Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnelle Zugentwicklung: Erst digital, dann real

09.11.2007
Bei Siemens entstehen komplette Züge im Computer. Das Unternehmen arbeitet mit einer rein virtuellen Produkt- und Produktionsentwicklung nahezu papierlos und verkürzt damit die Fertigungsvorbereitung und die Montage der Fahrzeuge.

Gleichzeitig erhöht es deren Qualität – bei niedrigeren Entwicklungskosten. Wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future in der aktuellen Ausgabe berichtet, benötigt Siemens für die Planung und Fertigung eines Hochgeschwindigkeitszuges statt drei nur noch rund zwei Jahre.


Design, Planung und Fertigung in der digitalen Welt sowie die Einbindung von Lieferanten und Kunden gewinnen in Zukunft immer mehr an Bedeutung, weil so die Produktion maßgeschneidert und effizienter wird. Bei Siemens Transportation Systems (TS) verläuft die komplette Zugkonstruktion bereits heute in einer durchgängigen 3D-CAD-Prozesskette. Von der Konzeption über die Entwicklung bis hin zur Produktionsvorbereitung, Fertigung und Montage wird „virtuell“ gearbeitet und die Ergebnisse werden über ein einheitliches Produktdaten-Management-System allen Konstrukteuren der verschiedenen Entwicklungsstufen zur Verfügung gestellt.

Die einzelnen Prozesse laufen dabei parallel – jeder Entwickler weiß ständig genau, was der andere macht. Entwicklungsfortschritte werden sofort in die Planungen der anderen Bereiche einbezogen. Das geht auch in so genannten Collaboration-Sitzungen – einem virtuellen Datenaustausch – zwischen mehreren TS-Werken. Statt mit 2D-Zeichnungen zu einem Werk zu reisen um die Ergebnisse vor Ort zu synchronisieren, lassen sich die Entwicklungsstände international zeitnah abgleichen.

Auch in der Produktion hat die virtuelle Realität mittlerweile Einzug gehalten. Bereits während der Konzepterstellung eines geplanten Zuges machen die Experten 3D-Animationen der Arbeitsschritte und erste Simulationen der einzelnen Baugruppen. Auf Basis dieser Daten planen und steuern die Spezialisten der Produktionsvorbereitung die Fertigung und Montage, indem sie beispielsweise ganze Montagereihenfolgen festlegen. Bevor die Monteure in und an den Zügen arbeiten, lassen sie sich die Arbeitsschritte virtuell animiert zeigen – nicht nur die Einarbeitungszeit wird kürzer, auch Rückfragen und Fehler nehmen ab.

Während der Fertigung kann noch nicht vollständig auf 2D-Zeichnungen verzichtet werden, da deren komplexe Informationen sich nur sehr aufwändig in 3D-Modelle einfügen lassen. Bis Ende 2009 soll jedoch auch diese Digitalisierung Realität sein. (IN 2007.11.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation
http://www.siemens.com/pof

Weitere Berichte zu: 2D-Zeichnung Fertigung Montage Produktionsvorbereitung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits
15.12.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Neues Epidemie-Management-System bekämpft Affenpocken-Ausbruch in Nigeria
15.12.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lipid-Nanodisks stabilisieren fehlgefaltete Proteine für Untersuchungen

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Von Alaska bis zum Amazonas: Pflanzenmerkmale erstmals kartiert

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Krebsforschung in der Schwerelosigkeit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie