Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Clausthaler Scanning-Technologie begeistert Franzosen

19.10.2007
Zweidimensionales Scannen kennt fast jeder. Für viele Studierende zählt ein digitales Einlesegerät für Texte und Bilder heute zur Grundausstattung. Bei einem 3D-Scanner hört allerdings die Heimarbeit auf.

Um ein solches Gerät nutzen zu können, nehmen Wissenschaftler sogar eine Anreise von 1300 Kilometern in Kauf. Laurent Saboret ist eigens aus dem südfranzösischen Sophia Antipolis mit einem großen Koffer voller Gegenstände zum Institut für Informatik der TU Clausthal gekommen, um die Objekte einzuscannen.

Der Beschäftigte der staatlichen französischen Forschungseinrichtung "INRIA", der eine Woche im Oberharz bleibt, ist ganz begeistert: "Um beispielsweise eine Hand aus Gips zu digitalisieren, benötige ich hier 15 Minuten. Mit unserer Technologie zu Hause in Sophia Antipolis wären bestimmt zwei Stunden dafür nötig gewesen."

Den dreidimensionalen Scanner hat Informatikprofessor Kai Hormann, dessen Forschungsgebiet die Beschreibung und Manipulation von Flächen und Körpern im Raum umfasst, vor zwei Jahren für seine Arbeitsgruppe angeschafft und verbessert. Das Gerät, bestehend aus Roboterarm, Laserprojektor und Kamera, ist rund 45.000 Euro wert. Die zugehörige Software ist von Tim Winkler, einem von Professor Hormanns Doktoranden, im Rahmen seiner Diplomarbeit entscheidend optimiert worden. Nun kommen die einzigartigen Clausthaler Möglichkeiten auch den Franzosen zugute.

... mehr zu:
»3D-Scanner »Clausthaler

Bahnt sich mit der "French Connection" womöglich eine längerfristige Partnerschaft an? "Es ist unsere erste Zusammenarbeit, daraus könnte sich natürlich eine echte Kooperation entwickeln", sagt Computergrafik-Experte Hormann. Den 3D-Scanner darf der freundliche Franzose nutzen, ohne dafür zu bezahlen, denn die Ergebnisse dienen dem europäischen Forschungsprojekt "Aim@Shape".

Außer an der Technischen Universität Clausthal gibt es solche Geräte insbesondere in großen Industrieunternehmen (allerdings ohne die Clausthaler Software), wo sie zur Qualitätssicherung eingesetzt werden. Wer einen digitalen Film dreht oder etwas auf dem Bildschirm simulieren will, greift ebenfalls auf dreidimensionale Scanning-Technologien zurück. Im weiteren Sinne funktioniert auch die Computertomografie in der Medizin nach dem selben Prinzip. Es lohnt sich also, auf diesem Gebiet in die Forschung zu investieren - was bedeutet da schon eine Anreise von 1300 Kilometern?

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de

Weitere Berichte zu: 3D-Scanner Clausthaler

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Oberleitungs-LKW: Option für einen umweltverträglichen Güterverkehr?

08.12.2016 | Verkehr Logistik

Der Evolution des Immunsystems auf der Spur

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Neue Sensortechnik für E-Auto-Batterien

08.12.2016 | Energie und Elektrotechnik