Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Potsdamer Informatiker arbeiten an der Entwicklung einer neuartigen Rechnerbenutzerschnittstelle für Blinde

18.10.2007
Unlängst wurde der Startschuss für ein wichtiges Entwicklungsvorhaben gegeben.
Mitarbeiter und Studierende der Professur für Informationsverarbeitung und Kommunikation des Instituts für Informatik der Universität Potsdam werden in den nächsten drei Jahren im Verbundprojekt "HyperBraille" zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Stuttgart, der TU Dresden, der FH Kiel, der METEC Ingenieurgesellschaft A.G. Stuttgart, der Firma F.H.Papenmeier in Schwerte sowie weiteren Instituten der Industrie Hardware und Software entwickeln, um Blinden den Zugang zu komplexen Informationen zu ermöglichen.

Ziel ist es, ein neues Gerät und die unterstützende Software zu entwickeln, mit dem ein Blinder Text- und Grafikinformationen über eine haptische und akustische Schnittstelle vermittelt bekommt. Das Gerät wird ungefähr das Format eines Laptops haben und wie ein Laptop mit dem WWW kommunizieren. Die speziellen Beiträge der Potsdamer Gruppe liegen in der Entwicklung der allgemeinen Systemarchitektur, der Verfügbarkeit von Explorer und Word für Blinde, in dem Entwurf von Grafik und in der Erkennung von Gesten (Handbewegungen mit Bedeutung).

Ein System dieser Leistungsfähigkeit gibt es derzeit nicht einmal ansatzweise. Die Entwicklungsarbeit knüpft an Universitätsforschung der letzten 20 Jahre an, in der ein nur in drei Exemplaren existierendes Prototypgerät verwendet wurde.

Mit dem zu entwickelnden System werden Voraussetzungen geschaffen, dass Sehbehinderte erstmals in viel umfassenderem Umfang Zugang zu allen Kommunikationsmöglichkeiten erhalten, die für Normalsichtige heute über den Bildschirm eines PC-Systems zur Verfügung stehen. Berufe oder Arbeitsplätze, die im Wesentlichen die Fähigkeit zur selbständigen, uneingeschränkten Kommunikation mit und über ein PC-System mit Bildschirmausgabe voraussetzen, könnten dann in Zukunft von Blinden und Sehbehinderten eigenständig und vollwertig besetzt werden.

Durch das System "HyperBraille" besteht die Möglichkeit, dass Blinde künftig ihren Beruf - soweit Interesse besteht - weitgehend vom heimischen PC mit Internet- beziehungsweise Modem-Anschluss ausüben können.

Da ausschließlich die Anwender selbst in der Lage sind, über die für sie optimale Gestaltung der Bedienoberfläche und das erreichte Leistungsspektrum zu entscheiden, ist die Beteiligung von betroffenen Projektmitarbeitern (Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. u.a.) in allen Phasen wesentlicher Bestandteil des Projekts.

Das Verbundprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

Andrea Benthien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2007/pm212_07.htm

Weitere Berichte zu: Blinde HyperBraille PC-System Verbundprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie

Ostfalia forscht an Ultraleichtflugzeug mit Elektroantrieb

19.10.2017 | Verkehr Logistik

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten