Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geheimnishüter für's Handy

18.10.2007
Systems 2007: Fraunhofer-Institut SIT zeigt Handy-Software für sichere Verwaltung von Passwörtern, PINs und TANs

Am Geldautomat, im Büro, im Online-Shop oder bei der Internet-Auktion, überall sichern Passwörter und PINs den Zugang, und ständig werden es mehr. Um Nutzer vor dem Vergessen von Geheimnissen zu bewahren und Zugangsdaten besser zu schützen, haben Entwickler am Fraunhofer-Institut SIT mit dem MobileSitter eine Software für Handy und PDA entwickelt, die Geheimnisse angriffssicher verschlüsselt und die Zugangsinformationen jederzeit auf dem Mobiltelefon zur Verfügung stellt. Mit dem MobileSitter muss der Nutzer sich nur noch ein Master-Passwort merken, um alle seine Passwörter, PINs und TANs sicher zu verwalten.

"Im Gegensatz zu anderen Produkten bietet der MobileSitter hohe Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit", sagt Projektleiter Ruben Wolf, "wir haben ein neues Verfahren entwickelt, das einen Angreifer, der an die abgespeicherten Geheimnisse gelangen möchte, zur Verzweiflung treibt". Vom 23. bis zum 26. Oktober zeigen die Fraunhofer-Forscher die Neuentwicklung auf der Computermesse Systems in München (Halle B3, Stand 122/123).

Der MobileSitter liefert Hackern keinerlei Informationen bzgl. der sicher hinterlegten Passwörter, selbst wenn das Handy in die falschen Hände gelangt und Hacker versuchen, an das verwendete Master-Passwort bzw. die gespeicherten Geheimnisse zu gelangen. "Als Angreifer kann man die verschlüsselten Daten eines Handys leicht auf einen Rechner übertragen und dort mit speziellen Hackertools Millionen von Master-Passwörtern innerhalb einer Sekunde ausprobieren", so Wolf. "Wenn der Angreifer feststellen kann, ob ein getestetes Master-Passwort falsch oder richtig ist, wie dies bei anderen Produkten oftmals der Fall ist, kann er unter Umständen das korrekte Master-Passwort ermitteln und somit an alle Geheimnisse gelangen."

Anders beim MobileSitter: Bei Eingabe eines falschen Master-Passworts liefert der MobileSitter keine Fehlermeldungen, sondern generiert falsche Passwörter, die jedoch für einen Hacker nicht als solche zu erkennen sind. "Ein Angreifer, der das richtige Master-Passwort nicht kennt, weiß also nicht, dass es sich um falsche Passwörter, PINs und TANs handelt, da die Passwort-, PIN- und TAN-Regeln auch bei der Berechnung der falschen Geheimnisse berücksichtigt werden", so Wolf. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten haben Angreifer deshalb keine Chance, an die Geheimnisse des MobileSitters zu gelangen.

Darüber hinaus bietet der MobileSitter besonderen Benutzungskomfort, z.B. durch die Bereitstellung sicherer Im- und Exportfunktionen, mittels welcher sich die verschlüsselten Geheimnisse jederzeit sichern und auf andere Endgeräte übertragen lassen. Das neue Verfahren der Fraunhofer-Forscher nutzt die weltweit anerkannte AES-Verschlüsselung und ist bereits als Patent eingereicht. Die Software wurde speziell für mobile Endgeräte entwickelt und funktioniert auf Handys und PDAs, die Java ME unterstützen und mindestens eine Display-Breite von 160 Pixeln besitzen. Eine Version für den PC, die den MobileSitter noch benutzerfreundlicher macht, wird derzeit entwickelt.

Oliver Küch | idw
Weitere Informationen:
http://www.mobilesitter.de

Weitere Berichte zu: Angreifer Geheimnis Handy Master-Passwort MobileSitter PIN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften