Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berührungslose Bildsteuerung

06.11.2007
Wie von Zauberhand dreht sich die dreidimensionale Tomographie-Aufnahme vor dem Arzt – nur durch einen Fingerzeig. Diese berührungslose Steuerung ist ideal für den OP: Hier liefert sie dem Arzt wertvolle Informationen, ohne die sterile Arbeitsweise zu gefährden.

Nachdenklich lehnt sich der Arzt in seinem Sessel zurück, während er das dreidimensionale Bild betrachtet, das vor ihm schwebt. Er hebt den Finger und zeigt auf eine kleine virtuelle Taste, die sich ebenfalls frei im Raum befindet: Auf dieses Kommando dreht sich die Computertomographie-Aufnahme von rechts nach links, von oben nach unten – ganz so, wie der Zeigefinger sie dirigiert.

Unregelmäßigkeiten im Gewebe kann der Arzt auf diese Weise sehr gut erkennen. Ebenfalls durch einen Fingerzeig »klickt« er auf das nächste Bild. Auch während der folgenden Operation hat der Chirurg die Aufnahme ständig vor Augen. Über die berührungslose Steuerung kann er sie jeweils so drehen, dass er die abgebildeten Organe aus der gleichen Perspektive sieht wie die Organe des Patienten vor ihm. Da er dazu weder Maus noch Tastatur braucht, bleiben seine Handschuhe steril.

Doch wie erkennt das System, worauf der Finger zeigt? »Über dem Display, der das dreidimensionale Bild erzeugt, sind zwei Kameras angebracht«, erklärt Wolfgang Schlaak, Abteilungsleiter am Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin, an dem das Display entwickelt wurde. »Sie sehen den Zeigefinger aus verschiedenen Richtungen. Eine Bildverarbeitungssoftware kann seine Position im Raum daher genau ermitteln.« Hundert Bilder nehmen die Kameras pro Minute auf. Im gleichen Takt sucht eine weitere Kamera, die im Rahmen des Displays integriert ist, Gesicht und Augen des Betrachters. Die zugehörige Software ermittelt sofort, wie dieser den Kopf hält und in welche Richtung er schaut – und generiert ein passendes Bild für das linke und eines für das rechte Auge. Bewegt sich der Kopf um ein paar Zentimeter zur Seite, passt das System die Bilder sofort entsprechend an. »Der Betrachter sieht das dreidimensionale Bild somit immer in hoher Qualität, auch wenn er sich bewegt. Das ist im OP unabdingbar, und bei routinemäßiger Auswertung ermöglicht es dem Arzt eine entspannte Haltung«, sagt Schlaak.

... mehr zu:
»3-D-Bildschirm »Display »Fingerzeig

»Die Kombination aus 3-D-Bildschirm und der berührungslosen Bedienung macht dieses System einmalig.« Die Kosten für das dreidimensionale Display liegen deutlich unter den Kosten für herkömmliche 3-D-Bildschirme vergleichbarer Qualität. »Unsere berührungslos zu bedienenden 3-D-Displays rentieren sich daher auch für kleinere Arztpraxen«, ist Schlaak überzeugt. Den Prototypen stellen die Forscher auf der Messe medica vom 14. bis 17. November 2007 in Düsseldorf vor (Halle 16, Stand D55). In etwa einem Jahr, hofft Schlaak, könnte das System auf den Markt kommen.

Wolfgang Schlaak | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.hhi.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: 3-D-Bildschirm Display Fingerzeig

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Vom Gehirn zur Robotik: Algorithmen verarbeiten Sensordaten wie das Gehirn
25.09.2017 | Universität Ulm

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie