Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliche Intelligenz wichtig für Alltagstechnologie

17.10.2007
Deutsche Forscher dominieren bei Entwicklung von Dialogsystemen

Im Jahr 2050 sollen menschenähnliche Roboter auf zwei Beinen nach den offiziellen Fifa-Regeln gegen den dann amtierenden, menschlichen Fußball-Weltmeister spielen - und gewinnen. Das zumindest haben sich Experten der Roboterentwicklung auf die Fahnen geschrieben.


Asimo - der humanoide Roboter von Honda (Foto: Honda)

An der Universität Bielefeld wurde kürzlich das neue Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR-Lab) in Betrieb genommen. Zudem wurde eine Forschungskooperation zwischen der Universität und dem Honda Research Institute Europe GmbH unterzeichnet, die universitäre und industrielle Grundlagenforschung vereinen soll. Die Roboter sollen mit kognitiven und sozialen Fähigkeiten ausgestattet und damit zu alltagstauglichen Assistenten für den Menschen gemacht werden. Stargast der Eröffnung war Asimo, ein menschenähnlicher Roboter von Honda.

Über 20 Jahre nach der Präsentation des ersten Asimo-Modells präsentiert sich die neueste Generation deutlich weiterentwickelt. "Im Kreis rennen, die Hand schütteln und einen Wagen schieben gehören neben dem Tragen eines Tabletts zu seinem neuen Repertoire", berichtete die Berliner Zeitung. Mithilfe eines Infrarotsenders kann Asimo mittlerweile sogar einen Ball erkennen und wegkicken. Die Bielefelder Hochschule ist die erste in Europa, die diesen humanoiden Roboter zu Forschungszwecken gestellt bekommt. Im Rahmen der Zusammenarbeit legt Honda sogar Teile der bisher gut gehüteten Steuerungssoftware der Maschine offen.

... mehr zu:
»Asimo »Honda »Intelligenz »Künstlich »Roboter

Beim diesjährigen Bonner Fachkongress Voice Days http://www.voicedays.de präsentiert das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) http://www.dfki.de den Ligabot. Der anthropomorphe Agent ermöglicht es, über ein Sprachdialogsystem aktuelle Informationen über Spielergebnisse, Spielorte, nächste Begegnungen und die Tabellensituation der laufenden Saison zu erfragen. Für die Interaktion mit den Benutzern wird in der vorliegenden Beispieldomäne Fußball ein virtueller Fußballexperte eingesetzt, der Fragen des Besuchers mit einer künstlichen Stimme sowie entsprechender Mimik und Gestik beantwortet.

Für Gerhard Sagerer, Direktor und einer der Gründerväter des Cor-Labs, ist die Verständigung zwischen Mensch und Maschine eine der entscheidenden Fragen in der Roboterforschung: "Wir wollen Roboter bauen, die mit der häufig fehlenden Eindeutigkeit der menschlichen Kommunikation umgehen können. Das bedeutet, dass sie auch nicht ganz klare verbale Anweisungen und Gesten sinngemäß interpretieren können." Ziel sei es, dass sich die Maschine dem Menschen anpasse und nicht etwa umgekehrt.

Das sieht man auch beim Berliner Unternehmen SemanticEdge http://www.semanticedge.de so. Bei Sprachdialogsystemen bestehe darüber hinaus ein klarer Zusammenhang zwischen so genannten Human-Touch-Dialogen, die dem menschlichen Sprechen sehr nahe kommen und der Akzeptanz des Systems. "Wir wollen keine starren Dialoge steuern, bei denen man nur bestimmte Begriffe verwenden kann, sondern freies Sprechen ermöglichen", sagt Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge. Bei einem Dialog mit menschlichen Zügen werde sich der Anrufer eher angenommen fühlen als bei einem mit starrer Menüführung und Abfrage von bestimmten Antworten, so Pape. Das Ziel der Sprachdialoge sei es, den Erwartungen des Menschen so nahe wie möglich zu kommen. "Softwaresysteme müssen intelligenter werden, damit sie besser verstehen, was der Mensch von ihnen will und sie sich umgekehrt dem Menschen einfacher verständlich machen", fordert Pape.

Nach Ansicht von Axel Schnell, Chief Operating Officer des ITK-Systemintegrators NextiraOne http://www.nextiraone.de , ist die KI-Forschung in Deutschland auf dem richtigen Weg: "Statt Rechenmaschinen mit menschlichem Bewusstsein zu konzipieren, konzentrieren sich unsere Wissenschaftler auf nützliche Werkzeuge für die Informatik und kooperieren sehr eng mit der Wirtschaft." Das funktioniere besonders gut bei der Analyse natürlicher Sprache. "Mit rund 120 Unternehmen, die Dialogsysteme für Navigationsgeräte, Fahrkartenautomaten, Logistiksystemen oder Diktiersoftware entwickeln und marktfähig machen, liegen wir international an der Spitze. Dieser pragmatische Ansatz der KI-Forschung ist unverzichtbar geworden für die Alltagstechnologie", resümiert Schnell.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://cor-lab.de
http://www.honda-ri.de
http://www.honda-robots.com

Weitere Berichte zu: Asimo Honda Intelligenz Künstlich Roboter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie