Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unternehmen müssen Managed VoIP-Services genau unter die Lupe nehmen

07.11.2007
Laut einem heute von Berlecon Research und der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kom-munikationstechnik ESK veröffentlichten Report bietet Voice over IP (VoIP) neue Potenziale, die TK-Infrastruktur standortübergreifend zusammenzufassen.

Diese Zentralisierung kann sowohl im Eigenbetrieb als auch in verschiedenen Managed-Services-Varianten umgesetzt werden. Für die Auswahl des passenden Modells müssen Unternehmen im Vorfeld ihre Anforderungen an Netzinfrastruktur, Sicherheit und Verfügbarkeit, ITK-Integration sowie Funktionalitäten genau definieren.

Die Analysten empfehlen Unternehmen mit umfangreichen Anforderungen den Betrieb einer dedizierten Anlage. Unternehmen, die eher standardisierte VoIP-Funktionitäten benötigen und über begrenzte Ressourcen verfügen, sollten Voice as a Service in Betracht ziehen.

Für geografisch verteilte Unternehmen ist es in der IT schon seit langem Gang und Gäbe, ihre verschiedenen Standorte mit einer zentralisierten Infrastruktur zu versorgen. Die Telekommunikationsinfrastruktur dagegen ist in vielen Unternehmen noch dezentral organisiert. Das gilt insbesondere für traditionelle analoge oder ISDN-basierte TK-Systeme, aber auch für solche, die bereits auf VoIP basieren.

... mehr zu:
»Managed »Ressource »TK-System »VoIP »Voice

"Viele große Unternehmen, deren Struktur sich aus mehreren Einzelunternehmen zusammensetzt, verfügen oft noch über eine heterogene TK-Infrastruktur. Aus historischen Gründen sieht die Situation bei der Fraunhofer-Gesellschaft ähnlich aus. Auf mittel- und langfristige Sicht sind vor allem neue, innovative Mehrwertdienste nur nutzbar, wenn auch im TK-Bereich eine homogene Infrastruktur vorhanden ist.", berichtet Alexander Kraas, technischer Analyst bei Fraunhofer ESK.

Im Gegensatz zu traditionellen TK-Systemen lässt sich die Kommunikationsinfrastruktur durch VoIP erheblich einfacher zentralisieren. Die Vorteile einer standortübergreifenden Lösung liegen vor allem in Kosteneinsparungen und der Nutzung umfangreicherer Funktionen. So müssen teure und komplexe Systemkomponenten wie etwa Nebenstellenanlagen nicht mehr für jeden Standort beschafft und betrieben werden. Auch fallen Gesprächsgebühren für unternehmensinterne Anrufe zwischen den Standorten weg, wenn diese nicht über das öffentliche Telefonnetz, sondern ein IP-basiertes Wide Area Network (WAN) geleitet werden. Darüber hinaus sind durch interne Vernetzung und die gemeinsame Nutzung zentraler Rufnummernverzeichnisse Funktionen wie Rufumleitung, Teamschaltungen, Kurzwahl oder Konferenzschaltungen über die Standorte hinweg möglich. Schließlich wird mit IP-basierter Technologie eine zentrale Voraussetzung für die Einbindung in IT-Anwendungen und die Integration visueller Kommunikation, z.B. Videokonferenzen, geschaffen.

Eine Zentralisierung der TK-Systeme auf der Basis von VoIP ist für Unternehmen allerdings auch mit erheblichen Herausforderungen verbunden. So muss etwa das WAN den hohen Anforderungen des Sprachverkehrs bezüglich Datensicherheit, Übertragungsqualität und Verfügbarkeit gerecht werden. Viele der Herausforderungen und Risiken können durch die Unterstützung offener Standards und Schnittstellen reduziert werden. Philipp Bohn, Analyst bei Berlecon Research: "Durch technologische Offenheit wird die Investitionssicherheit der angeschafften TK-Systeme und -Komponenten erhöht. Auch ist damit eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Integration im Rahmen von Unified Communications geschaffen. Durch Funktionen wie vor allem der Präsenzanzeige wird die Effizienz der standortübergreifenden Zusammenarbeit weiter gesteigert."

Für die Umsetzung und den Betrieb zentraler VoIP-Systeme kommen für Unternehmen verschiedene Beschaffungs- und Betreibermodelle in Frage. Die wichtigsten Entscheidungskriterien sind standortbezogen: die technische Anbindung und die Mitarbeiterzahl sowie das Kommunikationsverhalten. Weiter muss beachtet werden, ob VoIP-Komponenten zentral betrieben und von mehreren Unternehmenskunden gemeinsam genutzt werden können. Im Report werden neben dem Eigenbetrieb die Varianten Managed Solution, Hosted VoIP sowie Voice as a Service (VaaS) unterschieden.

Alle Varianten haben grundlegende Vor- und Nachteile bezüglich ihrer wirtschaftlichen, technologischen und organisatorischen Flexibilität sowie in Bezug auf die Gewährleistung eines sicheren Betriebs. So werden bei Managed Services zentrale VoIP-Komponenten wie etwa Call Server von einem externen Dienstleister betrieben und teilweise dort untergebracht. Aus der Auslagerung ergeben sich für Unternehmen Einsparungen beim Betrieb, denn es werden weniger eigene Ressourcen und Kompetenzen benötigt. Darüber hinaus steigern beispielsweise On-Demand-Modelle die Flexibilität bei Wachstum oder Einbindung neuer Standorte, weil nur für die zusätzlich angebundenen Nutzer bezahlt werden muss. Die Sicherheit kann durch ein kontinuierliches Monitoring der VoIP-Infrastruktur und die Systempflege durch spezialisierte Fachkräfte des Dienstleisters erhöht werden.

"Grundsätzlich gilt: Je höher die Anforderungen und umfangreicher die personellen und finanziellen Mittel des Unternehmens sind, umso eher sollte eine dedizierte Anlage im eigenen Unternehmen implementiert werden. Diese kann sowohl von der internen ITK-Abteilung als auch von einem externen Dienstleister betreut werden. Für Unternehmen, die eher standardisierte VoIP-Funktionitäten benötigen und über begrenzte eigene Ressourcen zum Betrieb der Infrastruktur verfügen, kommt Hosting oder Voice as a Service in Betracht," erläutert Philipp Bohn.

Der aktuelle Report richtet sich an Unternehmen, die eine vorhandene TK-Anlage an mehreren Standorten durch eine zentrale VoIP-Lösung ersetzen wollen. Er liefert die wichtigsten Entscheidungskriterien für die Auswahl einer solchen Lösung und die Wahl des Betreibermodells. Dazu definiert der Report zunächst die Anforderungen, die eine zentrale Lösung in Bezug auf die Netzinfrastruktur, Sicherheit und Verfügbarkeit, ITK-Integration sowie Funktionalitäten erfüllen sollte. Er systematisiert zudem die verschiedenen Beschaffungs- und Betreibermodelle für zentrale VoIP-Lösungen und definiert die notwendigen Beurteilungskriterien für diese Modelle.

Weitere Informationen zum Report stehen unter www.berlecon.de/centralvoip zur Verfügung.

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.esk.fraunhofer.de
http://www.berlecon.de
http://www.berlecon.de/centralvoip

Weitere Berichte zu: Managed Ressource TK-System VoIP Voice

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise