierende Kommunikation ist eine Voraussetzung für effiziente Fertigung.

Siemens vereinfacht die Überwachung industrieller Netzwerke mit einer neuen Version seiner Netzwerkmanagement-Software. Denn Produktionsprozesse werden zunehmend digitaler.


Die neue Software "Sinema Server" erkennt automatisch alle Profinet- und Ethernetgeräte eines Netzwerkes und visualisiert diese übersichtlich in einem Webbrowser.

Ob in Chemieanlagen oder der Herstellung kleinerer Bauteile: Maschinen, Antriebe, Sensoren und viele weitere Komponenten sind miteinander vernetzt.

In Verbindung mit Software bekommt die reale Produktionswelt ein digitales Abbild, was durch Simulationen und Optimierungen am Computer letztlich eine robustere, flexiblere und effizientere Fertigung ermöglicht. Ein reibungslos funktionierendes Kommunikationsnetz ist dafür eine Voraussetzung.

In Betrieben gibt es aber für die verschiedenen Produktionsebenen unterschiedliche Vernetzungsstandards. Es ist daher eine Herausforderung, jederzeit den Status aller Geräte im Blick zu haben und Störungen frühzeitig zu erkennen.

Die neue Version 13 von "Sinema Server" bietet mehr Überblick als bisher, weil sie erstmals die Maschinen und Anlagenebene in einer einzigen Monitoring-Lösung überwachen kann. Sie erkennt automatisch sämtliche Komponenten im gesamten Netzwerk und zeigt deren Status übersichtlich in einem Webbrowser an.

Möglich wird dies, weil Sinema Server neben dem in der IT üblichen Simple Network Management Protocol (SNMP) auch über applikationsnahe Protokolle (zum Beispiel Profinet, Simatic) Diagnosedaten direkt vom Endgerät auslesen kann.


Maschinen- und anlagenübergreifende Monitoring-Lösung

Das Netzwerk einer modernen, weitgehend automatisierten Fabrik umfasst leicht einige tausend Einzelkomponenten. Neben den Fertigungsmaschinen und ihren Steuerungen sind das zum Beispiel Sensoren für die Maschinenüberwachung, Computer oder Server.

Bisher werden in Produktionsbetrieben meist zwei Bereiche getrennt überwacht: Die Automatisierungsebene, auf der Maschinen über den Industriestandard Profinet kommunizieren, und die produktionsübergreifende Kommunikationsebene, die einzelne Anlagen miteinander verbindet.

Sinema Server V13 vereint nun beide Bereiche. Die Software erkennt automatisch alle Profinet- und Ethernetgeräte im Netzwerk. Das Wartungspersonal hat so das gesamte Netz über eine einzige Bedienoberfläche im Blick.

Die Software erfasst für jedes Gerät unter anderem den Hersteller, die Art der Komponente, den aktuellen Status, den genauen Ort oder die aufgespielte Softwareversion. Aus Siemens Simatic-Steuerungen und den daran angeschlossenen Geräten werden sogar noch mehr Informationen ausgelesen und zum Beispiel Störungen diagnostiziert.

Die Daten lassen sich auch in externe Anwendungen exportieren. Man kann dann beispielsweise auswerten, welche Komponenten an einem bestimmten Standort im Einsatz sind oder ob alle Gerätetypen mit derselben Softwareversion arbeiten. Außerdem kann man erstmals systematisch verfolgen, ob es bestimmte Zusammenhänge zwischen dem Status der verschiedenen Kommunikationsebenen gibt. Beispielsweise würde auffallen, ob und wie sich eine Übertragungsstörung im Netz auf die Verfügbarkeit der Fertigung auswirkt.

Situation als unkritisch erkannt: Weniger Alarmmeldungen

Eine weitere Besonderheit von Sinema Server V13 ist, dass sie veränderliche Routinen berücksichtigt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Roboter zwischen verschiedenen Werkzeugen wechselt, die ihrerseits über eine eigene Netzwerkkennung verfügen. Eine solche Komponente wechselt ihren Status von „im Lager“ zu „im Einsatz“. Sinema Server stuft solche Statusänderungen automatisch als unkritisch ein und übermittelt keine Alarmmeldung an das Wartungspersonal, was deren Arbeit deutlich erleichtert.

Darüber hinaus speichert Sinema Server die erfassten Daten in einem Langzeitarchiv. Das ermöglicht nachträgliche Auswertungen, für die im Normalbetrieb die Zeit fehlt. Aus dem zeitlichen Verlauf des Netzwerkszustands können dann Empfehlungen für eine Optimierung des Netzes abgeleitet werden.
Norbert Aschenbrenner


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