Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software rekonstruiert 3D-Gebäude aus Internetfotos

05.11.2007
Kostengünstige Alternative für die Erstellung von 3D-Modellen entwickelt

Ein Forscherteam der TU Darmstadt und der Universität Washington hat gemeinsam mit Microsoft Research eine Software entwickelt, die aus Fotos eine dreidimensionale Abbildung der Welt rekonstruieren kann. Das Besondere dabei: Für die 3D-Darstellung können beliebige Fotos aus dem Internet verwendet werden. Die entwickelte Software stellt daher eine kostengünstige Alternative zu bisherigen Verfahren dar, in denen teure Stereokameras oder Laser-Vermessungssysteme benötigt wurden, um Gebäude dreidimensional abzuscannen.

"Unser Forschungsprojekt wurde bereits im Sommer 2006 im Rahmen eines Aufenthaltes an der Universität Washington gestartet", berichtet Michael Goesele, seit 2007 Juniorprofessor für Grafisch Interaktive Systeme an der TU Darmstadt, im Gespräch mit pressetext. Als Basis der Forschung habe man sich auf ein in Washington entwickeltes Foto-Tool stützen können, das es ermöglicht, in einem "Structure from Motion" genannten Verfahren den Standpunkt der Fotografen, die Eigenschaften der verwendeten Kameras sowie die Grobstruktur des Objekts zu bestimmen. "Die errechneten Daten dienen dann in einem zweiten Schritt als Basisgerüst, um ein detailliertes Modell erstellen zu können", so der Forscher.

In mehreren Testläufen konnte die Software dabei schon überzeugen. So griff man für die Rekonstruktion der Kathedrale Notre Dame in Paris auf Bilder der Internetseite Flickr http://www.flickr.com zurück. Aus den über 88.000 frei verfügbaren Fotos, die dort zu diesem Thema zu finden waren, wählten die Forscher alljene aus, die das Bauwerk aus verschiedenen Perspektiven zeigen und konnten so ein 3D-Modell der Kathedrale errechnen. Bei einem weiteren Test konnte aus 56 verschiedenen Fotos von acht Fotografen ein partielles, dreidimensionales Modell des Doms in Pisa erstellt werden. Die Software arbeitet dabei mit erstaunlicher Genauigkeit, lediglich 0,25 Prozent betrug der durchschnittliche Fehler bei diesem Modell.

Aktuell arbeitet die Forschergruppe um Goesele an einem sehr ambitionierten Projekt: Aus einer Million Fotos soll eine virtuelle 3D-Darstellung der Stadt Rom entstehen. "Längerfristige Vision ist die detailgenaue 3D-Modellierung der gesamten Erdoberfläche", erläutert der Forscher gegenüber pressetext. Betreffend des Zukunftspotenzials der entwickelten Software gibt sich Goesele optimistisch: "Das hier ist im Moment pure Grundlagenforschung. Sicher würden sich neben den Kollegen von Microsoft auch Unternehmen wie Google für die Technik interessieren." Über eine kommerzielle Nutzung der Software sei laut Angaben des Wissenschaftlers aber noch keine Entscheidung gefällt.

Markus Steiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de
http://www.washington.edu
http://research.microsoft.com

Weitere Berichte zu: 3D-Darstellung 3D-Modell Fotograf Internetfotos

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie